{"id":5005,"date":"2013-06-18T14:43:17","date_gmt":"2013-06-18T13:43:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5005"},"modified":"2013-06-21T14:54:40","modified_gmt":"2013-06-21T13:54:40","slug":"les-vepres-siciliennes-die-sizilianische-vesper-frankfurt-oper-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5005","title":{"rendered":"LES V\u00caPRES SICILIENNES \u2013 DIE SIZILIANISCHE VESPER &#8211; Frankfurt, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"left\">von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und Charles Duveyrier nach ihrem Libretto <i>Le Duc d\u2018Albe<\/i> (1839), UA: 13. Juni 1855 Paris, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier<\/p>\n<p align=\"left\">Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchnen\/Kost\u00fcme: Mathis Neidhardt, Licht: Olaf Winter, Dramaturgie: Norbert Abels,<\/p>\n<p align=\"left\">Dirigent: Pablo Heras-Casado, Frankfurter Opern- und Museumsorchester und Chor, Einstudierung: Matthias K\u00f6hler<\/p>\n<p align=\"left\">Solisten: Quinn Kelsey (Guy de Montfort), B\u00e1lint Szab\u00f3 (Sire de B\u00e9thune), Jonathan Beyer (Graf von Vaudemont) Alfred Kim (Henri, junger Sizilianer), Raymond Aceto (Jean Procida), Elza van den Heever (Herzogin H\u00e9l\u00e8ne) u.a.<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Juni 2013, Premiere (Frankfurter Erstauff\u00fchrung der originalen franz\u00f6sischen Fassung)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/FFT-Sizl-Vesper1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5006\" alt=\"FFT-Sizl-Vesper\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/FFT-Sizl-Vesper1.gif\" width=\"235\" height=\"350\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Guy de Montfort, Chef der franz\u00f6sischen Fremdherrschaft (1282), l\u00e4\u00dft H\u00e9l\u00e8nes Bruder ermorden. Der junge Sizilianer Henri liebt H\u00e9l\u00e8ne. Procida, landet mit dem Boot nach langj\u00e4hrigem Exil in der N\u00e4he Palermos. Er schickt sich an, die Franzosen zu vertreiben. H\u00e9l\u00e8ne will Rache f\u00fcr ihren Bruder. Henris Vater ist Guy de Montfort, der dies Henri mitteilt. Guy ist erf\u00fcllt von Sohnesliebe. Auf einem Maskenball im Palast wollen H\u00e9l\u00e8ne und Procida den Herzog ermorden. Henri verr\u00e4t die Verschw\u00f6rung und alle werden zum Tode verurteilt. Erst als Henri sich \u00f6ffentlich als Sohn Montforts ausgibt, werden die Verschw\u00f6rer begnadigt. Doch der Aufstand gegen die Franzosen bricht beim Heiratsgel\u00e4ut los. Damit endet Oper, bevor man erf\u00e4hrt, ob Henri und H\u00e9l\u00e8ne im Gemetzel umkommen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Zu Anfang eine Minute v\u00f6llige Dunkelheit \u2013 auch im Orchestergraben. Eine Stra\u00dfe vor einem Haus wird sichtbar. Durch Genickschu\u00df wird ein Mann auf dem Trottoire vor der Hauswand ermordet und beiseite geschafft. Die dreist\u00f6ckige Hausfassade steht im spitzen Winkel zum Betrachter, davor eine Peitschenlaterne. Um das ganze Haus l\u00e4uft ein Trottoire. Sp\u00e4ter wird das Haus gedreht und die rechte Front wird sichtbar. Dabei wird die zweite Laterne erhellt. An der Hauswand steht ein brauner Holztisch, eine Tischlampe darauf. Weiter dreht sich das Haus, und man erblickt eine hellerleuchtete Halle. Zwei eckige Sessel stehen sich gegen\u00fcber und rechts und links f\u00fchren zwei Treppen zu einer Galerie, die Hinterwand f\u00fcllt eine Fl\u00fcgelt\u00fcr aus.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Sizilianer sind salopp schwarz, die Franzosen in hellen Anz\u00fcgen gekleidet. Procida erscheint im braunen Anzug mit Krawatte, Guy de Montfort im Stra\u00dfenanzug, sp\u00e4ter tr\u00e4gt er einen wei\u00dfen Dinnerjacket. Henri und H\u00e9l\u00e8ne zeigen sich in schwarzer (Ulrike Meinhof\/Andreas Baader?), zur Hochzeit (Opernende) tr\u00e4gt er Smoking und sie ein wei\u00dfes Brautkleid mit Schleier.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Nach der Hinrichtung eines Mannes beginnt Verdis Ouvert\u00fcre. Der junge, spanische Dirigent <strong>Pablo Heras-Casado<\/strong> zeigt pr\u00e4zise den schnellen Wechsel von Streicher und Pauke. W\u00e4hrend des gesamten Opernverlaufs bleibt sein Dirigat z\u00fcgig und elastisch. Einzig die Lautst\u00e4rke zu z\u00fcgeln, gelingt nicht immer.<\/p>\n<p align=\"left\">Schon im Er\u00f6ffnungschor ist die hohe Qualit\u00e4t des Chors bemerkbar. Hier f\u00e4llt besonders das genaue Wechselspiel von M\u00e4nner- und Frauenchor auf. Die rhythmische Genauigkeit bleibt auch hier bis ans Opernende erhalten. <strong>Raymond Acetos<\/strong> (Jean Procida) f\u00fclliger Ba\u00df schwingt sich meist mit Erfolg in die H\u00f6henlage <i>Et toi, Palermo \u2013 du Palermo, die Sch\u00f6ne, die man kr\u00e4nkt <\/i>(Auftrittsarie, 2. Akt). Die Tiefe wird gut abgefedert, die H\u00f6he deutlich prononciert. Auch hier erfolgen die Choreins\u00e4tze punktgenau.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Elza van den Heeve<\/strong>r (Herzogin H\u00e9l\u00e8ne) singt mit gro\u00dfer Inbrunst am \u201eGrab\u201c ihres Bruders auf der Stra\u00dfe, wo Blumen und Kerzen hingestellt sind: <i>Pr\u00e8s du tombeau \u2013 so nah dem Grab<\/i>. Ihre Stimme ist dabei von eindringlicher Sanftheit, unterst\u00fctzt vom wiegenden Sechsachteltakt der Streicher. Mit expressivem Ton antwortet ihr <strong>Alfred Kim<\/strong> (Henri).<\/p>\n<p align=\"left\">Bei <strong>Quinn Kelsey<\/strong> (Guy de Montfort) stutzt man, wo gab es in letzter Zeit einen so sonoren, wohlklingenden Verdi-Bariton? Seine Auftrittsarie <i>Au sein de la puissance \u2013 inmitten der Macht<\/i> gestaltet er mit vollkommenem Legato seiner lyrischen Stimme. Ungezwungen werden die hohen T\u00f6ne erreicht bei nuancenreicher Dynamik und genauem rhythmischem Flu\u00df. Die Stimme ist \u00e4u\u00dferst gut fokussiert und hat daher eine gro\u00dfe Tragweite.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Alfred Kim<\/strong>s Arie <i>O jour de peine \u2013 Tag der Qual<\/i> beachtet kaum den Wechsel laut-leise, die H\u00f6hen werden nur mit M\u00fche erreicht. Elza van den Heevers <i>Merci, jeunes filles \u2013 danke, junge Freundinnen <\/i>beim Hochzeitsfest legt die Sopranistin mit Eleganz hin.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Vom Regisseur in eine Verismo-Oper gezwungen, wurde Verdis Grand Op\u00e9ra hingerichtet. Ebenso Henri und H\u00e9l\u00e8ne mit Genickschu\u00df. Gro\u00dfer Applaus f\u00fcr alles.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alfred Kim (Henri) und Quinn Kelsey (Guy de Montfort), Alfred Kim fuchtelt nicht nur hier mit dem Revolver herum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. 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