{"id":489,"date":"2009-01-20T20:36:27","date_gmt":"2009-01-20T18:36:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=489"},"modified":"2009-01-21T20:47:00","modified_gmt":"2009-01-21T18:47:00","slug":"mainz-staatstheater-die-fledermaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=489","title":{"rendered":"Mainz, Staatstheater &#8211; DIE FLEDERMAUS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df (1825\u20131899), Komische Operette in drei Akten, Libretto: Karl Haffner und Richard Gen\u00e9e nach der Kom\u00f6die Le R\u00e9veillon von Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy; UA: 5. April 1874, Theater an der Wien, Wien<br \/>\nRegie: Robert Lehmeier; B\u00fchnenbild: Harald Thor; Kost\u00fcme: Tanja Hofmann<br \/>\nDirigentin: Catherine R\u00fcckwardt, Philharmonisches Staatsorchester und Chor des Staatstheaters Mainz<br \/>\nSolisten: Alexander Spemann (Gabriel von Eisenstein), Susanne Geb (Rosalinde), Ana Durlovski (Adele), Patricia Roach (Prinz Orlofsky), Patrick Pobeschin (Dr. Falke), Jud Perry (Alfred), Ks. J\u00fcrgen Rust (Frank), Alexander Kr\u00f6ner (Advokat), Alexandra Samouilidou (Ida), Lars Reichow (Frosch).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 16. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/mainz-fledermaus.jpg\" TITLE=\"mainz-fledermaus.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/mainz-fledermaus.jpg\" ALT=\"mainz-fledermaus.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Vor vier Jahren spielte der Privatier Eisenstein seinem Freund Dr. Falke einen Streich, indem er ihn auf dem Heimweg von einem Maskenball als Fledermaus verkleidet zur\u00fccklie\u00df. Unter dem Gesp\u00f6tt der Leute mu\u00dfte Falke am n\u00e4chsten Morgen im Fledermauskost\u00fcm heimkehren. Das will er Eisenstein heimzahlen!<br \/>\nDie Rache: Eisensteins Zofe Adele erh\u00e4lt eine Einladung zu Prinz Orlofskys Fest. Rosalinde, Eisensteins Frau, verspricht dem \u00fcberraschend eintretenden fr\u00fcheren Geliebten Alfred ein sp\u00e4teres Stelldichein, um ihn wegschicken zu k\u00f6nnen. Dr. Falke \u00fcberredet Eisenstein, seine achtt\u00e4gige Haftstrafe, die dieser wegen einer Attacke auf den Amtsdiener bekommen hat, erst am Morgen anzutreten. Als Gef\u00e4ngnisdirektor Frank eintritt und Alfred in Eisensteins Morgenrock antrifft, verhaftet er ihn in der Annahme, er sei Eisenstein.<br \/>\nAuf dem Ball treffen die Akteure des Racheplans von Dr. Falke ein: Adele als \u201eK\u00fcnstlerin Olga\u201c, Eisenstein als \u201eMarquis Renard\u201c, Gef\u00e4ngnisdirektor Frank als \u201eChevalier Chagrin\u201c und Rosalinde, als \u201eungarische Gr\u00e4fin\u201c maskiert. Rosalinde gelingt es, die Uhr des sie umschmeichelnden \u201eMarquis Renard\u201c zu entwenden, als sp\u00e4teren Beweis seiner Untreue. Am Morgen brechen Frank und Eisenstein zum Gef\u00e4ngnis auf. Gerichtsdiener Frosch sinniert \u00fcber die Auswirkungen einer durchzechten Nacht. Adele und ihre Schwester Ida sind Frank zum Gef\u00e4ngnis gefolgt: Adele gibt sich zu erkennen und bittet den vermeintlichen Chevalier, ihre B\u00fchnenausbildung zu finanzieren. Eisenstein demaskiert sich und will seine Strafe antreten. Als er erf\u00e4hrt, da\u00df Alfred an seiner Stelle in der Zelle sitzt, h\u00e4lt ihm Rosalinde die entwendete Uhr vor. Schlie\u00dflich l\u00f6st Falke, gefolgt vom Prinzen und der Abendgesellschaft, die Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse als die \u201eRache der Fledermaus\u201c auf. Die Schuld wird dem Champagner zugeschrieben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn <strong>Robert Lehmeier<\/strong>s Inszenierung stehen Illusion und Untreue im Vordergrund. Das B\u00fchnenbild besteht aus Fotos von Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn und Treppen im Hause des Prinzen. Menschen treffen sich auf Partys zum Saufen aus Wodka(!)-Flaschen, der Glaskasten f\u00fcr Raucher ist ein lustiger Gag des heutigen Rauchverbots. Die G\u00e4ste stolzieren zu Walzerkl\u00e4ngen wie auf einer Party umher. Am n\u00e4chsten Morgen trifft der gr\u00f6lende Frosch auf eine besoffene Ballbesucherin. Seine Worte sollen die Gepflogenheiten der Gesellschaft kommentieren. Allerdings sind Spr\u00fcche <em>wie V\u00f6gelt euch nur das Gehirn aus dem Kopf! und Operette sich wer kann<\/em> nicht lustig und fehl am Platz.<br \/>\nNichts ist wie es scheint. Das trifft auf Abendgesellschaft und Kulisse zu \u2013 dazu pa\u00dft dann auch die Inszenierung der Mondlandung unter \u00f6sterreichischer Fahne, die zu Beginn das Geschehen etwa f\u00fcnf Minuten f\u00fcr sich beansprucht. Wie in Zeitlupe springt ein Astronaut \u00fcber die B\u00fchne \u2013 wohl eine Anspielung auf bestehende Verschw\u00f6rungstheorien, die wohl Zweifel an der Echtheit der Mondlandung durch die Amerikaner aufkommen lassen sollen.<br \/>\nKurz vor dem dritten Akt baut <strong>Lehmeier<\/strong> das Adagietto aus Mahlers 5. Symphonie ein, eine Art Sehnsuchtsmelodie der Betrogenen und Betr\u00fcgenden nach etwas Vergangenem, Verlorenem.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMusikalisch ist der Abend gelungen. <strong>Catherine R\u00fcckwardt<\/strong> leitet ein zufriedenstellendes <strong>Orchester<\/strong>, einzig die walzerhafte Leichtigkeit fehlt stellenweise. <strong>Patricia Roach<\/strong> (Prinz Orlofsky), singt mit hervorragender Intonation, <strong>Ana Durlovskis<\/strong> Adele wirkt stellenweise etwas zu grell. <strong>Susanne Geb<\/strong> bietet eine lebhafte Rosalinde dar. <strong>Alexander Spemann<\/strong> (Advokat), <strong>Patrick Pobeschin<\/strong> (Dr. Falke) und<strong> Jud Perry<\/strong> (Alfred), \u00fcberzeugen mit angenehmen Stimmen. Besonders hervorzuheben ist <strong>Ks. J\u00fcrgen Rust<\/strong>, der als Frank ma\u00dfgeblich zum verbleibenden Wiener Charme der Auff\u00fchrung beitr\u00e4gt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch eine empfehlenswerte Produktion, deren Inszenierung an Sympathie, Witz und Wiener Charme leider nicht viel \u00fcbrig l\u00e4\u00dft. Bedauerlich bleibt die Tatsache, da\u00df man keine Operette geboten bekommt, wie man sie vielleicht erwarten w\u00fcrde, sondern eine Gesellschaftskritik, die sich gewaschen hat.<br \/>\nJulia Korst<\/p>\n<p>Bild: Martina Pipprich<br \/>\nDas Bild zeigt: Alexander Spemann (Gabriel von Eisenstein) schmeichelt der ungarischen Unbekannten auf dem Ball des Prinzen Orlofsky mit seiner Uhr ein \u2013 wenn er w\u00fcsste, dass unter der Maske niemand Geringeres als Susanne Geb (Rosalinde von Eisenstein) steckt, die ihm die Uhr entwenden will, um sie ihm sp\u00e4ter als Beweis seiner Untreue vorzuhalten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df (1825\u20131899), Komische Operette in drei Akten, Libretto: Karl Haffner und Richard Gen\u00e9e nach der Kom\u00f6die Le R\u00e9veillon von Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy; UA: 5. 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