{"id":4785,"date":"2013-04-30T10:58:34","date_gmt":"2013-04-30T09:58:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4785"},"modified":"2013-05-10T18:20:35","modified_gmt":"2013-05-10T17:20:35","slug":"tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4785","title":{"rendered":"TANNH\u00c4USER UND DER S\u00c4NGERKRIEG AUF WARTBURG &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><\/blockquote>\n<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: R. Wagner, Dresdner Fassung mit Bacchanal, UA: 1845 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Lorenzo Fioroni, B\u00fchne und Video: Paul Zoller<\/p>\n<p>Dirigent: Patrik Ringborg, Staatsorchester Kassel, Opern- und Extrachor des Staatstheaters Kassel, Chor CANTAMUS, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti<\/p>\n<p>Solisten: Hee Saup Yoon (Landgraf Hermann), Paul McNamara (Tannh\u00e4user), Stefan Zenkl (Wolfram), Johannes An (Walther), Marc-Olivier Oetterli (Biterolf), Musa Nkuna (Heinrich), Krzysztof Borysiewicz (Reinmar), Kelly Cae Hogan (Elisabeth), Ulrike Schneider (Venus), LinLin Fan (Hirt), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. April 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Kassel-Tannh\u00e4user.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4786\" title=\"Kassel-Tannh\u00e4user\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Kassel-Tannh\u00e4user.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Kassel-Tannh\u00e4user.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Kassel-Tannh\u00e4user-300x193.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Der Minnes\u00e4nger Tannh\u00e4user hat lange Zeit im Venusberg zugebracht, dem legend\u00e4ren Zufluchtsort der Liebesg\u00f6ttin. Tannh\u00e4user verl\u00e4\u00dft sie, als er der erotischen Ekstase \u00fcberdr\u00fcssig wird. Von seinen Freunden und k\u00fcnstlerischen Konkurrenten wird er \u00fcberredet auf die Wartburg zu einem S\u00e4ngerwettstreit zur\u00fcckzukehren. Thema des Wettstreits ist das Wesen der Liebe, der Preis wird von Elisabeth, der Tochter des th\u00fcringischen Landgrafen, vergeben, die Tannh\u00e4user in Zuneigung ergeben ist. W\u00e4hrend seines Beitrags gesteht Tannh\u00e4user jedoch seinen Aufenthalt im Venusberg, und, nur dank des Eintretens Elisabeths, darf er sein Leben behalten. Die daran gekn\u00fcpfte Bedingung ist, \u00a0nach Rom zu pilgern und f\u00fcr seine Verfehlung beim Papst um Absolution zu bitten. Doch der Papst \u00fcberantwortet Tannh\u00e4user der ewigen Verdammnis, vor der ihn Elisabeths Opfer durch ihren Tod errettet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das Einheitsb\u00fchnenbild besteht aus drei Seitenw\u00e4nden, die eine Halle umgeben. Auf der rechten Seite befindet sich eine Rampe, die ein Vorhang abschlie\u00dft. Dahinter befindet sich ein Balkon, der zu sehen ist, wenn die Drehb\u00fchne die R\u00fcckseite nach vorne f\u00e4hrt. Ein weiterer Vorhang gibt den Blick frei auf einen Gang hinter der Rampe, in dem ein Kruzifix und ein Papstbild h\u00e4ngen. In der Halle steigt eine gro\u00dfe Party, die Gesellschaft tr\u00e4gt gehobene Abendgarderobe, wie Smoking oder Pelz. Zum S\u00e4ngerfest kommen die M\u00e4rchenfiguren der Gebr\u00fcder Grimm zusammen, vom Froschk\u00f6nig bis zu den sieben Zwergen. W\u00e4hrend der Romerz\u00e4hlung erscheint die Partygesellschaft in zerrissener und verschmutzter Kleidung, Pilger sind nicht zu sehen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Paul McNamara <\/strong>verf\u00fcgt \u00fcber einen lyrisch weichen Tenor, allein ihm fehlt das Standverm\u00f6gen und auch manchmal die Technik, um die vertrackten Spr\u00fcnge in der Gesangslinie sauber zu treffen. Er leidet zum einen unter dem verhaltenen Dirigat von <strong>Patrik Ringborg<\/strong>, der Wagners Fr\u00fchwerk auf das Niveau des Sp\u00e4twerks bringen will. Allein die Substanz wird doch einige Male br\u00fcchig, zumal man die einfachere Orchestrierung der Dresdner Fassung spielt. Da stellt sich auch die Frage, warum man das Bacchanal spielt, aber kein Ballett zu sehen ist, sondern nur eine unbewegliche Projektion. Ebenso schwierig f\u00fcr McNamara als Tannh\u00e4user ist seine Gegenspielerin<strong> <\/strong>Kelly Cae Hogan (Elisabeth), vor allem im Dialog nach der Hallenarie <em>Oh F\u00fcrstin<\/em>. \u00a0<strong>Kelly Cae Hogan<\/strong> hochdramatischer, stark fokussierender Sopran \u00fcberdeckt den lyrischen Tenor gnadenlos. Zur\u00fcckhaltende leisere Momente finden sich auch im Gebet der Elisabeth <em>Allm\u00e4chtige Jungfrau<\/em> nicht. Eine \u201eeinfachere\u201c Besetzung w\u00e4re hier angebracht gewesen, wie <strong>Ulrike Schneider<\/strong>, die mit zur\u00fcckhaltendem warmen Mezzo eine teuflisch verf\u00fchrerische Venus gestaltet. Die verzweifelten Rufe zeigt sie auch im Forte. <strong>Stefan Zenkl<\/strong> gelingt ein sehr einschmeichelnder Wolfram. Er verf\u00fcgt \u00fcber einen durchschlagskr\u00e4ftig gef\u00fchrten, dennoch sehr beweglichen lyrischen Bariton, der die unterschiedlichen Stimmungslagen der Rolle auslotet. <strong>Hee Saup Yoon<\/strong> gestaltet mit seinem sicher durch alle Tiefen gef\u00fchrten Ba\u00df den Landgraf Hermann auch s\u00e4ngerisch als eine F\u00fchrungsrolle. <strong>Johannes An<\/strong> kann den Kurzauftritt des Walther im S\u00e4ngerkrieg mitrei\u00dfend gestalten: Er verf\u00fcgt \u00fcber eine strahlende baritonale Mittellage, seine H\u00f6hen mu\u00df er sich erstemmen. Die gr\u00f6\u00dfte Freude macht dem Publikum der Auftritt von <strong>LinLin Fan<\/strong> als junger Hirt. Mit ihrer glockenklaren, technisch sicheren H\u00f6he, die sich trotzdem noch f\u00fcllig anh\u00f6rt, bietet sie sich f\u00fcr h\u00f6here Weihen an. Der verst\u00e4rkte <strong>Chor<\/strong> kann aufgrund der harmonischen Einheit begeistern, gleiches gilt auch f\u00fcr den Kurzauftritt des <strong>Kinderchores<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Im Schlu\u00dfbild werden die Szenenbeschreibungen Richard Wagners eingeblendet, die mit der dargestellten Handlung nichts zu tun haben. Man sieht eine verkaterte Partygesellschaft anstelle des Leichenzugs Elisabeths. Das liberale und dem Regietheater aufgeschlossene Kasseler Publikum reagiert, ob dieser ungeheuren Provokation unwillig und fertigt die Inszenierung in einer bisher ungekannten Heftigkeit ab. Die musikalische Leistung wird hingegen einhellig bejubelt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: N. Klinge<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Paul McNamara (Tannh\u00e4user) und Ulrike Schneider (Venus)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. 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