{"id":4941,"date":"2013-05-01T18:55:34","date_gmt":"2013-05-01T17:55:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4941"},"modified":"2013-05-27T19:00:17","modified_gmt":"2013-05-27T18:00:17","slug":"simon-boccanegra-erfurt-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4941","title":{"rendered":"SIMON BOCCANEGRA &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodrama in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach einem Theaterst\u00fcck von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez, UA: 24. M\u00e4rz 1881 Mailand, Teatro alla Scala (zweite Fassung)<\/p>\n<p>Regie: Pamela Recinella, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Norman Heinrich<\/p>\n<p>Dirigent: Samuel B\u00e4chli, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Erfurt, Choreinstudierung: Andreas Ketelhut<\/p>\n<p>Solisten: Kartal Karagedik (Simon Boccanegra), Ilia Papandreou (Amelia Grimaldi), Vazgen Ghazaryan (Jacopo Fiesco), Richard Carlucci (Gabriele Adorno), Mate Solyom-Nagy (Paolo Albini), Dario S\u00fc\u00df (Pietro), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. April 2013 (Premiere, halbszenisch)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Erfurt-Boccanegra1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4944\" title=\"Erfurt-Boccanegra\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Erfurt-Boccanegra1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"196\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Erfurt-Boccanegra1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Erfurt-Boccanegra1-300x168.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Simon Boccanegra vom Volk zum Dogen von Genua gew\u00e4hlt wird, erf\u00e4hrt er, da\u00df seine Geliebte Maria, die Tochter des Patriziers Fiesco, gestorben ist. Ihre gemeinsame Tochter war vor langer Zeit entf\u00fchrt worden. Als Boccanegra im Namen Paolos, eines G\u00fcnstlings des Dogen, um die Hand von Amelia Grimaldi anh\u00e4lt, erkennt er, da\u00df sie seine Tochter ist. Amelia aber ist in Gabriele Adorno verliebt, der eine Verschw\u00f6rung gegen den Dogen plant. Als Adorno erf\u00e4hrt, da\u00df Boccanegra Amelias Vater ist, wechselt er die Seite und k\u00e4mpft gegen die Verschw\u00f6rer. Boccanegra vers\u00f6hnt er sich mit Fiesco und bringt ihn mit seiner Enkelin Amelia zusammen. Doch Paolo, einer der Mitverschw\u00f6rer, hat Boccanegra ein vergiftetes Getr\u00e4nk gegeben. Boccanegra segnet Adorno und Amalia als Paar und ernennt Adorno zum neuen Dogen. Doch der Gifttrank wirkt und er stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester stapelt sich vom Orchestergraben bis zum Portal. Die Spielfl\u00e4che dieser tiefstapelnd als semikonzertant angek\u00fcndigten Produktion, erstreckt sich nur auf einer schmalen Fl\u00e4che zwischen Rampe und Hinterb\u00fchne. Durch verschiedene Vorh\u00e4nge (auch halbdurchsichtig oder Spiegelwand) wird der schmale Raum zur Hinterb\u00fchne immer wieder abgetrennt, durch Beleuchtungseffekte entstehen immer neue Bilder. Hinzu kommen noch Trib\u00fcnen f\u00fcr den Thron des Dogen und die Parteien im Parlament. Durch die Verlagerung in die heutige Zeit werden durch die Kost\u00fcme Bez\u00fcge der Handlung zu den heutigen sozialen und politischen Gegebenheiten m\u00f6glich: Konservative (Nobili) tragen dunkle Anz\u00fcge, Linke (Plebejer) legere Anz\u00fcge, das Volk agiert im Chor im Arbeitskittel oder Stra\u00dfenkleidung, Carabinieri regeln die G\u00e4nge in Uniform und die Presse tritt mit Kamera auf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein sicherlich unverge\u00dfliches Ereignis f\u00fcr das Publikum ist der erste Auftritt des angehenden Ensemble-Mitgliedes<strong> Kartal Kragedik <\/strong>als Simon Boccanegra. Mit spielerischer Leichtigkeit meistert er alle Klippen dieser schwierigen Verdi-Partie. Verd.: <em>Beim Boccanegra sind Stimme und Temperament nicht genug. <\/em>\u00a0Kragedik verf\u00fcgt auch im tieferen Bereich \u00fcber gut fundierte Ressourcen, auch wenn er sich \u201enur\u201c als Bariton bezeichnet. Die Rolle des Fiesco gilt als fast genauso schwierig wie die Titelrolle. <strong>Vazgen Ghazaryan<\/strong> ist der volumenstarke Ba\u00df, um den b\u00f6sen Gegenspieler des Boccanegra mit entsprechenden Farben zu gestalten, auch wenn ihm ein wenig das d\u00e4monische Timbre abgeht. Beliebt beim Publikum ist der technisch brillante Sopran von <strong>Ilia Papandreou<\/strong> als Amelia mit ihrer sehr sicheren H\u00f6he und ihren glockenklar sch\u00f6nen Koloraturen. <strong>Richard Carlucci<\/strong> besitzt ein gro\u00dfvolumiger Tenor f\u00fcr das italienische Fach, arbeitet technisch gut in der Maske und kann die typischen gro\u00dfen Tonh\u00f6henspr\u00fcnge gut gestalten. Ein wenig mehr<strong> <\/strong>Strahlkraft w\u00e4re aber sch\u00f6n f\u00fcr den Liebhaber Gabriele Adorno. <strong>Mate Solyom-Nagy<\/strong>\u00a0 ist ein Spielbariton mit heldischem Glanz. Seine Erfahrung erlaubt ihm, auch die Tiefen der Rolle des Paolo Albini zu gestalten. <strong>Dario S\u00fc\u00df<\/strong>, der Haus-Ba\u00df, zeigt sich gut \u00a0in der Nebenrolle des Pietro. <strong>Samuel B\u00e4chli<\/strong> gelingt es Orchester, Chor und S\u00e4nger, auch unter Zeitdruck, zu einer Verdi-w\u00fcrdigen, beispielhaften Einheit\u00a0 zu verschmelzen. Bei ihm ist dieses selten gespielte Werk in den besten H\u00e4nden und macht den Erfolg der gespielten zweiten Fassung von 1881 nachvollziehbar.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nur etwa 2.000 Euro soll diese Produktion gekostet haben, deren Ausstattung im Wesentlichen aus anderen Produktionen \u00fcbernommen wurde. Auch die Probenzeit war zeitlich sehr beschr\u00e4nkt, und trotz (oder gerade wegen?) dieser Stre\u00dfsituation gelingt es Pamela Recinella, sich auf die reine Darstellung der Handlung zu konzentrieren. F\u00fcr Regieeinf\u00e4lle bleibt keine Zeit \u2013 aber dank solider und geschickter Personenf\u00fchrung vermi\u00dft das kaum jemand. Die Darsteller k\u00f6nnen sich auf die Darstellung ihrer Rollen konzentrieren und Kartal Karagedik gelingt es, die schwierige Titelrolle beispielhaft umzusetzen. Das Publikum feiert die Produktion ausgiebig. mehr wert sind, als viele der \u00fcblichen Produktionen an deutschen Opernh\u00e4usern.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Lutz Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ilia Papandreou (Amelia Grimaldi)<\/p>\n<p>strong<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. 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