{"id":4947,"date":"2013-05-26T19:01:35","date_gmt":"2013-05-26T18:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4947"},"modified":"2013-05-27T19:06:16","modified_gmt":"2013-05-27T18:06:16","slug":"thomas-schwetzingen-schwetzinger-swr-festspiele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4947","title":{"rendered":"THOMAS &#8211; Schwetzingen, Schwetzinger SWR Festspiele"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"left\">Oper von Georg Friedrich Haas (*1953) Libretto: Klaus H\u00e4ndl, UA: 24. Mai 2013, Schwetzinger SWR Festspiele, Rokoko-Theater<\/p>\n<p align=\"left\">Regie: Elisabeth Gabriel, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Vinzenz Gertler, Video: Heta Multanen, Dramaturgie: Saskia Bladt<\/p>\n<p align=\"left\">Dirigent: Michel Galante, \u00a0Ensemble: Catalina Vicens, Olga Zheltikova, Estelle Costanzo, Luisa Marxen, Agnieszka Koprowska-Born, Viviane Chassot, Martin Malaun, Flavio Virzi, Wolfgang Sehringer, Andr\u00e9s Hernand\u00e9z Alba<br \/>\nSolisten: Otto Katzameier (Thomas), Wolfgang Newerla (Matthias), Kai Wessel (Michael), Daniel Gloger (Dr. D\u00fcrer), Michael Feyfar (Dominik), Raminta Babickaite (Schwester Agnes), Ruth Weber (Schwester Jasmin), Sarah Wegener (Frau Fink von der Bestattung)<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2013 (Premiere, Koproduktion Badisches Staatstheater Karlsruhe)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Schwetzingen-Thomas.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4948\" title=\"Schwetzingen-Thomas\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Schwetzingen-Thomas.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"133\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Schwetzingen-Thomas.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Schwetzingen-Thomas-300x114.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Matthias liegt im Sterben, nur sein rasselnder Atem ist noch zu h\u00f6ren. Thomas, sein Freund, tritt an sein Krankenbett. Gemeinsam mit dem Pfleger Michael benetzt er den ausgetrockneten Mund des Sterbenden. Als der Atem immer schwerer geht, verl\u00e4\u00dft Michael das Paar \u2013 Matthias stirbt. Sein Tod wird von Dr. D\u00fcrer und dessen Gehilfe Dominik best\u00e4tigt. Schwester Agnes, Schwester Jasmin und Thomas waschen den Leichnam und bedecken ihn mit einem Tuch. In der Nacht h\u00e4lt Thomas die Totenwache. Er spricht mit seinem Freund, bereut Vers\u00e4umnisse, gesteht auch, nicht an seine Rettung geglaubt zu haben. Nun begreift auch er: Matthias ist tot. Am Morgen betritt die resolute Frau Fink von der Bestattung das Zimmer. Sie kleidet Matthias an. Bei dem Versuch, Thomas zu tr\u00f6sten, kommt sie ihm zu nahe. Thomas schickt Frau Fink weg. Pl\u00f6tzlich beginnt Matthias zu sprechen. Thomas, der den Tod gerade akzeptiert hatte, weist ihn erschrocken ab. Doch Matthias\u2019 warme Hand \u00fcberzeugt ihn: Er lebt. Bei Michael bestellen sie eine Suppe und gemeinsam schl\u00fcrfen sie die k\u00f6stliche Minestrone.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die B\u00fchne teilt sich in zwei voneinander getrennte Bereiche. Zun\u00e4chst blickt das Publikum in ein steriles Krankenzimmer, ganz in wei\u00df get\u00fcncht und mit Lamellen-Vorh\u00e4ngen, die sich leicht hin- und her bewegen. Matthias liegt in einem Krankenhausbett und ist \u00fcber mehrere Kabel mit einem Monitor verbunden, auf dem sein Herzschlag angezeigt wird. Die technisch-kalte Atmosph\u00e4re wird noch durch die ganz in helle Graut\u00f6ne gef\u00e4rbten Kost\u00fcme verst\u00e4rkt. Mit dem Auftritt der beiden Schwestern wird der Blick auf einen langen Krankenhausgang in der Hinterb\u00fchne frei. Eine Glasscheibe trennt Zimmer und Gang. Diese Scheibe wird sp\u00e4ter noch als Spiegel dienen, in denen das Publikum sich selbst und die opulenten Logen des Schwetzinger Rokoko-Theaters wieder erkennen kann. Auch werden hier immer wieder Videos mit Nahaufnahmen von Matthias oder Verg\u00e4nglichkeitssymbolen, wie der von W\u00fcrmern zerfresse Apfel, projiziert. Die einzigen Farbtupfer auf der B\u00fchne sind das im knalligem Rot und Gr\u00fcn gehaltene Kost\u00fcm der Frau Fink und die hellgr\u00fcnen Suppensch\u00fcsseln, aus denen Matthias und Thomas am Ende der Oper ihre Suppe schl\u00fcrfen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Komponist Georg Friedrich Haas gestaltet nach seiner Oper <em>Bluthaus<\/em> 2011 nun schon zum zweiten Mal die Opernurauff\u00fchrung der Schwetzinger SWR Festspiele. F\u00fcr <em>Thomas<\/em> setzt er auf bew\u00e4hrtes Personal: Otto Katzameier, Daniel Gloger, Ruth Weber und Sarah Wegener stemmten schon vor zwei Jahren meisterhaft die schwierigen Haas\u2019schen Partien. Auch bei <em>Thomas<\/em> staunt man, wie exzellent sie die rhythmisch und klanglich extrem fragile Musik gestalten. Allen voran Otto Katzameier. Das Werk ist ganz auf ihn gerichtet, es zeigt, mit welcher Hilflosigkeit und Menschlichkeit der \u00fcberlebende Liebende der gesamten Sterbemaschinerie entgegensteht. Katzameier versteht es, auch den k\u00fcrzesten Dialogsplittern eine unglaubliche W\u00e4rme und Klangf\u00fclle abzugewinnen. Grandios auch Kai Wessel, der als Countertenor schon mal in die Tiefen der Baritonlage herabsteigen mu\u00df. Aberwitzige H\u00f6hen dagegen erklimmt Daniel Gloger als technokratischer Mediziner. Mit Sarah Wegener kommt Farbe, Erotik und Spannung auf die B\u00fchne. Und sie meistert diesen dramatisch-kom\u00f6diantischen Anspruch wunderbar. Ebenso konzentriert wirkt das Instrumental-Ensemble unter der Leitung von Michel Galante. Haas setzt ganz auf perkussive Elemente: Schlagwerk, Cembalo, Harfe, Zither, Mandoline, Gitarre und Akkordeon erf\u00fcllen den Raum mit einem seltsam nerv\u00f6sen Flirren. Die Instrumente sind jeweils unterschiedlich mikrotonal gestimmt, was einen scharfen und spannungsreichen Klang ergibt. Doch Michel Galante h\u00e4lt das fragile Zusammenspiel von Instrumental- und S\u00e4ngerensemble perfekt zusammen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Ein \u00e4u\u00dferst spannender Abend, der besonders von dem hervorragenden S\u00e4nger-Ensemble getragen wurde. Ebenso aufschlu\u00dfreich wie sch\u00f6n anzusehen war die Farb- und Lichtgestaltung der B\u00fchne, die sich ganz der Perspektive Thomas\u2018 widmete und seine Gef\u00fchle zum Ausdruck brachte. Ansonsten beschied sich die Regisseurin Elisabeth Gabriel leider mit der Bebilderung dessen, was Musik und Text sowieso schon sagen. Dennoch \u2013 es gab viel Applaus f\u00fcr das gesamte Team, besonders aber f\u00fcr Komponisten und Librettisten.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Wolfgang Runkel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. 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