{"id":491,"date":"2009-01-22T17:37:01","date_gmt":"2009-01-22T15:37:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=491"},"modified":"2009-01-22T17:41:52","modified_gmt":"2009-01-22T15:41:52","slug":"berlin-deutsche-oper-die-agyptische-helena","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=491","title":{"rendered":"Berlin, Deutsche Oper  &#8211; DIE \u00c4GYPTISCHE HELENA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864 \u2013 1949), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Text von Hugo von Hofmannsthal<br \/>\nUA: 1928 Dresden; (Berliner Fassung: Marco Arturo Marelli auf Grundlage der Dresdner (1928)  und Wiener (1933) Fassungen<br \/>\nRegie und B\u00fchnenbild: Marco Arturo Marelli, Kost\u00fcme: Dagmar Niefind, Dramaturgie: Andreas K. W. Meyer<br \/>\nDirigent: Andrew Litton, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Chor der Deutschen Oper Berlin, Einstudierung: William Spaulding<br \/>\nSolisten: Ricarda Merbeth (Helena), Robert Chafin (Menelas), Laura Aikin (Aithra), Sofia Kemstac (Hermione), Morten Frank Larsen (Altair), Burkhard Ulrich (Da-ud), Jaquelyn Wagner (erste Dienerin), Stephanie Weiss (zweite Dienerin), Erica Miller (erste Elfe), Julia Benzinger (zweite Elfe), Nicole Piccolomini (dritte Elfe), Ewa Wolak (die alles-wissende Muschel)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 19. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dt-oper-aegyptische-helena.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/dt-oper-aegyptische-helena.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dt-oper-aegyptische-helena.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/dt-oper-aegyptische-helena.jpg\" \/><\/a>Der Trojanische Krieg ist zu Ende. Helena, deren Entf\u00fchrung durch Paris den Grund f\u00fcr diesen viele Jahre w\u00e4hrenden Konflikt geliefert hatte, ist nun wieder mit ihrem rechtm\u00e4\u00dfigen Gemahl Menelas zusammen, dem es nicht gelingt, das hinter ihm liegende, von Kampf und Betrug erf\u00fcllte Jahrzehnt zu vergessen. Als er sich daran macht, Helena im Schlaf zu t\u00f6ten, schaltet sich die Zauberin Aithra ein: Sie trennt die beiden, gibt ihnen zwei Tr\u00e4nke \u2013 einen des Vergessens und einen des Erinnerns \u2013 und suggeriert Menelas, seine Gattin sei ihm nie untreu gewesen. Sie habe von den G\u00f6ttern entr\u00fcckt viele Jahre am Fu\u00dfe des Atlas geschlafen, w\u00e4hrend Menelas ein Trugbild vorgegaukelt habe, Helena sei in Troja gewesen. Doch vermag Menelas noch immer nicht, sein Mi\u00dftrauen zu \u00fcberwinden. Erst nachdem er mit seiner Gattin in einem m\u00e4rchenhaften orientalischen Reich Abenteuer erlebt, die die blutigen Ereignisse des Krieges noch einmal zu Bewu\u00dftsein kommen lassen, vermag er, diese beide Helenas \u00fcberein zu bringen und mit seiner Frau Frieden zu schlie\u00dfen.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nStrauss\u2019 \u00c4gyptische Helena ist ein ungeheuer schwer zu inszenierendes St\u00fcck, das zugleich wie kaum ein anderes der kundigen Um- und \u00dcbersetzung durch einen Regisseur bedarf. Wahrscheinlich ist das auch der Grund daf\u00fcr, warum sich dieses Werk nie so wie der Rosenkavalier oder Ariadne auf Naxos im Repertoire etablieren konnte. Die Handlung schwebt zwischen gro\u00dfer Ernsthaftigkeit und Ironie, sie verlangt viele und schnelle Wechsel der Schaupl\u00e4tze, und \u2013 das d\u00fcrfte das gr\u00f6\u00dfte Problem darstellen \u2013 sie ist nicht ohne weiteres einem bestimmten Genre zuzuordnen. Vielleicht k\u00f6nnte man sie am ehesten mit einer Zauberoper wie Mozarts Zauberfl\u00f6te vergleichen, denn an vielen Stellen eignet diesem Werk etwas magisch Unwirkliches.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAll diese Facetten und Umschl\u00e4ge der Handlung vom Ersten ins Heitere und umgekehrt kommen in der Inszenierung<strong> Marco Arturo Marellis<\/strong> hervorragend, sogar musterg\u00fcltig zum Tragen. Die Personenregie, die zum gro\u00dfen Teil im Stile der Jahrhundertwende gehaltene B\u00fchnenbild, das nahezu permanent in Bewegung befindlich ist \u2013 all dies schafft genau die Wirkungen, die zum Verst\u00e4ndnis der oftmals subtilen psychologischen Vorg\u00e4nge in dieser Oper notwendig sind.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas Ensemble der S\u00e4nger ist seiner Aufgabe voll gewachsen, s\u00e4ngerisch wie darstellerisch. Es f\u00e4llt schwer, aus der gelungenen Gesamtleistung einzelne herauszugreifen. Sowohl <strong>Laura Aikin<\/strong> (Aithra) als auch <strong>Ricarda Merbeth<\/strong> (Helena), die sicherlich die schwersten Aufgaben zu bew\u00e4ltigen haben, gaben ihre Partien mit Bravour. Die exorbitant tiefe Stimmlage der Muschel meisterte <strong>Ewa Wolak<\/strong> (die alles-wissende Muschel) ohne erkennbare Schwierigkeiten. <strong>Robert Chafin<\/strong> gab mit seinem zwischen Komik und Verzweiflung changierenden, eckigen Spiel einen \u00fcberzeugenden Menelas, der stimmlich allerdings an seine Grenzen stie\u00df, woran allerdings auch die \u00fcber weite Strecken sehr kompakte Instrumentation der Partitur mit schuld sein d\u00fcrfte, die eigentlich nur noch das Timbre hoher Frauenstimmen durch das orchestrale Gewebe dringen l\u00e4\u00dft. Der <strong>Dirigent<\/strong> des Abends, <strong>Andrew Litton<\/strong>, gab sich erkennbar alle M\u00fche, das riesige <strong>Orchester<\/strong> zu b\u00e4ndigen, was mit wenigen Ausnahmen auch gelang. Strauss hat deutlich erkennbar sein Werk vom Orchester ausgehend konzipiert und so ein F\u00fcllhorn motivisch-thematischer und instrumentatorischer Finessen geschaffen, das an diesem Abend \u00fcber dem dankbaren Publikum ausgesch\u00fcttet wurde.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer einhellig begeisterte, tosende Beifall, den Regisseur und Kost\u00fcmbildnerin am Ende des Abends erhielten, ist an sich schon bemerkenswert genug und belegt, da\u00df das Publikum diese fachkundige und handwerklich gediegene Umsetzung wohl zu sch\u00e4tzen wei\u00df. Es d\u00fcrfte sich kurz gesagt um eine der Produktionen mit dem gr\u00f6\u00dften Erfolgspotential handeln, die die Deutsche Oper derzeit im Spielplan hat.<br \/>\nEine kongeniale szenische Umsetzung dieser musikdramatischen Rarit\u00e4t, ein gutes bis sehr gutes S\u00e4ngerensemble und Orchester, ein ebenso unterhaltsamer wie ergreifender Abend \u2013 was will man mehr?<br \/>\nDr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Marcus Lieberenz<br \/>\nDas Bild zeigt Ricarda Merbeth als Helena und Robert Chafin als Menelas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864 \u2013 1949), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Text von Hugo von Hofmannsthal UA: 1928 Dresden; (Berliner Fassung: Marco Arturo Marelli auf Grundlage der Dresdner (1928) und Wiener (1933) Fassungen Regie und B\u00fchnenbild: Marco Arturo Marelli, Kost\u00fcme: Dagmar<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=491\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,1],"tags":[],"class_list":["post-491","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berlin-deutsche-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=491"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/491\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}