{"id":4789,"date":"2013-05-04T13:05:33","date_gmt":"2013-05-04T12:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4789"},"modified":"2013-05-10T18:13:47","modified_gmt":"2013-05-10T17:13:47","slug":"la-gioconda-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4789","title":{"rendered":"LA GIOCONDA \u2013 Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Amilcare Ponchielli (1834-1886), Melodramma in 4 Akten, Libretto: Tobia Gorrio (Pseudonym Arrigo Boito), nach dem Darma: <em>Angelo, tyran de Padoue<\/em> (1835) von Victor Hugo, UA: 18. April 1876, 5. Fassung (hier aufgef\u00fchrt): 12. Februar 1880 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Pier Luigi Pizzi, Assistenz: Roberto M Pizzuto, Isabelle Cardin u.a., Licht: Sergio Rossi<\/p>\n<p>Dirigent\u00a0: Daniel Oren, Orchestre de l&#8217;Op\u00e9ra national, Ma\u00eetrise des Hauts-de-Seine\/Kinderchor der Oper, Choreinstudierung: Patrick Marie Aubert, Choreographie: Gheorghe Iancu<\/p>\n<p>Solisten: Violeta Urmana (La Gioconda), Luciana D\u2019Intino (Laura Adorno), Orlin Anastassov (Alvise Badoero) Mar\u00eda Jos\u00e9 Montiel (La Cieca) Marcelo Alvarez (Enzo Grimaldo) Claudio Sgura (Barnaba)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Mai 2013, Premiere \u00a0(Coproduction Gran Teatre del Liceu, Barcelone und Teatro Real de Madrid)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Paris-Gioconda.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4790\" title=\"Paris-Gioconda\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Paris-Gioconda.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Paris-Gioconda.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Paris-Gioconda-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p><em>La<\/em> <em>Gioconda<\/em> war Ende des 19. Jahrhunderts sehr bekannt, eine Grand Op\u00e9ra mit wirkungsvollen Ch\u00f6ren sowie T\u00e4nze und Kontrasten, die Fr\u00f6hlichkeit und Trauer zeigen. Es ist eine der letzten romantischen Opern, bevor der Verismus aufkam. Ein starkes religi\u00f6ses Motiv und die Tochter-Mutter Beziehung sind pr\u00e4gende Elemente dieser Oper. Die Dramaturgie zielt auf die Allmacht der Affekte (Ha\u00df, menschliche und g\u00f6ttliche Liebe). Das private Geschehen wird nachvollziehbar durch die venezianische Umgebung wie dem zeitlichen Bezug. Eine Besonderheit bildet der <em>Tanz der Stunden<\/em>, die Walt Disney 1940 im Film <em>Fantasia<\/em> zeigte.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4ngerin La Gioconda (Die Heitere) liebt vergeblich Enzo, der seinerseits Laura liebt. Diese ist allerdings mit dem venezianischen Staatsinquisitor Alvise Badoero verheiratet. Barnaba ist Spitzel des <em>Zehnerrats<\/em> von Venedig und Werkzeug Alvises. Er hetzt das Volk gegen La Cieca, die Mutter von La Gioconda, auf. Laura rettet die Blinde (La Cieca), die ihr daraufhin ihren Rosenkranz schenkt. Da La Gioconda Laura an dem Rosenkranz ihrer Mutter erkennt, entsagt sie ihrer Liebe zu Enzo und rettet Laura. Lauras Mann Alvise zwingt diese, einen Gifttrank zu nehmen, da er von ihrer Liebe zu Enzo erfahren hatte. Doch La Gioconda \u00fcberreicht ihr heimlich einen Tiefschlaftrunk, so da\u00df Alvise sie f\u00fcr tot h\u00e4lt. Freunde bringen die schlafende Laura zu La Gioconda. Enzo findet sie hier, und Laura und er k\u00f6nnen fliehen. Da erscheint Barnaba. Doch bevor er La Gioconda in Besitz nehmen kann, nimmt sie sich das Leben. Mit einem Wutschrei Barnabas, er habe ihre Mutter ertr\u00e4nkt, endet die Oper.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die ganze Breite der B\u00fchne ziehen sich zwei parallele Kan\u00e4le, in denen, der Szene entsprechend, Barken\u00a0 und Boote auftauchen. \u00dcber diese Kan\u00e4le spannen sich zwei hohe Br\u00fccken, die man auf Stufen \u2013 wie man sie aus Venedig kennt \u2013 \u00a0ersteigen kann. Der zweite Akt spielt laut Libretto \u201eauf einer einsamen Insel\u201c. Die B\u00fchne zeigte, etwas desillusionierend, die beiden Kan\u00e4le. Auf dem hinteren Kanal liegt ein Schiff mit blutroten Segeln, das sp\u00e4ter in Flammen untergeht. Der Festsaal Alvises im Ca\u2018 d\u2018Oro (Venedig) zeigt ein Katafalk an der Rampe, auf der die scheintote Laura aufgebahrt liegt. Nach hinten eine riesige Treppe, auf der der <em>Tanz der Stunden<\/em> aufgef\u00fchrt wird. Im letzten Akt steht vor einigen Toskana-Zypressen eine Bare, auf der Laura aus ihrem Tiefschlaf erwacht.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme der Venezianer changieren zwischen tiefrot, schwarz und grau (s. Abb.). Sind sie grau, tragen die Personen rote Handschuhe. Die aus der Commedia dell\u2019Arte entstammenden Personen sieht man in ihren typisch buntgescheckten Kost\u00fcmen. Das langwallende Kost\u00fcm von La Gioconda ist von blauer Farbe, das von Laura zeigt blendendes Wei\u00df, La Cieca ist schwarz verh\u00fcllt. Alvise tr\u00e4gt ein leuchtend rotes Gewand, Enzo eine Lederjacke und der B\u00f6sewicht Barnaba zeigt sich in enganliegender tiefschwarzer Kleidung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zweifellos ist es keine Kleinigkeit f\u00fcr ein Opernhaus, sechs anspruchsvolle S\u00e4ngerrollen ad\u00e4quat zu besetzen. Das aber ist der Pariser Nationaloper \u00fcber die Ma\u00dfen gelungen. <strong>Claudio Sgura<\/strong> (Barnaba), gelingt \u00a0mit tiefer, leider etwas belegter Stimme, den B\u00f6sewicht (Vorl\u00e4ufer des Jago aus <em>Otello<\/em>) einigerma\u00dfen gut darzustellen. Sein Kontaktmann zum <em>Rat der Zehn<\/em>, <strong>Orlin Anastassov<\/strong> (Alvise), kann mit seiner einzigen Arie <em>La turbini e farnetichi \u2013 dort mag die heitere Feier <\/em>das Publikum begeistern. <strong>Mar\u00eda Jos\u00e9 Montiel<\/strong>s (La Cieca) \u00a0<em>Figlia, che reggi il tremulo pie \u2013 Tochter, die du meine schwankende Schritte leitest <\/em>zum Opernbeginn, vorgetragen mit gro\u00dfvolumigem Mezzo und samtener Lyrik, \u00f6ffnet die Herzen der Opernbesucher. La Giocondas umfangreiche Rolle zeigt <strong>Violeta Urmanas<\/strong> gro\u00dfe Gesangskunst in einmaliger H\u00f6he, wenn auch ab und zu ihre Spitzent\u00f6ne zu forciert klingen. Ihrer Gegnerin und schlie\u00dflich Sch\u00fctzling, <strong>Luciana D\u2019Intino<\/strong> als Laura Adorno, beweist, da\u00df die italienischen Sopranistinnen immer noch zur Weltklasse des Gesangs zu z\u00e4hlen sind. Schlie\u00dflich vermittelt <strong>Marcelo Alvarez<\/strong> als Enzo Grimaldo einen S\u00e4nger, der mit seiner offenen, lyrischen Tenorstimme im <em>Cielo e mar \u2013 Himmel und Meer<\/em>\u00a0 unbedingt seinen Rang als einer der besten Ten\u00f6re unserer Zeit beweist. Frenetischer Beifall. Die fast in jeder Oper des 19. Jahrhunderts anzutreffenden T\u00e4nze sind hier, mit dem <em>Tanz der Stunden<\/em>, vorz\u00fcglich durch das <strong>Ballett der Pariser Oper<\/strong> aufgef\u00fchrt. Angef\u00fchrt von dem Solistenpaar, Letizia Giuliani und Angel Corella, ist es absolut eine Augenweide und wird vom Publikum \u00fcberschwenglich gefeiert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein Abend s\u00e4ngerischer H\u00f6chstleistungen! Wenn die \u201eIllusion der einsamen Insel\u201c im zweiten Akt ein wenig besser gelungen w\u00e4re, hie\u00dfe das: auch eine \u201eautorengerechte\u201c Inszenierung. In Paris sind offensichtlich Operndarstellungen m\u00f6glich, die in Deutschland kaum zu finden sind.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Andrea Messana<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Orlin Anastassov (Alvise Badoero) von hinten und das \u201eVolk\u201c (Ensemble)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Mai 2013, Premiere  (Coproduction Gran Teatre del Liceu, Barcelone und Teatro Real de Madrid)<br \/>\nSehr selten aufgef\u00fchrte Oper, La Gioconda ist eine Grand Op\u00e9ra mit wirkungsvollen Ch\u00f6ren und T\u00e4nze.<br \/>\nZweifellos ist es keine Kleinigkeit f\u00fcr ein Opernhaus, sechs anspruchsvolle S\u00e4ngerrollen ad\u00e4quat zu besetzen.<br \/>\nIn Paris sind offensichtlich&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4789\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,69],"tags":[],"class_list":["post-4789","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-paris-opera-bastille"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4789","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4789"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4789\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4795,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4789\/revisions\/4795"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}