{"id":4891,"date":"2013-05-05T16:24:49","date_gmt":"2013-05-05T15:24:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4891"},"modified":"2013-05-11T16:39:07","modified_gmt":"2013-05-11T15:39:07","slug":"rigoletto-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4891","title":{"rendered":"RIGOLETTO &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Le Roi s\u2019amuse, UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Dirk L\u00f6schner, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christopher Melching, Dramaturgie: Stephanie Langenberg, Choreographie: Sabrina Sadowska<\/p>\n<p>Dirigent: Golo Berg, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Iago Ramos (Duca), Linda van Coppenhagen (Gilda), Thomas Rettensteiner (Rigoletto), Tye Maurice Thomas (Sparafucile), Doris H\u00e4drich-Eichhorn (Maddalena), Christina Winkel (Giovanna), Alexandru Constantinescu (Marullo), Olaf Passa (Monterone), Johannes Richter (Borsa) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Greifswald-Rigoletto.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4892\" title=\"Greifswald-Rigoletto\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Greifswald-Rigoletto.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Greifswald-Rigoletto.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Greifswald-Rigoletto-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Duca, in dieser Inszenierung ein Stardesigner, lebt ein ausschweifendes Leben und verf\u00fchrt zahlreiche junge Frauen. Nach Auffassung des Bankers Monterone hatte dessen r\u00fccksichtsloser Lebensstil seiner Tochter das Leben gekostet. Ducas Mitarbeiter Rigoletto treibt Witze auf Kosten aller Kollegen und ist deshalb unbeliebt. Als er auch Monterone aufs Korn nimmt, verflucht dieser sowohl Duca als auch Rigoletto. W\u00e4hrend Duca sich nicht weiter darum k\u00fcmmert, ist Rigoletto beeindruckt. Aus Angst vor der Rache derer, die er vor den Kopf gesto\u00dfen hat, h\u00e4lt er seine Adresse geheim; er erz\u00e4hlt niemandem von seiner Tochter Gilda, sperrt sie ein und l\u00e4\u00dft sie von der Haush\u00e4lterin bewachen. Dennoch verliebt sich Gilda in Duca und trifft sich mit ihm. Schlie\u00dflich wird Rigoletto doch dabei beobachtet, wie er sich heimlich in sein eigenes Haus zu seiner Tochter schleicht. Seine Kollegen vermuten in Gilda seine Geliebte, entf\u00fchren sie und bringen sie zu Duca. Rigoletto plant mit Sparafuciles Hilfe einen Mordanschlag auf Duca. Doch obwohl Gilda sieht, da\u00df Duca sie betr\u00fcgt, beschlie\u00dft sie, sich zu opfern, um sein Leben zu retten. Zu sp\u00e4t bemerkt Rigoletto, da\u00df er zum M\u00f6rder seiner eigenen Tochter geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dirk L\u00f6schner verlegt die Handlung aus Victor Hugos Versdrama in die schillernde Welt der Mode. Dementsprechend sind die Kost\u00fcme modern, ausgefallen, teilweise schrill. Rigoletto und Monterone tragen Schwarz, Duca Wei\u00df. Im beh\u00fcteten Heim ist Gilda unauff\u00e4llig gekleidet, mit Strickjacke, Pantoffeln und hochgebundenen Haaren. In der Begegnung mit Duca wird sie stattdessen mit rot-wei\u00df gepunktetem Minikleidchen und schicken Schuhen ausgestattet. Das B\u00fchnenbild ist einfach gehalten \u2013 es besteht aus einigen Erhebungen mit geschwungenen, orangefarbenen Kanten. Erg\u00e4nzt wird es gelegentlich durch h\u00e4ngende Stoffbahnen, eine Fallt\u00fcr im Boden oder stilisierte Schneiderpuppen. Den Hintergrund bilden, je nach Ort der Handlung, farbige Projektionen von Blasen wie in einer Lavalampe oder der Schattenri\u00df einer H\u00e4userfassade.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die unangefochtenen Stars des Abends waren <strong>Linda van Coppenhagen<\/strong> (Gilda) und <strong>Thomas Rettensteiner <\/strong>(Rigoletto). Beide bestachen durch ihre gl\u00e4nzende schauspielerische Leistung und gro\u00dfartige B\u00fchnenpr\u00e4senz. <strong>Linda van Coppenhagen<\/strong> bew\u00e4ltigte mit ihrem warmen, glockenklaren Sopran selbst die h\u00f6chsten H\u00f6hen ohne jede Spur von Sch\u00e4rfe in der Stimme. Weil sie dazu mit ihrem jungen, fast kindlichen Aussehen und Auftreten so fantastisch in die Rolle pa\u00dfte, verzieh man ihr gerne eine kleine Unsicherheit ausgerechnet in der Paradearie. Der lyrisch-klangvolle, facettenreiche Tenor von <strong>Iago Ramos <\/strong>(Duca) komplettierte das Trio der Hauptakteure auf ausgezeichnete Weise. Geradezu donnernd und zielsicher pr\u00e4sentiert sich <strong>Olaf Passa <\/strong>(Monterone) mit wuchtigem Klang. G\u00e4nsehaut erzeugten der geheimnisvolle, tiefe, dunkle Ba\u00df und der geschmeidige Auftritt von <strong>Tye Maurice Thomas<\/strong> (Sparafucile), souver\u00e4n erg\u00e4nzt durch den flexiblen Mezzo von <strong>Doris H\u00e4drich-Eichhorn <\/strong>(Maddalena). Die reife, manchmal beinahe br\u00fcchige Stimme von <strong>Christina Winkel<\/strong> (Giovanna) bildete einen guten, der Rolle angemessenen Gegensatz zur jugendfixierten Modewelt.<\/p>\n<p>Wie immer im Theater Vorpommern hat der <strong>Chor<\/strong> einen gro\u00dfen Anteil am Geschehen und f\u00fcllt die kleineren Nebenrollen mit Einsatzfreude und viel schauspielerischem Geschick. Die S\u00e4nger nutzen Verdis teilweise spielerische Musik und die Choreographie von <strong>Sabrina Sadowska,<\/strong> um die dramatische Handlung mit lebensfroher Leichtigkeit zu kontrastieren.<\/p>\n<p>Mit der Abstimmung zwischen Solisten, Chor und Orchester gab es an diesem Abend keinerlei Probleme. Zwar st\u00f6rten gelegentlich Intonationsprobleme in den Streichern den guten Gesamteindruck der Orchesterleistung, aber das d\u00fcrfte den wenigsten Zuschauern aufgefallen sein \u2013 zu sehr zog das Geschehen auf der B\u00fchne sie in den Bann.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ob man die \u00dcbertragung der Handlung in die Modeszene und die damit einhergehende Modernisierung des Stoffes braucht, sei dahingestellt; sie funktioniert jedenfalls, und sie st\u00f6rt nicht weiter. Letztendlich waren es aber andere Faktoren, die das Publikum im leider keineswegs vollbesetzten Greifswalder Theater zu Begeisterungsst\u00fcrmen bewegten. Da\u00df man uneingeschr\u00e4nkt allen Akteuren ihre Rollen glaubte, da\u00df sie echt wirkten, und da\u00df sie den Zuschauern die Handlung wirklich zu sp\u00fcren gaben \u2013 das war wohl die gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Leistung des Ensembles an diesem Abend, die verdienterma\u00dfen mit Ovationen bedacht wurde.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Gunnar L\u00fcsch\/MuTphoto<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Linda van Coppenhagen (Gilda), Thomas Rettensteiner (Rigoletto)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2013 (Premiere)<br \/>\nDirk L\u00f6schner verlegt die Handlung aus Victor Hugos Versdrama in die schillernde Welt der Mode.<br \/>\nDie unangefochtenen Stars des Abends waren Linda van Coppenhagen (Gilda) und Thomas Rettensteiner (Rigoletto).<br \/>\ndie gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Leistung des Ensembles&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4891\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70,1],"tags":[],"class_list":["post-4891","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greifswald-theater-vorpommern","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4891"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4896,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4891\/revisions\/4896"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}