{"id":4975,"date":"2013-06-11T18:52:39","date_gmt":"2013-06-11T17:52:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4975"},"modified":"2013-06-11T18:52:39","modified_gmt":"2013-06-11T17:52:39","slug":"macbeth-mainz-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4975","title":{"rendered":"MACBETH &#8211; Mainz, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi (1813-1901), Libretto: Francesco Maria Piave, G. Verdi und Andrea Maffei nach dem gleichnamigen Drama von William Shakespeare, UA: 21. April 1865 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Lyrique (Zweitfassung)<\/p>\n<p>Regie: Tatjana G\u00fcrbaca, B\u00fchne: Stefan Heyne, Kost\u00fcme: Silke Willrett, Licht: Peter Meier, Dramaturgie: Carsten Jenss<\/p>\n<p>Dirigent: Hermann B\u00e4umer, Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Chordirektion: Sebastian Hernandez-Laverny<\/p>\n<p>Solisten: Heikki Kilpel\u00e4inen (Macbeth), Jos\u00e9 Gallisa (Banco), Karen Leiber (Lady Macbeth), Patricia Roach (Kammerfrau), Thorsten B\u00fcttner (Macduff), Agust\u00edn S\u00e1nchez Arellano (Malcolm), Dietrich Greve (Arzt\/Diener\/M\u00f6rder\/Herold), Anke Trittin (Drei Erscheinungen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Juni 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p align=\"left\"><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/MAinz-Macbeth.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4976\" alt=\"MAinz-Macbeth\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/MAinz-Macbeth.gif\" width=\"350\" height=\"301\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Hexen prophezeien den schottischen Gener\u00e4len Macbeth und Banco die Zukunft: Macbeth werde zun\u00e4chst Than von Glamis und Cawdor, dann K\u00f6nig von Schottland; Banco aber Stammvater des zuk\u00fcnftigen K\u00f6nigsgeschlechts. Die Weissagung entfacht den Ehrgeiz Macbeths und seiner Frau. Lady Macbeth \u00fcberzeugt ihren Gemahl, K\u00f6nig Duncan im Schlaf zu ermorden. Durch den Mord wird Macbeth zum K\u00f6nig Schottlands ernannt, doch sein Gewissen qu\u00e4lt ihn \u2013 er f\u00fchlt sich von Rachegeistern verfolgt. In Erinnerung an den zweiten Teil der Prophezeiung verf\u00fcgt Macbeth, auch Banco und dessen Sohn Fleance zu t\u00f6ten. Angeheuerte M\u00f6rder erstechen Banco, doch Fleance flieht. Angst beherrscht nun die Regentschaft Macbeths, bis es zu einer Revolte kommt. Nicht nur das unterdr\u00fcckte Volk wendet sich gegen ihn und seine Gemahlin, auch ihre Schuldgef\u00fchle dr\u00e4ngen sie in den Tod: Lady Macbeth verstirbt im Wahn und Macbeth wird von dem F\u00fchrer der Aufst\u00e4ndischen ermordet. Der Sohn Duncans wird zum neuen K\u00f6nig ausgerufen, doch auch ihn ereilt \u2013 in einer Abwandlung des Librettos \u2013 das Schicksal, denn noch im Jubel ermordet er seinen Getreuen Macduff.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Auf der B\u00fchne von Stefan Heyne sind nicht die schottischen Highlands zu sehen, sondern ein Sonnenblumenfeld: Hunderte von Kunstblumen stecken im B\u00fchnenboden. Das Feld dient als Versteck f\u00fcr M\u00f6rder und Leichen, es wird zertrampelt und wieder aufgerichtet, es dient als Treffpunkt zum gemeinsamen Grillen. Die sommerliche Idylle aber wird durch d\u00fcstere Nebelschwaden gebrochen, das Licht ist fahl wie kurz vor einem Gewitter. Erst im vierten Akt gleitet der B\u00fchnenboden mitsamt Sonnenblumen nach oben und offenbart ein kahles Gew\u00f6lbe, das den Opfern der Verbrechen als Zufluchtsort dient. Zur Wahnsinnsszene der Lady Macbeth verwandelt sich das Gew\u00f6lbe in eine Gruft, nur einige Grabkerzen flackern auf den Gr\u00e4bern.<\/p>\n<p align=\"left\">Silke Willrett kleidet die Protagonisten in zeitlos moderne Kost\u00fcme. Die Hexen tragen Kampfhelme, K\u00f6nig Macbeth einen blauen Anzug und die wahnsinnige Lady Macbeth irrt in einer wei\u00df-roten Toga durch die Gr\u00e4ber.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Beschw\u00f6rt das B\u00fchnenbild schon eine dr\u00fcckende und atmosph\u00e4risch dichte Stimmung, so tut GMD <b>Hermann B\u00e4umer<\/b> sein \u00dcbriges, um die Spannung fast zum Bersten zu bringen. Hoch konzentriert arbeiten er und das Mainzer Orchester mit dem Geschehen auf der B\u00fchne zusammen. Br\u00fcche in der Szene werden auch musikalisch durch \u00c4nderungen der Farbgebung mitvollzogen und all das geschieht in einer Intensit\u00e4t, die beeindruckt, aber den S\u00e4ngern immer noch ihren Raum l\u00e4\u00dft. Und den wissen sie zu nutzen. Mit <b>Heikki Kilpel\u00e4inen<\/b> hat das Mainzer Staatstheater einen grandiosen Bariton in seinem Ensemble. Er konzentriert sich auf die leisen, zweifelnden Nuancen und zeigt einen gebrochenen M\u00f6rder, der nicht erst nach der Bluttat mit sich selbst ringt. Gerade der Verzicht auf die lauten T\u00f6ne lassen die Figur Macbeths umso dramatischer erscheinen. <b>Karen Leiber<\/b>, die f\u00fcr die in der letzten Probenwoche erkrankte Ruth Staffa einsprang, spielt und singt eine ebenso schillernde wie einsame Lady Macbeth. Bei der Intensit\u00e4t und \u00dcberzeugungskraft, die sie verspr\u00fcht, mag man ihr einige technische Fehler verzeihen. Die etwas gepre\u00dft wirkende H\u00f6he wird durch eine schaurig-fahle Mittellage entsch\u00e4digt, die besonders in der Wahnsinnsszene <i>Una macchia \u00e8 qui tuttora <\/i>\u2013 <i>Dieser Flecken hier kommt immer wieder<\/i> beeindruckt. Auch die Nebenrollen waren mit hervorragenden S\u00e4ngern besetzt. <b>Jos\u00e9 Gallisos<\/b> begeistert mit einem vollt\u00f6nenden und beweglichen Ba\u00df und <b>Thorsten B\u00fcttners<\/b> Tenor verzaubert trotz einiger Schw\u00e4chen in der H\u00f6he mit der Arie <i>O figli, o figli miei \u2013 O meine S\u00f6hne<\/i>, die er sehr zur\u00fcckgenommen interpretiert. Neben Macbeth und Lady Macbeth spielt der Chor in Verdis Oper eine tragende Rolle \u2013 besonders der Frauenchor, der die Hexenszenen zu meistern hat. Dem Mainzer Chor in der Einstudierung von <b>Sebastian Hernandez-Laverny<\/b> gelang dies nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten sehr gut, mu\u00df er doch so unterschiedliche Charaktere vom Soldatenheer bis zum trauernden Volk darstellen.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Das sommerliche Blumenfeld, das doch so gar keine heitere Stimmung aufkommen lassen wollte, erzeugte erstaunlich intensive und dabei dramaturgisch geschickt einsetzbare Bilder. Auch wenn die Grill-Party etwas klamaukartig daher kam \u2013 sie pa\u00dfte dennoch zu Szene und Musik. Die S\u00e4nger wurden immer wieder mit Szenenapplaus belohnt und am Ende gab es lang anhaltenden Beifall f\u00fcr das gesamte Team.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Martina Pipprich<\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt: Heikki Kilpel\u00e4inen (Macbeth), Karen Leiber (Lady Macbeth)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. 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