{"id":4933,"date":"2013-05-07T14:15:40","date_gmt":"2013-05-07T13:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4933"},"modified":"2013-05-13T14:19:29","modified_gmt":"2013-05-13T13:19:29","slug":"cosi-fan-tutte-so-machen-es-alle-frauen-bremen-theater-am-goetheplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4933","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE \u2013 SO MACHEN ES ALLE FRAUEN  &#8211; Bremen, Theater am Goetheplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Commedia per musica in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. Januar 1790 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Laurant Ch\u00e9touane, B\u00fchne: Matthias Nebel\/Laurant Ch\u00e9touane, Kost\u00fcme: Sanna Dembowski, Dramaturgie: Sylvia Roth, Licht: Stefan Riccius<\/p>\n<p>Dirigent: Clemens Heil, Bremer Philharmoniker; Chor: Daniel Mayr<\/p>\n<p>Solisten: Nadine Lehner (Fiordiligi), Ulrike Mayer (Dorabella), Luis Olivares Sandoval (Ferrando), Martin Kronthaler (Guglielmo), Marysol Schalit (Despina), Christoph Heinrich (Don Alfonso)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Mai 2013 (Premiere )<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bremen-Cosi.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4934\" title=\"Bremen-Cosi\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bremen-Cosi.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bremen-Cosi.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bremen-Cosi-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Offiziere, Ferrando und Guglielmo, wetten mit dem Philosophen Don Alfonso um die Standhaftigkeit der Treue ihrer beiden Br\u00e4ute, Fiordiligi und Dorabella. Sie geben vor, in den Krieg ziehen zu m\u00fcssen. Daraufhin sind die beiden Frauen untr\u00f6stlich. Die Kammerzofe Despina meint, M\u00e4nner seien solcher Gef\u00fchle nicht wert und zieht mit Don Alfonso im Hintergrund die F\u00e4den. Die beiden Offiziere stellen sich als exotische Soldaten verkleidet den beiden Frauen vor und versuchen, die Braut des jeweils anderen zu verf\u00fchren. Sie setzen sich so \u00fcberzeugend ein, da\u00df beide Frauen ihren Widerstand nach und nach aufgeben und sind sogar zu einer Doppelhochzeit bereit. Als Despina als Notar verkleidet die Ehevertr\u00e4ge bringt, k\u00fcndigt Don Alfonso die R\u00fcckkehr der beiden Soldaten an. Fiordiligi und Dorabella gestehen ihre Untreue, und die M\u00e4nner decken das Verkleidungsspiel auf, Don Alfonso ruft zur Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Oper bot sich dem Publikum ein ungew\u00f6hnliches Bild, da der Orchesterboden\u00a0 hoch-gefahren war, die S\u00e4nger im Orchesterraum standen und die Bremer Philharmoniker ihre Pl\u00e4tze einnahmen. Die S\u00e4nger bewegten sich h\u00e4ufig in der N\u00e4he des Orchesters und im Zuschauerraum, den sie auch durch dessen T\u00fcren betraten. Sie standen auf Teilen einer zerhackten Balustrade, die vor dem Orchester auf der Erde lagen. F\u00fcnf riesige Ventilatoren nahm die Fl\u00e4che der B\u00fchne bis auf den Schlu\u00df ein. Es gab kein B\u00fchnenbild und nur wenige Requisiten, der Vorhang fiel beim Aufdecken der L\u00fcge herab.<\/p>\n<p>Die im Anzug auftretenden Offiziere traten danach nicht verkleidet auf. Ihre Gesichter blieben dreckverschmiert gut zu erkennen. Ihre Br\u00e4ute trugen aufwendige apricotfarbene Kleider, die sie im zweiten Akt mit Alltagskleidung austauschten. Zum Schlu\u00df erschienen sie tief verschleiert in Brautkleidern. Don Alfonso blieb im Rollkragenpullover. Despina \u2013 zun\u00e4chst im schwarzen Kleid \u2013 wurde mit wei\u00dfer Per\u00fccke und umgelegten T\u00fcchern zum Arzt. Ver\u00e4nderungen in der Kleidung wurden meist auf offener B\u00fchne vorgenommen.<\/p>\n<p>Mimik und Gestik der Mitwirkenden standen im Widerspruch zu den im Libretto beschriebenen Gef\u00fchlen. Vielfach schauten sich die S\u00e4nger regungslos an, lie\u00dfen ihren Blick wie entr\u00fcckt ins Publikum schweifen, die Bewegungen wirkten verlangsamt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Clemens Heil f\u00fchrte die Bremer Philharmoniker mit rhythmischer Pr\u00e4zision. Er interpretierte die jeweiligen Rezitative auf dem Hammerfl\u00fcgel flexibel und dynamisch bis hin zu einem kaum noch wahrnehmbaren pianissimo. Den Instrumentengruppen im Orchester gelangen ein schmelzender, warmer Klang sowie eine feine dynamische Abstimmung.<\/p>\n<p>Aus den vielf\u00e4ltig vorhandenen Ensembles beeindruckte gleich das erste Terzett <em>La mia dorabella \u2013 meine Dorabella ist dazu nicht f\u00e4hig<\/em> zwischen <strong>Luis Olivares Sandoval<\/strong> (Ferrando) und <strong>Martin Kronthaler<\/strong> (Guglielmo) und dem unbeeinflu\u00dfbaren <strong>Christoph Heinrich<\/strong> (Don Alfonso) durch den \u00fcbereinstimmenden Klang. Ebenso war das Terzett <em>Soave sia il<\/em> <em>vento \u2013 sanft wehe der Wind <\/em>zwischen Don Alfonso und den beiden Sopranistinnen <strong>Ulrike Mayer<\/strong> (Dorabella) und <strong>Nadine Lehner<\/strong> (Fiordiligi) ein H\u00f6rgenu\u00df, und vermittelte gut die Wehmut, mit der sie ihre Geliebten auf dem Schiff fahren lassen mu\u00dften.<\/p>\n<p><strong>Christoph Heinrich<\/strong> (Don Alfonso) sang mit klangsch\u00f6nem Bariton, allerdings mangelte es ihm etwas an dem zu seiner Rolle geh\u00f6renden Zynismus und hintergr\u00fcndiger Schadenfreude. <strong>Marysol Schalit<\/strong> (Despina) war stimmlich gut pr\u00e4sent und als einzige ein wenig witzig, aber als Mitwirkende in Alfonsos Pl\u00e4nen zu wenig skrupellos. <strong>Ulrike Mayer<\/strong> (Dorabella) gab ihr Deb\u00fct im Bremer Ensemble. Nicht nur in der ein wenig verschmitzt wirkenden Arie <em>il coro vi dono \u2013 mein Herz schenk ich euch<\/em>, in der sie<em> <\/em>als erste der beiden Schwestern dem Dr\u00e4ngen ihres Verf\u00fchrers erlag, umschmeichelte sie auch das Publikum mit \u00a0ihrem wunderbaren Sopran; gleichzeitig war sie f\u00fcr die wieder hervorragend singende <strong>Nadine Lehner<\/strong> (Fiordiligi) eine musikalisch souver\u00e4ne und gleichwertige Leidensgenossin.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die von Szenenapplaus begleitete Auff\u00fchrung endete mit langanhaltendem Beifall f\u00fcr die gelungene musikalische Umsetzung der Oper. Der Regisseur erntete ein vielfaches Buh zu seiner aussageschwachen Inszenierung. Das von Mozart und Da Ponte entwickelte gef\u00e4hrliches Spiel um Vertrauen und Verrat, das kom\u00f6diantisch verpackte Ernste oder das Schweben zwischen Schein und Wirklichkeit \u2013 all das lie\u00df sich Laurant Ch\u00e9touane in seiner ersten Opern-inszenierung entgehen.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hinten: Nadine Lehner (Fiordiligi) \u2013 Vorne: Martin Kronthaler (Guglielmo), Ulrike Mayer (Dorabella)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. 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