{"id":482,"date":"2009-01-13T20:08:17","date_gmt":"2009-01-13T18:08:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=482"},"modified":"2009-12-20T12:43:39","modified_gmt":"2009-12-20T10:43:39","slug":"stockholm-konigliche-oper-das-rheingold","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=482","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; DAS RHEINGOLD"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Libretto vom Komponisten, Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen,<br \/>\nUA 1869 M\u00fcnchen<br \/>\nRegie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Gregor B\u00fchl, K\u00f6nigliche Hofkapelle<br \/>\nSolisten: Terje Stensvold (Wotan), Gunnar Lundberg (Donner), Jonas Degerfeldt (Froh), Magnus Kyhle (Loge), Marcus Jupither (Alberich), Ulrik Qvale (Mime), Lennart Fors\u00e9n (Fasolt), Anders Jakobsson (Fafner), Martina Dike (Fricka), Sara Olsson (Freia), Anna Larsson (Erda), Karin Ingeb\u00e4ck (Woglinde), Susann V\u00e9gh (Wellgunde), Katarina Leoson (Flo\u00dfhilde)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. Dezember 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/stockholm-rheingold.jpg\" TITLE=\"stockholm-rheingold.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/stockholm-rheingold.jpg\" ALT=\"stockholm-rheingold.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Wotan etabliert seine Herrschaft als h\u00f6chster Gott und l\u00e4\u00dft sie in seiner von den Riesen Fasolt und Fafner gebauten Burg sichtbar werden. Doch seine scheinbar f\u00fcr alle Zeiten gesicherte Macht ist nun von zwei Seiten bedroht: Zum einen hat er sich noch keine Gedanken \u00fcber die Bezahlung seiner Burg gemacht, zum anderen beginnt Alberich, der F\u00fcrst der Nibelungen, mit einem aus dem Rheingold geschmiedeten Ring, der ihm die M\u00f6glichkeit gibt, alle Wesen seinem Willen zu unterwerfen, Wotans Macht zu bedrohen.<br \/>\nDie vermeintliche L\u00f6sung seiner Schwierigkeiten, die sich Wotan von dem listigen Gott Loge einfl\u00fcstern l\u00e4\u00dft, erweist sich als tr\u00fcgerisch. Er stiehlt Alberich den Ring, um damit Walhall zu bezahlen, verf\u00e4llt aber zugleich damit dem Ring und dem Fluch des Nibelungen.<br \/>\nDie von ihm beherrschte Welt tr\u00e4gt von nun an den Keim ihres Verfalls in sich.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Regie geht \u00e4u\u00dferst geschichtsbewu\u00dft zu Werke, wie schon an dem Er\u00f6ffnungsbild deutlich wird: Die erste Szene stellt ein Wagner-Museum auf dem Grunde des Rheines dar, die Vitrinen darin sind mit zentralen Requisiten des B\u00fchnenfestspieles gef\u00fcllt, z.B. einem Schwert, das wohl Nothung darstellen d\u00fcrfte, einer Linde, wie sie im zweiten Aufzug von Siegfried vorkommen wird, einem Speer, Drachen, Tarnhelm usw. \u00dcber den Vitrinen sind Bilder angebracht, die die B\u00fchnenbilder der ersten Rheingold-Szene der fr\u00fchen Bayreuther Inszenierungen zeigen, also u.a. das der 1876er Urauff\u00fchrung unter Wagner, das der Ring-Inszenierung unter Cosima 1896 oder unter der Leitung von Emil Preetorius in den 1930er Jahren. Mit vergleichsweise einfachen b\u00fchnenbildnerischen Mitteln werden in der Stockholmer Produktion die Wechsel der Schaupl\u00e4tze angedeutet. In der Regel hat man einen zu allen Seiten hin abgeschlossenen Raum vor sich. Dessen Ambiente und die Kost\u00fcme der Hauptfiguren zeigen unverkennbar die Mode des 19. Jahrhunderts. Der Ansatz des Regieteams, das Werk nicht im fr\u00fchen Mittelalter, sondern in der Zeit seiner Entstehung anzusiedeln, l\u00e4\u00dft sich durchaus mit dem Konzept der legend\u00e4ren Bayreuther Ring-Inszenierung Patrice Ch\u00e9reaus von 1976 vergleichen, allerdings ohne jede politische Anspielung. Die Personenregie folgt in weiten Teilen den Wagnerschen Regievorgaben. Wo sie das nicht tut, verdeutlicht sie in angemessener Weise, was gemeint ist, etwa, wenn \u201eLoge\u201c bei seiner Schlu\u00dfansprache damit beginnt, ausgelassen an Walhall herumzuz\u00fcndeln.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDer Vortrag des <strong>Orchester<\/strong><strong>s<\/strong> unter der Leitung <strong>Gregor B\u00fchls<\/strong> ist tadellos, dynamisch ausgeglichen und transparent. Die S\u00e4nger sind musikalisch wie auch darstellerisch ausgezeichnet, mit Ausnahme der beiden Riesen. Vor allem bei <strong>Lennart Fors\u00e9n<\/strong> (Fasolt) zeigten sich rhythmische und textliche Unsicherheiten und einige Male ein sehr unsch\u00f6ner stimmlicher Ansatz. Er hat die Angewohnheit, T\u00f6ne der hohen und mittleren Lage mit einem lauten, stimmhaften Hauch einzusetzen. \u00dcberragend war als S\u00e4nger und Darsteller der Alberich<strong>\u00a0Marcus Jupithers<\/strong>, der an diesem Abend musterg\u00fcltig sein Stockholmer Deb\u00fct gab. Er erhielt dementsprechend die meisten Bravorufe an diesem Abend. Die drei Rheint\u00f6chter waren in ihrem musikalischen Zusammenspiel perfekt, w\u00e4hrend <strong>Terje Stensvold<\/strong> als Wotan\u201c darstellerisch ein wenig bla\u00df blieb \u2013 dies mag der Regie geschuldet sein \u2013 und seine beeindruckenden stimmlichen Mittel nicht voll ausspielen konnte. Ein weiterer Deb\u00fctant dieses Abends war <strong>Magnus Kyhle<\/strong> als Loge. S\u00e4ngerisch ist an seiner Leistung nichts auszusetzen, darstellerisch wirkte sein Vortrag in der zweiten Szene allerdings ein wenig manieriert.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch ist die Stockholmer Produktion mit ganz wenigen Ausnahmen ein wirklicher Hochgenu\u00df. Die Inszenierung ist, wenn man so sagen darf, sehr moderat modern und \u2013 auch hier mit ganz wenigen Ausnahmen \u2013 sowohl dem Wagner-Traditionalisten als auch dem Zuschauer, der sich von der Regie einen unaufdringlich kommentierenden Subtext w\u00fcnscht, zu empfehlen.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Knney<br \/>\nDas Bild zeigt Karin Ingeb\u00e4ck (Woglinde), Katarina Leoson (Flo\u00dfhilde) und Susann V\u00e9gh (Wellgunde).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Libretto vom Komponisten, Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, UA 1869 M\u00fcnchen Regie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson Dirigent: Gregor B\u00fchl, K\u00f6nigliche Hofkapelle<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=482\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/482\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}