{"id":493,"date":"2009-01-23T12:02:00","date_gmt":"2009-01-23T10:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=493"},"modified":"2009-01-23T12:05:19","modified_gmt":"2009-01-23T10:05:19","slug":"wuppertal-opernhaus-das-marchen-von-fanferlieschen-schonefusschen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=493","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; DAS M\u00c4RCHEN VON FANFERLIESCHEN SCH\u00d6NEF\u00dcSSCHEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Kurt Schwertsik (*1935), M\u00e4rchenoper in 10 Szenen, Libretto: Karin und Thomas K\u00f6rner nach dem gleichnamigen M\u00e4rchen von Clemens Brentano; UA: 24. November 1983, Kammertheater Stuttgart.<br \/>\nRegie: Aurelia Eggers, B\u00fchnenbild: Andreas Wilkens, Kost\u00fcme: Veronika Lindner;<br \/>\nDirigent: Hilary Griffiths; Sinfonieorchester Wuppertal, Chor und Statisterie der Wuppertaler B\u00fchnen,<br \/>\nChoreinstudierung: Jaume Miranda.<br \/>\nSolisten: Norbert W. Conrads (Laudamus\/Kommtzeitkommtrat), Raimund Fischer (Jerum), Miriam Scholz (W\u00fcrgipumpa), Joslyn Rechter (Fanferlieschen Sch\u00f6nef\u00fc\u00dfchen), Banu B\u00f6ke (Fr\u00e4ulein von Ziegesaar), Thomas Schobert (Pumpilirio Holzebocke), Olaf Haye (Herr Neunt\u00f6ter), Michaela Mehring (Fr\u00e4ulein Neunt\u00f6ter), Miljan Milovic (1. Leibw\u00e4chter), Jin Seok Lee (2. Leibw\u00e4chter), Javier Zapata Vera (Alter Mann)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 18. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wuppertal-das-schonefuesche.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/wuppertal-das-schonefuesche.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wuppertal-das-schonefuesche.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/wuppertal-das-schonefuesche.jpg\" \/><\/a>Es geht kurzweilig zu im Land Skandalia: Jerum putscht gegen seinen Vater, K\u00f6nig Laudamus, der dabei verstirbt. Die gute Hexe Fanferlieschen Sch\u00f6nef\u00fc\u00dfchen m\u00f6chte \u00fcber ihre zur Frau verwandelte Lieblingziege positiven Einflu\u00df auf den neuen, b\u00f6sartigen Herrscher nehmen. Doch dieser erkennt die List, Fr\u00e4ulein Ziegesaar wird eingemauert. Doch dank heimlicher Versorgung \u00fcberlebt sie und schenkt einem Sohn, Kommtzeitkommtrat, das Leben.<br \/>\nErwachsen kann dieser aus dem Verlies fliehen und wird Berater von Jerum, der seiner noch b\u00f6sartigeren Frau, W\u00fcrgipumpa, \u00fcberdr\u00fcssig ist. Diese kann jedoch Fanferlieschen durch eine List erblinden und entf\u00fchren lassen. Kommtzeitkommtrat begibt sich mit Fr\u00e4ulein Neunt\u00f6ter auf die Suche nach einem Gegengift. Nach ihrer R\u00fcckkehr t\u00f6tet Jerum W\u00fcrgipumpa und ihre Verb\u00fcndeten. Fanferlieschen gewinnt die Sehkraft zur\u00fcck, Fr\u00e4ulein Ziegesaar wird befreit. Jerum m\u00f6chte mit ihr zusammen als B\u00fc\u00dfer leben und gibt die Krone an Kommtzeitkommtrat weiter, der nun mit Fr\u00e4ulein Neunt\u00f6ter Skandalia regiert.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nVor der Auff\u00fchrung ist der Vorhang bereits ge\u00f6ffnet. In der Mitte der B\u00fchne ist parallel zum Orchestergraben eine Trennwand eingezogen, die durch den ganzen B\u00fchnenraum verl\u00e4uft. Daran ein aufgeschnittenes Haus. Auf der Trennwand in dicken Lettern: <em>Wohlstand f\u00fcr Alle<\/em>. Mit Beginn der Oper verschwindet die Trennwand und schafft so Platz in der Tiefe. Hier kann mit einem Aufzug zwischen drei Handlungsorten gewechselt werden: Dem K\u00f6nigssaal, den Zimmern des Volkes und dem Keller von Pumpilirio Holzebocke, wobei die beiden ersten Orte auch parallel \u00fcbereinander laufen k\u00f6nnen. Der K\u00f6nigssaal ist ein simpler viereckiger Raum, blau tapeziert, gemustert mit lauter goldgelben Insekten. Die beiden darunter liegenden Zimmer des einfachen Volkes sind ausgestattet wie Wohnungen dem Klischee nach in Deutschland in den 60er Jahren ausgesehen haben: einfachste Einrichtungsgegenst\u00e4nde und eine Bl\u00fcmchentapete. Der andere Raum wirkt wie ein Verlie\u00df; ein verkerkertes Fenster und ein unregelm\u00e4\u00dfiger Anstrich in dunklen Farbt\u00f6nen. Auch weitere mobile Gegenst\u00e4nde, die im Laufe der Oper auftreten, wie z.B. der K\u00e4fer von Jerum und seinen Gef\u00e4hrten in gr\u00fcn mit aufgemalten Blumen. Die Sonnenschirme und das Podest des K\u00f6nigs am Opernanfang erinnern an diese Zeitspanne. Der Keller ist dunkel gehalten, hier stehen nur einige Treppen, die in die Leere f\u00fchren. Treppen sind auch an den Au\u00dfenseiten der Hauswand, \u00fcber diese sind die verschiedenen Ebenen zu erreichen, falls mehrere parallel bespielt werden. Die Beleuchtung pa\u00dft sich dem jeweiligen Klima gut an. Die bunten und eigenwilligen Kost\u00fcme entsprechen der kurzweiligen Geschichte.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung des zuk\u00fcnftigen Chef-Dirigenten <strong>Hilary Griffiths<\/strong> wei\u00df zu \u00fcberzeugen: Die facettenreiche Musik mit jazzigen Stellen, Concerto grosso, Foxtrott und weiteren Stilen wird nuancenreich dargestellt. Jedoch wird an vielen Stellen, auch aufgrund des Schlagzeuges, schlicht zu laut gespielt. Nahezu alle S\u00e4nger haben so Probleme, dem Publikum \u00fcberhaupt ihren Text verst\u00e4ndlich zu machen und k\u00f6nnen sich daher stimmlich leider nicht profilieren. Auch schluckt die Trennwand viel Akustik bei Szenen, die in dem hinteren Teil der B\u00fchne spielen. Wer sich nicht vorher \u00fcber die Geschichte informiert hat, ist schnell auf verlorenem Posten. Lediglich <strong>Banu B\u00f6ke <\/strong>(Fr\u00e4ulein von Ziegesaar), kann \u00fcber die gesamte Zeit mit ihrem klaren Sopran \u00fcberzeugen, dagegen lassen vor allem <strong>Joslyn Rechter<\/strong> (Fanferlieschen Sch\u00f6nef\u00fc\u00dfchen), und <strong>Raimund Fischer<\/strong> (Jerum), \u00fcber weite Strecken stimmliche Durchschlagskraft vermissen. Schauspielerisch liefert das gesamte Ensemble jedoch eine gelungene Vorstellung ab, aus der<strong> Thomas Schoberts<\/strong> Interpretation des b\u00f6sartigen Pumpilirio Holzebocke noch einmal herausragt. Auch der <strong>Chor<\/strong> zeigt musikalisch und schauspielerisch eine gute Leistung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWer einem kurzweiligen Abend nicht abgeneigt ist und sich vorher die Grundz\u00fcge des Inhaltes zu Gem\u00fcte gef\u00fchrt hat, wird auf seine Kosten kommen. Vielleicht gelingt es ja auch beim n\u00e4chsten Mal, da\u00df die S\u00e4nger nicht gegen das Orchester k\u00e4mpfen m\u00fcssen, etwas, was auch vom Publikum als st\u00f6rend empfunden wurde.<br \/>\nM. Wasem<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Zuerst muss Norbert W. Conrads (Kommtzeitkommtrat) die Widersacher in die Flucht schlagen,<br \/>\nbevor er Joslyn Rechter (Fanferlieschen Sch\u00f6nef\u00fc\u00dfchen) die Sehkraft zur\u00fcck geben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Schwertsik (*1935), M\u00e4rchenoper in 10 Szenen, Libretto: Karin und Thomas K\u00f6rner nach dem gleichnamigen M\u00e4rchen von Clemens Brentano; UA: 24. November 1983, Kammertheater Stuttgart. 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