{"id":5018,"date":"2013-06-24T20:26:01","date_gmt":"2013-06-24T19:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5018"},"modified":"2013-11-02T16:00:05","modified_gmt":"2013-11-02T15:00:05","slug":"almira-konigin-von-kastilien-halle-oper-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5018","title":{"rendered":"ALMIRA, K\u00d6NIGIN VON KASTILIEN &#8211; Halle, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Singspiel in drei Akten, Libretto: Friedrich Christian Feustking, nach Giulio Pancieris&#8216; Dramma per musica L\u02beAlmira. UA: 8. Januar 1705 Hamburg, Theater am G\u00e4nsemarkt<br \/>\nRegie: Axel K\u00f6hler, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann, Kost\u00fcme: Katharina Wei\u00dfenborn, Dramaturgie: Andr\u00e9 Meyer<br \/>\nDirigent: Andreas Spering, Orchester: H\u00e4ndelfestspielorchester Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit, Mitglieder des Chores der Oper Halle<br \/>\nSolisten: Ines Lex (Almira), Yeree Suh (Edilia), Roland Schubert (Consalvo), Christian Zenker (Osman), Michael Smallwood (Fernando), Melanie Hirsch (Bellante), Ki-Hyun Park (Raymondo), Bj\u00f6rn Christian Kuhn (Tabarco), Rafal Zeh (Amor)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. Juni 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Halle-Almira1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5019\" alt=\"Halle-Almira\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Halle-Almira1.gif\" width=\"350\" height=\"158\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>An ihrem 20. Geburtstag tritt Almira von Kastilien die Thronfolge ihres verstorbenen Vaters an. Sie ernennt ihren Vormund Consalvo zum Ersten Minister, seinen Sohn Osmin zum milit\u00e4rischen Oberbefehlshaber und ihre heimliche Liebe Fernando zum Privatsekret\u00e4r. Ihr Vater hat testamentarisch verf\u00fcgt, einen Mann aus Consalvos Geschlecht zu heiraten. Damit beginnt das Verwirr- und Intrigenspiel. Fernando, scheinbar b\u00fcrgerlicher Herkunft, ist nicht standesgem\u00e4\u00df, Osmin verl\u00e4\u00dft f\u00fcr die Aussicht auf den Thron Edilia, die Schwester der K\u00f6nigin, und auch sein verwitweter Vater Consalvo bewirbt sich. Als weiterer Freier kommt Raymondo, K\u00f6nig von Mauretanien, dazu. Almira deutet die Zuneigung Fernandos mi\u00df und f\u00fcrchtet, er liebe ihre Schwester. Edilia versucht den geliebten Osmin mit Fernando eifers\u00fcchtig zu machen. Auch Prinzessin Bellante liebt Osmin. Mithilfe Amors l\u00f6st sich am Ende alles auf, und drei Paare finden in Liebe zusammen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Drehb\u00fchne hat drei Kulissen: den Saal eines K\u00f6nigspalastes, der sich zum Publikum hin \u00f6ffnet; in der Mitte eine Krone, die zun\u00e4chst als Thron, sp\u00e4ter als Gef\u00e4ngnis dient. Das zweite Szenenbild f\u00fchrt in den Palastgarten mit Amor-Brunnen, Orangenb\u00e4umchen und Birken(?), die vielleicht auf H\u00e4ndels voritalienisches Opernschaffen in Hamburg verweisen. Schlie\u00dflich das Zimmer Fernandos, drapiert in k\u00f6nigsblaue W\u00e4nde mit roten Herzen. In der Mitte ein Sekret\u00e4r, umgeben von ungeordneten Aktenbergen. Die Kost\u00fcme von Katharina Wei\u00dfenborn reichen von der barocken Robe aus H\u00e4ndels Zeiten bis zum heutigen Abendkleid. Die junge K\u00f6nigin wird von der Last ihrer K\u00f6nigsrobe erdr\u00fcckt, die j\u00fcngere Schwester Edilia verf\u00fchrt im goldenen Tr\u00e4gerkleidchen, Osmin agiert leger, mit losen Manschetten und aufgekn\u00f6pftem Hemd, Fernando, im Schreibstubenanzug mit Brille.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Auf historischen Instrumenten spielte das H\u00e4ndelfestspielorchester Halle unter Leitung von <strong>Andreas Spering<\/strong> mit hoher Dynamik und mitrei\u00dfend frechem Tempo. Besonders \u00fcberzeugend war das Accompagnement von <strong>Katrin Wittrisch<\/strong> an Cembalo und Orgel, Dirigent Spering am Cembalo, den Violoncellisten, Laute und Theorbe, die sich sensibel den Gesangssolisten anzupassen wu\u00dften. Einzig bei den Holzbl\u00e4sern war die Interaktion mit dem Ensemble nicht immer stimmig und klanglich nicht ganz sauber.<\/p>\n<p>Als S\u00e4nger ersten Ranges erwies sich der Bassist <strong>Roland Schubert<\/strong> (Consalvo). In dem ansonsten sehr jungen S\u00e4ngerensemble stach der in den Tiefen klare, raumgreifende Ba\u00df heraus. Mit viel Komik und darstellerischer Finesse verk\u00f6rperte er die Figur des Vormunds. <strong>Ines Lex<\/strong> (Almira) sang ihre Partie mit frischer, brillanter Sopranstimme. Die Koloraturen meisterte sie technisch sauber und mit musikalischer Expression, besonders \u00fcberzeugend in <em>Kochet ihr Adern entz\u00fcndete Rache.<\/em> Die junge S\u00e4ngerin spielte die Figur der verliebten K\u00f6nigin kindlich-charmant und hat gesanglich sicher noch viel Potential. Charismatischer in der dramatischen Gestaltung, als in der stimmlich-klanglichen Nuancierung gestaltete <strong>Yeree Suh<\/strong> (Edilia) die Rolle der Abgewiesenen zwischen Hysterie und Verletzlichkeit. Furios, mit pulsierender dynamischer Phrasierung, in der Arie <em>Proverai di che fiera saetta \u2013 Du wirst sehen, wie mit giftigen Pfeilen ein betrogenes Weib sich verteidigt<\/em> und zerbrechlich in <em>Quillt, ihr \u00fcberh\u00e4uften Z\u00e4hren, gebet meinem Herzen Luft<\/em>. Sprachlich idiomatisch intonierte sie sowohl die deutschen wie auch italienischen Parts deutlich und klar verst\u00e4ndlich. Gleiches gilt f\u00fcr den koreanischen Ba\u00df <strong>Ki-Hyun Park<\/strong> (Raymondo), der seine Partie kraftvoll und technisch einwandfrei \u00fcber die B\u00fchne brachte. F\u00fcr eine sp\u00e4te gesangliche \u00dcberraschung sorgte der Auftritt der Nebenbuhlerin Edilias, <strong>Melanie Hirsch<\/strong> (Prinzessin Bellante). Mit technisch ausgereiftem, farblich und klanglich wohl gestaltetem Sopran \u00fcberzeugte sie in der Auftrittsarie Der Mund spricht zwar gezwungen: Nein, Das Herz freiwillig: Ja. Dahinter blieben die Ten\u00f6re in ihrer stimmlichen Pr\u00e4senz etwas zur\u00fcck. <strong>Michael Smallwood<\/strong> (Fernando) pr\u00e4sentierte den introvertierten Liebhaber mit wohlklingender, aber sehr kontrollierter Stimme. F\u00fcr das barocke Fach und die Koloraturen dieser Hauptrolle fehlte es dem Tenor an technischer Versiertheit. <strong>Christian Zenker<\/strong> (Osmin) war darstellerisch \u00fcberzeugender als stimmlich.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Das Regieteam um Intendant Axel K\u00f6hler hat es verstanden, H\u00e4ndels erstes Opernspektakel komisch und zuweilen in deftiger Barocksprache auf die B\u00fchne zu bringen. Die Vorlage wurde sehr gekonnt verschlankt und Libretto getreu umgesetzt. S\u00e4nger und Musiker haben die komplexe Sch\u00f6nheit dieser Partitur spannungsgeladen und lebhaft gestaltet. Die Leistungen der K\u00fcnstler wurden vom Publikum mit tosendem, anhaltendem Beifall bedacht.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ines Lex (Almira), Yeree Suh (Edilia), Roland Schubert (Consalvo), Christian Zenker (Osman), Michael Smallwood (Fernando)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. Juni 2013 (Premiere)<br \/>\nDie Drehb\u00fchne hat drei Kulissen: den Saal eines K\u00f6nigspalastes, der sich zum Publikum hin \u00f6ffnet; in der Mitte eine Krone, die zun\u00e4chst als Thron, sp\u00e4ter als Gef\u00e4ngnis dient.<br \/>\nAls S\u00e4nger ersten Ranges erwies sich der Bassist Roland Schubert (Consalvo). 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