{"id":4936,"date":"2013-05-13T19:21:16","date_gmt":"2013-05-13T18:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4936"},"modified":"2013-05-17T19:25:02","modified_gmt":"2013-05-17T18:25:02","slug":"rusalka-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4936","title":{"rendered":"RUSALKA &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Anton\u00edn Dvor\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in drei Akten, Libretto von Jaroslav Kvapil, in tschechischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 31. M\u00e4rz 1901, Prag, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Dieter Kaegi, Ausstattung: Francis O\u2018Connor<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg und Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Ekaterina Godovanets (Rusalka), Michael Putsch (Der Prinz), Nicolai Karnolsky (Der Wassermann), Roswitha Christina M\u00fcller (Die fremde F\u00fcrstin), Jordanka Milkova (Je\u017eibaba), Javid Samadov (Der F\u00f6rster), Judita Nagyov\u00e1 (Der K\u00fcchenjunge), Michaela Maria Mayer (Erste Waldnymphe), Christiane Marie Riedl (Zweite Waldnymphe), Joanna Limanska-Pajak (Dritte Waldnymphe), Philip Carmichael (Ein J\u00e4ger)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. Mai 2013 (Premiere,\u00a0 in tschechischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Nuernberg-Rusalka.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4937\" title=\"Nuernberg-Rusalka\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Nuernberg-Rusalka.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Nuernberg-Rusalka.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Nuernberg-Rusalka-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Nixe Rusalka erlangt mit Hilfe der Hexe Je\u017eibaba eine menschliche Gestalt, da sie sich in einen Prinzen verliebt hat. Der Preis daf\u00fcr ist jedoch ihre Stimme, dar\u00fcber hinaus kann sie nie wieder in das Unterwasserreich zur\u00fcckkehren, wenn sie des Prinzen Liebe nicht erringt. Der Prinz verliebt sich in sie, doch, da sie in der Schlo\u00dfgemeinschaft wie ein Fremdk\u00f6rper wirkt und mit der fremden F\u00fcrstin eine Nebenbuhlerin auf den Plan tritt, verst\u00f6\u00dft sie den Prinzen. Doch der Prinz bereut und sucht im Wald verzweifelt die Geliebte. Rusalka erl\u00f6st den Liebenden auf seine Bitte hin mit einem Todesku\u00df.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Vordergrund der B\u00fchne befindet sich ein rundes Wasserbecken mit einem rundum verlaufenden Holzsteg, das sich knietief mit Wasser fluten l\u00e4\u00dft, um dem Wassermann einen stimmigen wasserspritzenden Auftritt zu erm\u00f6glichen. Dahinter befindet sich ein rechteckiger Raum mit geschlossenen W\u00e4nden, dessen Zugang sich \u00f6ffnen und schlie\u00dfen l\u00e4\u00dft. An der Seitenb\u00fchne sieht man Buschgruppen, in denen Elfen und Nymphen lauern. Beleuchtungseffekte erm\u00f6glichen immer wieder neue Betonungen und stimmungsvolle und stimmige Stimmungsbilder. Genauso wie die phantasievollen Kost\u00fcme f\u00fcr den blauen Wassermann, die alle Rollen-Klischees erf\u00fcllende Hexe, eine hipp-bunt-barocke Hofgesellschaft und Ausgehuniform und Jagdanzug f\u00fcr den Prinzen, an ein Kaiser-Franz-Josef-Abziehbild erinnernd. Rusalka schwebt zun\u00e4chst im \u00fcberlangen blauflie\u00dfenden Kleid in einem Ringreifen herein, bevor sie sich nach ihrer Menschwerdung auf ihre tapsigen Beine stellt. Die Wassernixen werden als lebensgro\u00dfes Puppenspiel dargestellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Als gro\u00dfen Erfolg darf man den Auftritt von <strong>Ekaterina Godovanets<\/strong> als Rusalka werten. Ihre Gestaltung des <em>Lieds an den Mond<\/em> h\u00e4lt den Vergleich mit dem Internet-Video von Anna Netrebko stand \u2013 auch wenn ihre Koloraturen in den H\u00f6hen deren Brillanz nicht erreichen. Ihre Stimme gebietet \u00fcber eine beeindruckend gro\u00dfe Facette an Farben. <strong>Michael Putsch<\/strong> ist ein Tenor mit sicherlich sch\u00f6nem Stimmpotential, jedoch kann er dieses nicht abrufen, die Stimme klingt kehlig eng gef\u00fchrt und neigt im Forte zum Tremolieren. <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber die richtige, in der Tiefe sicher aufgestellte markige Ba\u00df-Stimme, um dem Wassermann einen abgr\u00fcndigen Charakter zu verleihen. <strong>Roswitha Christina M\u00fcller<\/strong> gestaltet mit ihrem weichen Mezzo die fremde F\u00fcrstin mehr als charmante M\u00e4rchenfigur anstelle einer verruchten Verf\u00fchrerin. <strong>Jordanka Milkova <\/strong>\u2013 auch ein Mezzo \u2013 hat hingegen eine anr\u00fcchige Verruchtheit, die die abgrundlose Boshaftigkeit der Knusperhexe Je\u017eibaba braucht. <strong>Javid Samadov<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber eine wundersch\u00f6n samtig klingende baritonale Mittellage, die aber auch f\u00fcr die tenoralen Ausfl\u00fcge in die h\u00f6heren Bereiche der Rolle des F\u00f6rsters taugt. <strong>Judita Nagyov\u00e1<\/strong> ist die kindlich naive Stimme f\u00fcr den K\u00fcchenjungen. <strong>Marcus Bosch<\/strong> sieht in diesem Werk weniger den Fin de si\u00e8cle der Sp\u00e4tromantik: er f\u00fchrt das Orchester und die Solisten eher verhalten durch die Partitur. Die Klangwolken bleiben ged\u00e4mmt, dramatische Entwicklungen k\u00f6nnen sich jedoch explosionsartig entwickeln und unterst\u00fctzen die Dramatik des Werkes. Fast k\u00f6nnte man von einem Soundtrack f\u00fcr einen M\u00e4rchenfilm sprechen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nur scheinbar h\u00e4lt man die Vorstellung f\u00fcr eine wortgetreue und farbenpr\u00e4chtige M\u00e4rchenoper im Stile der M\u00e4rchenfilme des tschechischen Fernsehens wie <em>Drei N\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del<\/em>. Der Abend ist ohne Einschr\u00e4nkung f\u00fcr Kinder geeignet, es gibt mittels einer Parallelgeschichte um ein Ballett-Liebespaar ein vers\u00f6hnliches Ende. Aber es f\u00e4llt auf, da\u00df diese Oper auch eine Komponente \u00fcber wahre Menschlichkeit und Naturverbundenheit (Umweltverschmutzung im Teich!) hat. Das Publikum ist erfreut und mit dem Abend rundum zufrieden.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Auftritt Rusalkas (Ekaterina Godovanets) <em>Lied an den Mond<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vordergrund der B\u00fchne befindet sich ein rundes Wasserbecken mit einem rundum verlaufenden Holzsteg, das sich knietief mit Wasser fluten l\u00e4\u00dft.<br \/>\nAls gro\u00dfen Erfolg darf man den Auftritt von Ekaterina Godovanets als Rusalka werten.<br \/>\nNicolai Karnolsky verf\u00fcgt \u00fcber die richtige, in der Tiefe sicher aufgestellte markige Ba\u00df-Stimme, um dem Wassermann einen abgr\u00fcndigen Charakter zu verleihen.<br \/>\nDas Publikum ist erfreut&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4936\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-4936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4936"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4938,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4936\/revisions\/4938"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}