{"id":500,"date":"2009-01-27T11:14:56","date_gmt":"2009-01-27T09:14:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=500"},"modified":"2009-01-28T11:22:48","modified_gmt":"2009-01-28T09:22:48","slug":"bonn-opernhaus-elektra","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=500","title":{"rendered":"Bonn, Opernhaus &#8211; ELEKTRA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss, Trag\u00f6die in einem Aufzug, Dichtung von Hugo von Hofmannsthal; UA 25. Januar 1909, Dresdner Hofoper.<br \/>\nRegie: Klaus Weise. B\u00fchnenbild: Martin Kukulies Kost\u00fcme: Fred Fenner<br \/>\nDirigent: Stefan Blunier. Beethovenorchester Bonn, Chor des Theaters Bonn (Einstudierung: Sibylle Wagner)<br \/>\nSolisten: Barbara Schneider- Hofstetter (Elektra), Ann-Marie Backlund  (Chrysothemis ), Daniela Denschlag (Klyt\u00e4mnestra), Mark Rosenthal (Aegisth), Mark Morouse (Orest), Egbert Herold (Pfleger des Orest), Erika Detmer (Vertraute), M\u00e4gde, Aufseher.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. Januar 2009, 20 Uhr. Premiere (genau 100 Jahre nach der UA!)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bonn-elektra.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/bonn-elektra.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bonn-elektra.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/bonn-elektra.jpg\" \/><\/a>Mykene, der innere Hof, begrenzt von der R\u00fcckseite des Palastes und niedrigen Geb\u00e4uden, in denen die Diener wohnen, links vorn ein Ziehbrunnen. Auf dem Herrscherhaus der Pelopiden und Atriden lastet von Alters her ein Fluch, der Mord und Todschlag unter den Familienangeh\u00f6rigen im K\u00f6nigspalast  besagt. Klyt\u00e4mnestra hat mit ihrem Buhlen Aegisth ihren Mann,  Agamemnon, im Bad erschlagen, der Sohn Orest konnte von seiner Schwester Elektra vor den Mordabsichten des Paars zu K\u00f6nig Strophios in Sicherheit gebracht werden. Seit dieser Zeit muss sich Elektra schlimmste Dem\u00fctigungen gefallen lassen und lebt nur noch f\u00fcr den Tag, an dem Orest herangereift ist, um Vergeltung zu \u00fcben. Deshalb m\u00f6chte sie nicht, wie ihre Schwester Chrysothemis fliehen. W\u00e4hrend einer heftigen Auseinandersetzung mit ihrer Mutter Klyt\u00e4mnestra, wird die vermeintliche Todesnachricht von Orest \u00fcberbracht.  Elektra beschw\u00f6rt ihre Schwester Chrysothemis in der folgenden Nacht den Mord zu vollbringen. Die Schwester flieht, als Elektra selbst das Beil, mit dem der Vater erschlagen wurde, in wilder Entschlossenheit ausgr\u00e4bt, begegnete ihr der junge Trauerbote und gibt sich nach und nach als ihr Bruder Orest zu erkennen. Elektra mahnt  die r\u00e4chende S\u00fchne an. Gellende Schreie aus dem Innern des Hauses k\u00fcnden Elektra, dass  Orest bereits am Werk ist. Als Aegisth naht,  f\u00fchrt ihn Elektra scheinbar freundlich ins Haus, wo auch er gerichtet wird. Elektra hat ihr Lebensziel erreicht. In \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Freude  beginnt sie und ihr Gefolge einen wilden, ekstatischen Tanz w\u00e4hrend dessen sie tot zusammenbricht.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nKlaus Weise inszenierte gleich zu Beginn ein eindrucksvolles Bild, wenn er eine \u00fcber die volle B\u00fchnenh\u00f6he Blut verschmierte transparente Wand rein waschen l\u00e4\u00dft. Er ben\u00f6tigte jedoch kaum mehr als die B\u00fchnenrampe f\u00fcr die wenigen Schritte oder das Stehen und Sitzen auf zwei podestartigen Erh\u00f6hungen. Im Verlauf tut sich die Hinterb\u00fchne selten, und meist  nur einen Spalt breit auf: Etwa mit dem Blick auf das auf Holzpaletten gehaltene, eher harte Gelage der M\u00f6rderin Klyt\u00e4mnestra und ihrem Komplizen Aegisth. Am Ende \u00f6ffnet sich die ganze B\u00fchne, um den Blick auf Berge von Leichen in schwarzen S\u00e4cken frei zu geben. Von oben fallen immer weitere herunter. Dann wird der R\u00e4cher Orest, gleich einem Helden auf einem  Ger\u00fcst stehend herab gefahren, w\u00e4hrend Elektra am Boden tot zusammenbricht. Kein bacchantisches Infernal zum Finale. Die M\u00e4gde tragen, bis auf Elektra und ihre Schwester, \u00fcber ihren farbigen Batikgew\u00e4ndern Brustpanzer, dazu \u00fcbergro\u00dfe Turbangebinde. Elektra ist d\u00fcster gekleidet, wie der Tod bringende Orest, deutlich abgesetzt erscheint die dem Leben zugewandte Chysothemis in strahlend wei\u00dfem Gewand.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nBei den S\u00e4ngern ist allen voran nat\u00fcrlich die \u00fcber einhundertf\u00fcnf Minuten stets pr\u00e4sente Protagonistin <strong>Barbara Schneider-Hofstetter<\/strong> zu w\u00fcrdigen. Sie verlieh ihrer auch schauspielerisch blendend verk\u00f6rperten hochdramatischen Partie der Elektra stimmlich ein sehr erdiges Timbre. <strong>Ann-Marie Backlund<\/strong> war eine eindrucksvolle Chrysothemis, die \u00fcberzeugende Dramatik in der Stimme hatte. <strong>Daniela Denschlag<\/strong> verk\u00f6rperte ihre Klyt\u00e4mnestra  sehens- und h\u00f6renswert, wie  <strong>Mark Morouse<\/strong> vielleicht einen etwas steif verk\u00f6rperten, jedoch dem Heldenfach gewachsenen Stimme zu erleben war. Die eingeblendeten Obertitel sind kaum n\u00f6tig, denn es wird sehr deutlich gesungen.<br \/>\nNun gab <strong>Stefan Blunier<\/strong> seine Visitenkarte als frisch gebackener GMD der Bonner Oper ab. Es war ein Gl\u00fcck, da\u00df Blunier sich strikt an die dynamischen Vorgaben der Partitur hielt. Musikalisch spielte das \u00fcber hundert Personen starke <strong>Orchester<\/strong> schillernd und beweglich auf, was f\u00fcr gute musikalische Zukunft in der Bonner Oper hoffen l\u00e4\u00dft.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine musikalisch gelungene Auff\u00fchrung, die zeigte, wie durchh\u00f6rbar das in \u2013 noch gr\u00f6\u00dferer Besetzung als in der Salome \u2013  spielende Beethovenorchester musizieren kann und in der weitgehend  gut gesungen wurde. Der interpretatorische Regieansatz von Klaus Weise war im Programmheft nachzulesen, kam jedoch als wenig plausible Inszenierung \u00fcber die Rampe, eigentlich schade.<\/p>\n<p>F. Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<br \/>\nDas Bild zeigt: Elektra (Barbara Schneider-Hofstetter) vor dem Gelage der Klyt\u00e4mnestra (Daniela Denschlag) und Aegisth (Mark Rosenthal).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, Trag\u00f6die in einem Aufzug, Dichtung von Hugo von Hofmannsthal; UA 25. Januar 1909, Dresdner Hofoper. Regie: Klaus Weise. B\u00fchnenbild: Martin Kukulies Kost\u00fcme: Fred Fenner Dirigent: Stefan Blunier. 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