{"id":4898,"date":"2013-05-11T16:50:03","date_gmt":"2013-05-11T15:50:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4898"},"modified":"2013-05-12T15:59:47","modified_gmt":"2013-05-12T14:59:47","slug":"il-trittico-das-triptychon-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4898","title":{"rendered":"IL TRITTICO \u2013 DAS TRIPTYCHON &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>Il Tabarro \u2013 Der Mantel, Suor (Schwester) Angelica, Gianni Schicchi<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), drei Einakter, Libretto <strong><em>Der Mantel:<\/em><\/strong> Giuseppe Adami nach dem Schauspiel <em>La Houppelande<\/em> (1910) von Didier Gold, Libretti: <strong><em>Suor Angelica<\/em><\/strong><em> <\/em>und<em> <strong>Gianni Schicchi:<\/strong> <\/em>Giovacchino Forzano, <em>Gianni Schicchi<\/em> nach <em>Inferno<\/em> (<em>G\u00f6ttlichen Kom\u00f6die) <\/em>\u00a0von Dante Alighieri.<\/p>\n<p>Regie: Sabine Hartmannshenn (<em>IL Tabarrao<\/em>), \u00a0Eva-Maria H\u00f6ckmayr (<em>Suor Angelica<\/em>), Gabriele Rech (<em>Gianni Schicchi<\/em>), B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme Susana Mendoza\/Julia R\u00f6sler\/Sandra Meurer, Licht: Nicol Hungsberg, Dramaturgie: Michael Di\u00dfmeier<\/p>\n<p>Dirigent: Will Humburg, G\u00fcrzenich-Orchester, Chor der Oper, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<\/p>\n<p><strong><em>Der Mantel<\/em><\/strong>: Scott Hendricks (Michele), Asmik Grigorian (Giorgetta), H\u00e9ctor Sandoval (Luigi),\u00a0 Dalia Schaechter (Frugola) u.a.<\/p>\n<p><strong><em>Schwester Angelica: <\/em><\/strong>Jacquelyn Wagner (Schwester Angelica), Dalia Schaechter (Die F\u00fcrstin) u.a.<\/p>\n<p><strong><em>Gianni Schicchi: <\/em><\/strong>Scott Hendricks (Gianni Schicchi), Gloria Rehm (Lauretta), Dalia Schaechter (Zita), Jeongki Cho (Rinuccio) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Mai 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Il Tabarro \u2013 Der Mantel<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Paris Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Schiff auf der Seine wird entladen. Der Kapit\u00e4n beaufsichtigt die Arbeit. Er ist niedergeschlagen, da er bemerkt, da\u00df seine Frau Giorgetta ihn nicht mehr liebt. Er wird am Abend gewahr, da\u00df Luigi, einer seiner Matrosen, ein Verh\u00e4ltnis mit seiner Frau hat. In der Annahme, er schliefe, treffen sich die beiden des Nachts auf dem Schiff. Doch Michele lauert Luigi auf und ersticht ihn. Sodann zeigt er den Leichnam Giorgetta.<\/p>\n<p><strong><em>Suor (Schwester) Angelica<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In einem Frauenkloster im 17. Jahrhundert. Angelica hatte ein uneheliches Kind bekommen und war aus S\u00fchne und auch auf Anordnung ihrer Familie Nonne geworden. Sehns\u00fcchtig wartet sie auf eine Nachricht von ihren Sohn. Nach sieben Jahren erscheint ihre Tante im Kloster und fordert von ihr, Schriftst\u00fccke wegen des Aufteilens des Familienbesitzes zu unterschreiben. Sie erf\u00e4hrt, da\u00df ihr Sohn an einer schweren Krankheit gestorben ist. Auf den Tod traurig, trinkt sie Gift. Kurz vor ihrem Tod erkennt sie die S\u00fcnde des Selbstmords. Sie fleht die Madonna an, die das Wunder vollbringt, ihr ihren Sohn zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong><em>Gianni Schicchi<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Florenz im Jahr 1299. Im Haus von Buoso Donati sitzen die Verwandten trauernd um den Toten. Man munkelt, da\u00df Buoso seine reiche Erbschaft dem Kloster hinterlassen habe. Als sie das Testament finden, best\u00e4tigt sich die schlimme Ahnung. Sie sinnen auf einen Ausweg und holen Gianni Schicchi, der ihnen helfen soll. Nach einigem Nachdenken legt sich Schicchi anstelle des Toten ins Bett. Ein Notar wird herbeigerufen, dem der falsche Buoso ein Testament zugunsten Schicchis diktiert. Die Verwandten sind w\u00fctend, werden nun aber von Gianni Schicchi aus seinem neu ererbten Haus hinausgeschworfen. Sein Tochter Laurette kann nun mit der neuerworbenen Mitgift ihren Rinuccio heiraten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Tabarro1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4901\" title=\"K\u00f6ln-Tabarro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Tabarro1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Tabarro1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Tabarro1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Bei <strong><em>Il Tabarro<\/em><\/strong> ist die B\u00fchne in zwei Ebenen unterteilt. Die obere stellt das Oberdeck des Seine-Schiffs dar, mit zwei T\u00fcren rechts und links. Vom Wasser der Seine ist nichts zu sehen. In der Mitte des Oberdecks gibt es eine T\u00fcr. Dahinter wird eine Treppe sichtbar, die in die unteren Kabinen hinabf\u00fchrt. Auf dieser Treppe schleppen die Matrosen schwere S\u00e4cke herauf und bringen sie ans Land. Der hintere Teil der B\u00fchne wird von einem wei\u00df-nebeligen Himmel abgeschlossen.<\/p>\n<p>Giorgetta ist in ein blau-rot gebl\u00fcmtes, halblanges Kleid mit kleinen Puff\u00e4rmeln gekleidet, die F\u00fc\u00dfe stecken in roten Schuhen mit erh\u00f6htem Absatz. Der Anzug von Michele ist schwarz. Luigi tr\u00e4gt Blue-Jeans und ein blau gekringeltes Hemd. Die Kleidung der \u00fcbrigen Personen ist \u00e4rmlich und durchweg bunt. Am Anfang ist Michele in einen \u00fcbergro\u00dfen schwarzen Mantel geh\u00fcllt. Am Ende wird der tote Luigi mit diesem Mantel zugedeckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-S-angelica1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4918\" title=\"K\u00f6ln-S-angelica\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-S-angelica1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-S-angelica1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-S-angelica1-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Bei <strong><em>Suor Angelica<\/em><\/strong> gibt es drei Ebenen. Die untere stellt wohl die Strafkammer der Nonnen dar. Die dort sich aufhaltenden Nonnen zeigen sich in rotem Ordenskleid mit halblangem Rock und St\u00f6ckelschuhen. \u00a0Auf der obersten Ebene versammeln sich die Nonnen wohl vor dem Eingang zur Kirche, die aber nicht gezeigt wird. Auf der mittleren Ebene spielt sich die Handlung ab. Hier laufen nacheinander ein Kind, wei\u00dfgekleidet mit schwarzen St\u00fcmpfen, eine Schwangere in rotem kurzem Rock etc. und auch Nonnen mit rotem Talar vor\u00fcber. Die F\u00fcrstin (Angelicas Tante) ist in ein blaues Kleid mit wei\u00dfem, rundem Kragen gekleidet. Die Nonnen tragen ihr schwarzes Ordenskleid wie auch Angelica, diese tr\u00e4gt jedoch keinen Kopfschleier. Die \u00c4btissin zeigt sich mit langem, kostbarem Talar und hochaufragendem Strahlenkranz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An einem langen, wei\u00dfgedeckten Tisch sitzen die Personen der Handlung bei <strong><em>Gianni Schicchi<\/em><\/strong>. In der Mitte der noch nicht tote Erblasser, der aber sogleich nach Opernbeginn stirbt und ins Bett auf der <a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Gianni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4903\" title=\"K\u00f6ln-Gianni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Gianni.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Gianni.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/K\u00f6ln-Gianni-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>linken B\u00fchnenseite verfrachtet wird. Die Gesellschaft ist bunt und auch \u00e4rmlich gekleidet. Sp\u00e4ter erscheint Lauretta in engem dunklen Lederkleid mit ledernen Halbstiefeln. Ihr Vater Gianni Schicchi tr\u00e4gt einen Anzug mit gro\u00dfen Karos, vielleicht ein Hugo Boss? Zum Opernende liegt Gianni in wei\u00dfem Hemd im Bett.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Will Humburg<\/strong> leitet umsichtig das rhythmisch und dynamisch gut aufgelegte G\u00fcrzenichorchester. Auch gelingt es dem Dirigenten, die ruhigen und heftigen Kontraste gut gegeneinander abzusetzen, ohne dabei die S\u00e4nger zu \u00fcbert\u00f6nen.<\/p>\n<p>In <strong><em>Il Tabarro<\/em><\/strong> kann <strong>Asmik Grigorian<\/strong> (Giorgetta) mit ihrem lyrischen Sopran die Partie der braven Ehefrau wie der leidenschaftlichen Geliebten darstellen, was ihr besonders in den Duetten gelingt. Darin steht ihr <strong>H\u00e9ctor Sandoval<\/strong> (Luigi) kaum nach. <strong>Scott Hendricks<\/strong> (Michele) Ba\u00dfstimme ist sehr flexibel: Seine Trauer um die verlorene Liebe von Giorgetta und seine wilde Eifersucht meistert er mit gro\u00dfer Bravour.<\/p>\n<p>Die beiden Hauptfiguren von <strong><em>Suor Angelica,<\/em><\/strong> als F\u00fcrstin <strong>Dalia Schaechter, <\/strong>als Schwester Angelica <strong>Jacquelyn Wagner,<\/strong> zeigen sowohl in Gesang und Darstellung eine gro\u00dfe Leistung, die vom Publikum auch mit Recht gew\u00fcrdigt wird.<\/p>\n<p>Bei <strong><em>Gianni Schicchi<\/em><\/strong> sind besonders <strong>Scott Hendricks<\/strong> (Gianni Schicchi) und <strong>Jeongki Cho<\/strong> als liebender Rinuccio hervorzuheben. <strong>Gloria Rehm<\/strong> als Schicchis anh\u00e4ngliche Tochter Lauretta zeigt in ihrer Arie <em>O mio babbino caro \u2013 o mein liebes Papachen<\/em> (reinste Puccinische Lyrik) jenen reizenden Schmelz, der hierbei so n\u00f6tig ist. Ihr klangsch\u00f6ner Sopran l\u00e4\u00dft das hohe zweigestrichene \u201eA\u201c blendend erstrahlen, aber in ihrer Mittellage verschwindet die Stimme fast im Orchester. Doch die geforderte Naivit\u00e4t dieser Arie (Puccini schreibt <em>Andante ingenuo \u2013 naiv<\/em>) trifft Gloria Rehm jedenfalls musikalisch ungemein genau!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Man bemerkt regiehandwerkliches K\u00f6nnen! Doch warum wird Luigi von Giorgetta statt \u2013 wie vorgeschrieben \u2013 von Michele erstochen? Und warum bebildert <strong>Eva-Maria H\u00f6ckmayr<\/strong> die Erinnerungen von Schwester Angelica (Kindheit, Schwangerschaft etc.) mit Zusatzpersonen, die alle mehr oder weniger wahllos \u00fcber die B\u00fchne daherkommen? Zutrauen zur Phantasie der Zuschauer scheint ihr zu fehlen. Sie st\u00fclpt dieser \u00fcberaus zarten Oper (einmalig bei Puccini) damit banale \u00c4u\u00dferlichkeiten \u00fcber. Und auch durch dreidutzend Kreuzzeichen Angelicas werden diese Zumutungen keineswegs abgeb\u00fc\u00dft. Die Zuschauer vergelten es ihr mit lautesten Buhs. Zur\u00fcck ins Lot bringt wieder die Handlungsdarstellung von <em>Gianni Schicchi<\/em>, wenn auch da die Unbeschwertheit einer <em>Commedia dell\u2019arte<\/em> sich nicht einstellen will.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bilder: Bernd Uhlig<\/p>\n<p><strong>Die Bilder zeigen:<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Der Mantel<\/em><\/strong>: tanzend: Giorgetta (Asmik Grigorian) und\u00a0 Tinca (John Heuzenroeder), ganz rechts: Luigi (H\u00e9ctor Sandoval), unten: \u00a0Dalia Schaechter (Frugola)<\/p>\n<p><strong><em>Suor Angelica<\/em><\/strong>: Ensemble, ganz rechts: Jacquelyn Wagner (Schwester Angelica)<\/p>\n<p><strong><em>Gianni Schicchi:<\/em><\/strong> Neben Oratio Romano (Buoso Donati, der Erblasser ) re: Dalia Schaechter (Zita) li: Simone (Ulrich Hielscher) und weiter li: Rinuccio (Jeongki Cho)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. 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