{"id":4828,"date":"2013-05-06T11:29:07","date_gmt":"2013-05-06T10:29:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4828"},"modified":"2013-05-10T17:31:58","modified_gmt":"2013-05-10T16:31:58","slug":"das-rheingold-leipzig-oper-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4828","title":{"rendered":"DAS RHEINGOLD &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Libretto vom Komponisten, Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, UA 1869 M\u00fcnchen, Hoftheater<br \/>\nRegie: Rosamund Gilmore, B\u00fchne: Carl Friedrich Oberle, Kost\u00fcme: Nicola Reichert, Dramaturgie: Christian Geltinger<br \/>\nDirigent: Ulf Schirmer, Gewandhausorchester, Tanzensemble<br \/>\nSolisten: Tuomas Pursio (Wotan), Michael Kraus (Donner), James Allen Smith (Froh), Thomas Mohr (Loge), Stephan Klemm (Fasolt), James Moellenhoff (Fafner), J\u00fcrgen Linn (Alberich), Dan Karlstr\u00f6m (Mime), Karin Lovelius (Fricka), Sandra Trattnigg (Freia), Nicole Piccolomini (Erda), Eun Yee You (Woglinde), Kathrin G\u00f6ring (Wellgunde), Sandra Janke (Flosshilde)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Leipzig-Rheingold2.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4833\" title=\"Leipzig-Rheingold\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Leipzig-Rheingold2.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Leipzig-Rheingold2.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Leipzig-Rheingold2-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Auf dem Grund des Rheines vergn\u00fcgen sich die H\u00fcterinnen des Rheingoldes, bis der Nibelungenzwerg Alberich auftaucht und verspottet wird. Der Abgewiesene r\u00e4cht sich durch den Raub des Schatzes. In Bergesh\u00f6hen haben die G\u00f6tter Wotan und Fricka sich von den Riesen Fasolt und Fafner eine Burg bauen lassen. Als Lohn ist Freia versprochen, die den G\u00f6ttern ewige Jugend verleiht. Der listige Loge \u00fcberzeugt die Riesen davon, da\u00df Macht h\u00f6heren Wert besitzt als Liebe. Wotan und Loge steigen nach Nibelheim hinab, um Alberich das Rheingold zu rauben. Dieser hat sich von Mime Ring und Tarnhelm zur Herrschaft \u00fcber die Welt schmieden lassen. Es gelingt den G\u00f6ttern, Alberich zu entmachten. Dieser verflucht den Ring, den Wotan den Riesen \u00fcbergibt. Aus Gier erschl\u00e4gt Fafner seinen Bruder. \u00dcber einen Regenbogen schreiten die G\u00f6tter der Walhalla zu. Aus der Tiefe dringt die Klage der Rheint\u00f6chter.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Im Hintergrund der Einheitsb\u00fchne eine Freitreppe, in der Mitte eine S\u00e4ule mit Nische f\u00fcr Goldschatz und Miniatur-Walhalla. Umrahmt von Mauern mit viel Patina und Rasen, auf verpackten M\u00f6beln sitzend, blickt der G\u00f6tterclan auf die neue Burg. In hohen Palastb\u00f6gen beidseits der B\u00fchne ruft Donner seine Elemente herbei, malt Froh den Regenbogen, der als Neonleuchte unter der Decke strahlt. Szenen und \u00dcberg\u00e4nge gestaltet und kommentiert ein Tanzensemble. Die Kost\u00fcme entsprechen der Mode der Wagnerzeit: Wotan in Generalsmantel, Fricka im steifen Stehkragenkleid, Freia in pastellfarbenem T\u00fcll, Donner und Froh, in grauer Arbeitsmontur die Nibelungen. Die T\u00e4nzer wandeln sich von Eis zu Feuer, von Riesenschlange zu Archaeopteryx.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Das Gewandhausorchester stellte unter GMD <strong>Ulf Schirmer<\/strong>\u00a0beeindruckend unter Beweis, was aus der Partitur des Rheingoldes herauszuholen ist. Durchgehend spannungsgeladen und dynamisch lie\u00df Schirmer das Orchester gewaltig aufbrausen, gleichzeitig wurde sehr ma\u00dfvoll und in Einklang mit den S\u00e4ngern gespielt. Mit hoher Pr\u00e4zision und in leuchtenden Klangfarben stellten Stimmgruppen und Instrumentalsolisten klar und plastisch die Motive heraus. Flie\u00dfend und weich die Brechungen des Rheinstromes, h\u00e4\u00dflich verzerrt das Pakt-Motiv, im feierlichen Wohlklang der Bl\u00e4ser das Burgmotiv, zart-lyrisch das Freia-Motiv und energisch-rhythmisch das der Nibelungen.<br \/>\nDiese Glanzleistung wurde abgerundet durch ein bemerkenswertes Aufgebot an Gesangsvirtuosen. Die Rheint\u00f6chter <strong>Eun Yee You<\/strong> (Woglinde), <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong> (Wellgunde) und <strong>Sandra Janke<\/strong> (Flo\u00dfhilde), allesamt Ensemblemitglieder, bildeten in der Anfangsszene ein harmonisches Trio, stimmlich verf\u00fchrerisch agil, darstellerisch hingegen leicht h\u00f6lzern und aufgereiht. Hohen Unterhaltungswert bot die abgehalfterte Schar der G\u00f6tter. Angefangen beim, der Familie distanziert gegen\u00fcber stehenden Halbgott <strong>Thomas Mohr<\/strong> (Loge), der den sch\u00f6nsten Partien mit reicher Klangfarbe gro\u00dfe Strahlkraft verlieh. Ideal besetzt in ihrer Gegens\u00e4tzlichkeit waren <strong>Karin Lovelius<\/strong> (Fricka) und ihre g\u00f6ttliche Schwester <strong>Sandra Trattnigg<\/strong> (Freia), die mit scheinbar m\u00fcheloser Pr\u00e4zision und brillantem Sopran frisch und begehrlich sang. <strong>Tuomas Pursi<\/strong>o (Wotan) stellte mit klangvollem Bariton und gekonnter Ausdrucksgestik einen reizvollen Sippenchef dar. Es fehlte jedoch zuweilen an Durchsetzungskraft gegen\u00fcber dem Orchester. Gewaltige Auftritte lieferten der strahlend blonde Heldentenor <strong>James Allen Smith<\/strong> (Froh) und Bariton <strong>Michael Kraus<\/strong> (Donner). Partien wie Schw\u00fcles Ged\u00fcnst schwebt in der Luft f\u00fchrten sie souver\u00e4n mit hoher stimmlicher Pr\u00e4senz aus. Ein weiterer musikalischer und dramatischer H\u00f6hepunkt war die unterirdische Nibelheim-Szene. Zu eingespielter Maschinenmusik, die das Orchester rhythmisch aufgriff und in das Nibelungenmotiv verwandelte, tanzte das schwarz-konturierte Zwergenvolk in rot-vernebelter Unterwelt wie ein Hammer auf und ab. Ba\u00df-Bariton <strong>J\u00fcrgen Linn<\/strong> (Alberich) verk\u00f6rperte seine Rolle beeindruckend und sang Bin ich nun frei? gekonnt zwischen tobend und tonlos, ohne in pure Deklamation zu verfallen. Ihm zur Seite stand <strong>Dan Karlstr\u00f6m<\/strong> (Mime), ein virtuoser Tenor und darstellerisch \u00fcberaus eloquent. Mit lyrischem Ba\u00df verk\u00f6rperte <strong>Stephan Klemm<\/strong> (Fasolt) einen sehr menschlichen, liebenden Riesen. In der Rolle der Urmutter gemahnte Gasts\u00e4ngerin <strong>Nicole Piccolomini<\/strong> (Erda) mit warmem Mezzosopran und dunklem Timbre Weiche, Wotan, weiche!<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Das Leipziger Premierenpublikum bejubelte eine Inszenierung, die an die Wagner-Tradition des Hauses ankn\u00fcpfte und sich weitgehend an die Vorlage hielt, die auch die humoristischen Z\u00fcge des St\u00fcckes herausstellte, ohne ins L\u00e4cherliche abzugleiten. Dramaturgisch und musikalisch wurde viel Abwechslung geboten, nicht zuletzt durch die Hinzunahme eines Tanzensembles, das, in der Rheinszene noch etwas deplaziert, Handlung und Szenen zunehmend phantasievoll ausgestaltete.<\/p>\n<p>Norma Strunden<br \/>\nBild: Tom Schulze<br \/>\nDas Bild zeigt: Tuomas Pursio (Wotan), Stephan Klemm (Fasolt), Sandra Trattnigg (Freia), James Moellenhoff (Faffner), Thomas Mohr (Loge)<span style=\"font-family: 'Garamond'; font-size: xx-small;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. 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