{"id":4764,"date":"2013-04-30T11:17:50","date_gmt":"2013-04-30T10:17:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4764"},"modified":"2013-05-10T18:16:41","modified_gmt":"2013-05-10T17:16:41","slug":"tristan-und-isolde-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4764","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE  &#8211;  Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong> <\/strong>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: R. Wagner, nach Gottfried von Stra\u00dfburgs (1210), UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<br \/>\nRegie: Vera Nemirova, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Klaus W. Noack<br \/>\nDirigent:\u00a0 Stefan Blunier, Beethoven Orchester, Bonn Herrenchor, Choreinstudierung: Sibylle Wagner<br \/>\nRobert Gambill (Tristan), Sabine Hogrefe (Gesang Isolde), Dara Hobbs (Darstellerin Isolde), Martin Tzonev (K\u00f6nig Marke), Mark Morouse (Kurwenal), Giorgos Kanaris (Melot), Daniela Denschlag (Brang\u00e4ne)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. April 2012, Premiere (deutsche \u00dcbertitel)<strong><br \/>\n<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong> <strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Bonn-Trisatn.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4765\" title=\"Bonn-Trisatn\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Bonn-Trisatn.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Bonn-Trisatn.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Bonn-Trisatn-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<\/strong>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod: Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. So entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan schwer \u2013 Kurwenal verbringt den Verletzten in seine Burg Kareol. Tristan stirbt jedoch bei Isoldes Ankunft. Als Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne ist in dunklen Blau- und Grauent\u00f6ne gehalten, ein Segelkreuz deutet den Aufenthaltsort auf dem Schiff an, in der Mitte der B\u00fchne steht ein wei\u00dfes Metallbett. Oben ist ein Sternenhimmel vor einer in St\u00fccke zerbrochenen schwarzen Decke zu sehen. Ein gro\u00dfer Stern, der an einen Meteorit erinnert, dominiert. In einer gro\u00dfen Plastiktrinkflasche steht der Liebestrank bereit. Im zweiten und dritten Aufzug steht das Bett in einem Glashaus, das an ein Treibhaus erinnert. Dort spielt sich die Liebesbegegnung von Tristan und Isolde ab. Ihr gegenseitiges Begehren wird als Schreibmanie dargestellt: Sie schreiben auf die Glasscheiben, Tristan diktiert Isolde seinen gesungenen Texte, den sie gierig aufschreibt und schlie\u00dflich schreiben sie immer wieder ihre eigenen Namen auf Arme und Beine. Als das Glashaus im dritten Aufzug zum Ort des Sterbens wird, ist es mit gr\u00fcnen Pflanzen ausstaffiert. Die Kost\u00fcme sind unauff\u00e4llig bis auf das von Isolde anfangs getragene Brautkleid. Die Herren tragen uniform\u00e4hnliche, grauen Anz\u00fcge. Die Helfer Markes kommen mit Kampfwesten und Schu\u00dfwaffen ausgestattet nach Kareol.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Obwohl die wegen Krankheit indisponierte <strong>Dara Hobbs<\/strong> nur auf der B\u00fchne agieren konnte, w\u00e4hrend <strong>Sabine Hogrefe<\/strong> vom B\u00fchnenrand aus ihre Partie der Isolde sang, wirkte die Partie wenig zerrissen, da Hogrefe sehr guten Blickkontakt mit dem Dirigenten hatte und sich bravour\u00f6s ins Ensemble integrierte. Die erfahrene Wagner-S\u00e4ngerin beeindruckte mit makelloser Gestaltung der gro\u00dfen dramatischen Partie. Ihr Mezzoklang ist wohltimbriert und ihre glockenreine H\u00f6he, beeindruckte bis zum Schlu\u00df. Bei dem hervorragend deutsch artikulierenden Amerikaner <strong>Robert Gambill<\/strong> , der vor allem im Schlu\u00df-Aufzug mit enormer Strahlkraft bravour\u00f6s gl\u00e4nzen konnte, hatte man jedoch den Eindruck, da\u00df er sich vor dem Finale, sinnigerweise, etwas zur\u00fcckgehalten hatte. <strong>Mark Morouse<\/strong> brachte f\u00fcr den Kurwenal mit seinem Heldenbariton die notwendige Tiefe und ausgeglichene Mitte mit. <strong>Martin Tzonev<\/strong> interpretierte mit profunder Tiefe und Volumen die Partie des Marke. Nicht zu vergessen das dunkle Timbre im Mezzo von <strong>Daniela Denschlag<\/strong> in der gro\u00dfen Partie der Brang\u00e4ne.\u00a0 <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> charakterisierte mit seinem sehr differenziert gef\u00fchrten Bariton den B\u00f6sewicht Melot. \u00a0Das Beethoven Orchester unter <strong>Stefan Blunier<\/strong> gab Wagners Musik sehr akribisch wider, die leisen Anfangst\u00f6ne des Vorspiels ebenso, wie das gro\u00dfe Englischhornsolo im dritten Aufzug, nicht zu vergessen die dominierenden dramatischen und stark besetzten Klangexzesse, die sich stets differenziert durch die ganze Oper zogen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Musikalisch eine bis in die kleineren Rollen und den Chor genau gearbeitete Auff\u00fchrung, die auf der Basis des von Stefan Blunier vorbildlich gef\u00fchrten Orchesters stand. Vera Nemirova (Regie) versetzte die anfangs durch Rachsucht, dann durch den Liebestrank quasi in eine andere Welt entr\u00fcckte Geschichte von Tristan und Isolde in die Atmosph\u00e4re eines Treibhauses. Der Titel eines Wesendonck-Liedes <em>Im Treibhaus<\/em>, von Wagner als Vorstufe zur Oper bezeichnet, mag die Idee initiiert haben? Im Treibhaus wird der Wahnsinn der Liebe bis hin zum Tod dargestellt, wenn auch \u00a0in der auf Dauer etwas enervierenden Schreibmanie der beiden. Wenig schl\u00fcssig und provokant war der fast verschwenderische Umgang, auch gro\u00dfz\u00fcgiges Versch\u00fctten, des in einer riesigen Flasche vorhandenen Liebestranks. <strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nFelicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Dara Hobbs (Isolde), Robert Gambill (Tristan)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. 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