{"id":4964,"date":"2013-05-22T10:30:09","date_gmt":"2013-05-22T09:30:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4964"},"modified":"2013-06-04T10:35:32","modified_gmt":"2013-06-04T09:35:32","slug":"ariadne-auf-naxos-stuttgart-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4964","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS &#8211; Stuttgart, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. Oktober 1916 Wien, Hofoper<\/p>\n<p>Regie Jossi Wieler\/Sergio Morabito, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Anna Viebrock<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Sch\u00f8nwandt, Staatsorchester Stuttgart<\/p>\n<p>Solisten: Andre Jung (Haushofmeister), Karl-Friedrich D\u00fcrr (Musiklehrer), Sophie Marilley (Komponist), Erin Caves (Tenor\/Bacchus), Ana Durlovski (Zerbinetta), Christiane Iven (Primadonna\/Ariadne), Andre Morsch (Harlekin), Heinz G\u00f6hrig (Scaramuccio), Roland Bracht (Truffaldino), Torsten Hofmann (Brighella), Yuko Kakuta (Najade), Lindsay Ammann (Dryade), Maria Koryagova (Echo), Ewandro Cruz-Stenzowski (Offizier), Daniel Kluge (Tanzmeister), Daehyun Ahn (Per\u00fcckenmacher), Adam Cioffari (Lakai)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Mai 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Stuttgart-Ariadne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4965\" alt=\"Stuttgart-Ariadne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Stuttgart-Ariadne.gif\" width=\"350\" height=\"259\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Sicherlich hat eine Hundertjahrfeier der <i>Ariadne<\/i>-Premiere an ihrem Urauff\u00fchrungsort einen gewissen Reiz, noch dazu, da\u00df man die Oper <i>Ariadne<\/i> mit vielen Details, die man Anhand alter Postkarten nachvollziehen kann, an ihrem Entstehungsort (kleines Haus des k\u00f6niglichen Hoftheaters) und in Kost\u00fcmen der Entstehungszeit (Jugendstil) ausgestattet hat. W\u00e4hrend 1912 <i>Ariadne<\/i> zusammen mit Molieres <i>Der B\u00fcrger als Edelmann<\/i> (in einer Bearbeitung von Hofmannsthal und Strau\u00df) gespielt wurde, spielt man hier das 1916 hinzugekommene Vorspiel als zweiten Teil. Obwohl die Entstehungsgeschichte erst hinterher zu erz\u00e4hlen doch einige chronologische Fragen aufwirft \u2013 zumal man die Handlung des Vorspiels in die heutige Zeit verlegt, funktioniert die Vorgeschichte als Parabel auf den heutigen Opernbetrieb und die Schlu\u00dfworte des Komponisten auf die Stellung der Oper.<\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die Oper(normalerweise der zweite Teil) erz\u00e4hlt die Geschichte der Ariadne wie sie von ihrem Verlobten Theseus auf Naxos zur\u00fcckgelassen wurde. In unendlicher Trauer \u00fcber ihr Schicksal ersehnt sie sich den Tod. Zerbinetta und ihre Truppe versuchen erfolglos, durch Tanz und Gesang Ariadne zu tr\u00f6sten und abzulenken. Als unerwartet der Gott Bacchus auf der Insel ankommt, h\u00e4lt Ariadne ihn zun\u00e4chst f\u00fcr den Todesboten und folgt ihm auf sein Schiff.<\/p>\n<p>Im Vorspiel (das hier ein Endspiel ist) erf\u00e4hrt das Publikum, da\u00df anl\u00e4\u00dflich eines rauschenden Festes eines reichen Wieners die neue Opera seria \u201eAriadne auf Naxos\u201c eines talentierten, jungen Komponisten uraufgef\u00fchrt werden soll. Zus\u00e4tzlich w\u00fcnscht der Gastgeber eine komische Tanzeinlage mit Gesang durch eine Commedia-dell\u2019arte-Truppe. Unerwartet wird die festgelegte Programmfolge umgesto\u00dfen, und der reiche Herr verlangt die Zusammenlegung von ernster Oper und Kom\u00f6die. Der Komponist f\u00fchlt sich in seiner k\u00fcnstlerischen Freiheit beschnitten, aber Zerbinetta, Star der Kom\u00f6dianten, kann ihn beschwichtigen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Der Ort der Handlung ist in diesem Fall dem \u2013 leider nicht mehr vorhandenen \u2013 Foyer des kleinen Hauses des k\u00f6niglichen Hoftheaters in Stuttgart nachempfunden. Auch die farbenfrohen Jugendstil-Kost\u00fcme \u2013 vor allem der Commedia-dell\u2019arte-Truppe \u2013 passen zur Entstehungszeit. F\u00fcr das sich anschlie\u00dfende Vorspiel verwandelt sich die B\u00fchne in einen heutigen Probenraum der Staatsoper, gef\u00fcllt mit Menschen in aktueller Alltagskleidung. Aus dem gro\u00dfen Panoramafenster f\u00e4llt der Blick auf den Verkehr auf der Konrad-Adenauer- Stra\u00dfe und die Staatsgalerie Stuttgart. Auf Kunststoffst\u00fchlen streiten sich alle Akteure mit dem Haushofmeister um ihre Rollen und um die Rolle der Kunst in der heutigen Gesellschaft.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Richard Strauss hat die Anspr\u00fcche hinsichtlich der Hauptrollen hier sehr hoch gesetzt. Das erkennt man deutlich an Zerbinettas Rondo-Arie <i>Gro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin<\/i> und <i>Kommt ein neuer Gott gegangen.<\/i> <b>Ana Durlovski<\/b> bekommt zwar Szenenapplaus, aber die schwierigen Koloraturen stemmt sie nur mit Kraft und wenig Gel\u00e4ufigkeit. Die Gel\u00e4ufigkeit k\u00f6nnte sich im Laufe der Zeit mit dieser Rolle einstellen. Ansonsten wei\u00df ihr schwerer Sopran mit einem klaren Klang zu \u00fcberzeugen. Da kann <b>Christiane Iven<\/b> als Ariadne mithalten, ihre Koloraturen gelingen genauer, obwohl sie etwas zur\u00fcckhaltender agiert und auch weniger Klangf\u00fclle verbreitet. \u00dcber ausreichend Sch\u00f6nklang wiederum verf\u00fcgt <b>Sophie Marilley.<\/b> Ihr glockenklarer und sehr gelenkiger Sopran bringt ihr viel Aufmerksamkeit als Komponist ein. Als ihr Musiklehrer erf\u00fcllt <b>Karl-Friedrich D\u00fcrr<\/b> unauff\u00e4llig alle Erwartungen, hingegen <b>Erin Caves<\/b> als Bacchus mit seinen <i>Circe-Rufen<\/i> alle \u201evon den Sitzen rei\u00dft\u201c. Mit viel Strahlglanz, Stehverm\u00f6gen und sauberer Gesangstechnik ist er ein echter Heldentenor. Unter den Nebenrollen ist vor allem <b>Andre Morsch<\/b> als Harlekin zu nennen, der das Ziel seines Sehnens und Bangens (Zerbinetta) ausdrucksstark umgarnt.<\/p>\n<p>Vater dieser erfolgreichen Produktion ist ohne Zweifel <b>Michael Sch\u00f8nwandt<\/b>, der das Staatsorchester Stuttgart erfolgreich zu einem Strauss-Orchester geformt hat \u2013 auch wenn die weichen harmonischen \u00dcberg\u00e4nge manchmal noch etwas eckig klingen. Daf\u00fcr bettet er die S\u00e4nger so harmonisch in den Strauss-Klangk\u00f6rper ein, da\u00df die Stimmen das Orchester \u00fcberstrahlen k\u00f6nnen und fast immer verst\u00e4ndlich sind.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Am Ende st\u00fcrmischer Applaus f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: A.T. Schaefer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christiane Iven (Primadonna\/Ariadne), Ana Durlovski (Zerbinetta), Andr\u00e9 Morsch (Harlekin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. 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