{"id":484,"date":"2009-01-14T20:25:29","date_gmt":"2009-01-14T18:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=484"},"modified":"2009-01-14T20:27:11","modified_gmt":"2009-01-14T18:27:11","slug":"stockholm-konigliche-oper-die-walkure","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=484","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; DIE WALK\u00dcRE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten<br \/>\nUA 1870 M\u00fcnchen<br \/>\nRegie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Leif Segerstam, K\u00f6nigliche Hofkapelle<br \/>\nSolisten: Michael Weinius (Siegmund), Terje Stensvold (Wotan), Lennart Fors\u00e9n (Hunding), Emma Vetter (Sieglinde), Rachel Tovey (Br\u00fcnnhilde), Martina Dike (Fricka), Sara Olsson (Helmwige), Agneta Lundgren (Gerhilde), Sara Andersson (Ortlinde), Susann V\u00e9gh (Waltraute), Katarina Leoson (Siegrune), Marianne Ekl\u00f6f (Ro\u00dfweisse), Eva Pilat (Grimgerde), Kristina Martling (Schwertleite)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. Januar 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/stockholm-walkure.jpg\" TITLE=\"stockholm-walkure.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/stockholm-walkure.jpg\" ALT=\"stockholm-walkure.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Viele Jahre sind vergangen. Wotan hat inzwischen die W\u00e4lsungen Siegmund und Sieglinde gezeugt, weil er hofft, da\u00df es ihnen aus freiem Willen m\u00f6glich sein werde, dem Riesen Fafner den Ring des Nibelungen zu entwenden, dem Rhein zur\u00fcckzugeben und damit sein eigenes Vergehen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Doch legt Wotans Gattin Fricka ihm in einer zornigen Auseinandersetzung dar, da\u00df Siegmund ebenso von ihm gesteuert wird wie alle seine Wesen und fordert zur Wiederherstellung ihrer Ehre den Tod seines Sohnes. Widerstrebend gibt Wotan ihr nach und beauftragt die Walk\u00fcre Br\u00fcnnhilde damit, Siegmund im Kampf sterben zu lassen. Doch vermag sie es nicht und wird daf\u00fcr von Wotan bestraft: Er nimmt ihr ihre g\u00f6ttlichen Eigenschaften und l\u00e4\u00dft sie als Menschenfrau auf einem Felsen in Schlaf fallen, damit sie ein Mann finde, wecke und zur Gattin nehme. Siegmund f\u00e4llt im Kampf mit Hunding, doch seine Schwester Sieglinde entkommt und hat ein Kind von ihrem Bruder empfangen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWieder bietet das B\u00fchnenbild einen historisch-ikonographischen Exkurs, diesmal im zweiten Aufzug, der mit Ausblick auf ein Gebirge ein Billardzimmer darstellt, an dessen W\u00e4nden Walk\u00fcren-Gem\u00e4lde des 19. Jahrhunderts h\u00e4ngen. Wie im Rheingold herrscht strenge Symmetrie der dargestellten R\u00e4ume vor, der Hintergrund wird mit bewegten Computerprojektionen angedeutet. Die Personenregie geht zuweilen verdeutlichend \u00fcber die Vorgaben der Partitur hinaus, wenn beispielsweise stumme Figuren wie die gefallenen Helden zu Beginn oder die G\u00f6tter am Ende des dritten Aufzugs auftreten, oder ignoriert sie mitunter, ohne da\u00df klar w\u00e4re, weshalb. Bedauerlich ist, da\u00df Kost\u00fcm und Maske den S\u00e4ngern unn\u00f6tige Schwierigkeiten bereiten. Die Kleider der Walk\u00fcren und der Br\u00fcnnhilde sind bei der Bewegung der S\u00e4ngerinnen hinderlich, so da\u00df jedes Hinsetzen und Aufstehen zu einem Balanceakt wird, und <strong>Michael Weiniu<\/strong><strong>s<\/strong> hatte als Siegmund buchst\u00e4blich alle H\u00e4nde voll zu tun, sich die langen Haare seiner Per\u00fccke aus dem Gesicht zu halten.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Leif Segerstam<\/strong> mit einem solch traditionsreichen <strong>Orchester<\/strong> Wagner auff\u00fchren zu h\u00f6ren, ist ein Erlebnis f\u00fcr sich. Nicht umsonst erntete er f\u00fcr sein Dirigat, das der Hofkapelle kraftvolle Kl\u00e4nge entlockte, ohne den Gesang zu \u00fcberdecken, stehende Ovationen. Beeindruckend ist, wie sensibel er in der Wahl der Tempi den Bed\u00fcrfnissen der S\u00e4nger entgegenkommt, ja, sie sich Wagners Forderung gem\u00e4\u00df sogar von den S\u00e4ngern oftmals regelrecht vorgeben l\u00e4\u00dft. So war es den Solisten m\u00f6glich, sich von ihrer besten Seite zu pr\u00e4sentieren. <strong>Terje Stensvold<\/strong> gab einen stimmgewaltigen und dennoch nuancierten Wotan, eine imponierende Leistung. <strong>Martina Dike<\/strong> (Fricka) konnte, nach einer stimmlichen Indisposition im <em>Rheingold<\/em>, nun ihre durchschlagende Stimme voll zum Einsatz bringen. Selten d\u00fcrfte man eine derart \u00fcberzeugend z\u00fcrnende Fricka geh\u00f6rt haben. <strong>Emma Vetter<\/strong> als Sieglinde tremolierte zu Beginn des ersten Aufzugs etwas zu sehr, um sich im Laufe des Abends dann aber freizusingen. Das Ensemble der acht Walk\u00fcren war wie <strong>Rachel Toveys<\/strong> Br\u00fcnnhilde musikalisch tadellos; darstellerisch vermag diese S\u00e4ngerin allerdings nicht recht zu \u00fcberzeugen. Den gr\u00f6\u00dften Applaus unter den Solisten erhielt v\u00f6llig verdient der Siegmund von <strong>Michael Weinius<\/strong>. Dieser S\u00e4nger verf\u00fcgt \u00fcber einen Heldentenor, der keine W\u00fcnsche offen l\u00e4\u00dft. Der Sprechgesang wie die n\u00f6tige abgestufte Klanggebung in den kantablen Abschnitten wurden von <strong>Weinius<\/strong> wirklich musterg\u00fcltig dargeboten. Wie schon im Rheingold war <strong>Lennart Fors\u00e9n<\/strong>, diesmal als Hunding, der Schwachpunkt des Ensembles, auch wenn seine Aussprache des Deutschen besser war.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWiederum ist an diesem Abend musikalisch nahezu alles perfekt. Doch beginnen die in den lyrischen Teilen oft recht statuarische Personenregie und die zuweilen nicht wirklich motiviert wirkenden Abweichungen von den Wagnerschen Regievorgaben ein wenig zu st\u00f6ren. Die Aktionen k\u00f6nnten pointierter ausgef\u00fchrt sein. Die allgemeine Zur\u00fcckhaltung in der Personenf\u00fchrung, die diese Produktion auszeichnet, wirkt angesichts der vielen experimentellen Inszenierungen von Wagners Ring wie eine R\u00fcckkehr zum Altbew\u00e4hrten, ger\u00e4t aber dabei zuweilen leider ins Nichtssagende. Positiv gesprochen: Verglichen mit den meisten deutschen Wagner-Inszenierungen gibt es im Stockholmer Ring kaum etwas St\u00f6rendes oder gar Verst\u00f6rendes zu sehen.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Mats B\u00e4cker<br \/>\nDas Bild zeigt Michael Weinius (Siegmund) und Emma Vetter (Sieglinde).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten UA 1870 M\u00fcnchen Regie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson Dirigent: Leif Segerstam, K\u00f6nigliche<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=484\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}