{"id":4760,"date":"2013-04-28T10:57:07","date_gmt":"2013-04-28T09:57:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4760"},"modified":"2013-05-27T18:54:23","modified_gmt":"2013-05-27T17:54:23","slug":"salome-darmstadt-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4760","title":{"rendered":"SALOME &#8211; Darmstadt, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"left\">von Richard Strauss (1864-1949), Musik-Drama in einem Aufzug, Libretto: Richard Strauss nach Oscar Wilde, Deutsch: Hedwig Lachmann, UA: 9. Dezember 1905 Dresden, K\u00f6nigliches Opernhaus<\/p>\n<p align=\"left\">Regie: John Dew, B\u00fchne: Heinz Balthes, Kost\u00fcme: Jos\u00e9-Manuel V\u00e1zquez, Choreographie: Anthoula Papadakis<\/p>\n<p align=\"left\">Dirigent: Martin Lukas Meister, Orchester des Staatstheater Darmstadt<\/p>\n<p align=\"left\">Solisten: Scott MacAllister (Herodes), St\u00e9phanie M\u00fcther (Herodias), Susanne Serfling (Salome), Kay Stiefermann (Jochanaan), Mark Adler (Narraboth), Erica Brookhyser (Ein Page der Herodias), u.a.<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung: 27. April 2013 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Darmstadt-Salome.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4761\" title=\"Darmstadt-Salome\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Darmstadt-Salome.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Darmstadt-Salome.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Darmstadt-Salome-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Prinzessin Salome ist vor den begehrlichen Blicken ihres Stiefvaters Herodes aus dessen Palast geflohen. Im Mondschein schw\u00e4rmt der Soldat Narraboth von Salomes Sch\u00f6nheit. Aus einer Zisterne dringt die Stimme des Propheten Jochanaan, der dort von Herodes gefangen gehalten wird. Salome ist sofort fasziniert und verf\u00fchrt Narraboth dazu, den Gefangenen trotz des strikten Verbotes durch Herodes heraufzuholen. In seinen Rufen verurteilt Jochanaan das sittenlose Gebaren am Hof des Herodes, auch alle Ann\u00e4herungen Salomes weist er br\u00fcsk ab. Als diese Jochanaan zu k\u00fcssen versucht, begeht Narraboth aus Eifersucht Selbstmord. Jochanaan verflucht Salome und steigt wieder in die Zisterne hinab.<\/p>\n<p align=\"left\">Herodes, gefolgt von seiner Frau Herodias und den \u00fcbrigen G\u00e4sten einer Festgesellschaft, suchen nach Salome. Herodes bittet sie, f\u00fcr ihn zu tanzen und verspricht, ihr als Gegenleistung jeden Wunsch zu erf\u00fcllen. Salome tanzt und fordert dann den Kopf des Jochanaan in einer Silbersch\u00fcssel. Nur widerwillig erf\u00fcllt ihr Herodes den Wunsch. Mit Entsetzen mu\u00df er ansehen, wie Salome den abgeschlagenen Kopf k\u00fc\u00dft. Daraufhin befiehlt Herodes seinen Soldaten, Salome zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das B\u00fchnenbild besteht zun\u00e4chst nur aus einem runden Bett, in dessen Mitte Salome liegt. Die Wand des Bettes ziert das Gem\u00e4lde <em>Die schlafende Zigeunerin<\/em> von Henri Rousseau. Das Bild verweist auf das Operngeschehen. W\u00e4hrend der gesamten Oper wird mit solchen Verbindungen zwischen Kunst aus der Entstehungszeit der Oper und den Vorg\u00e4ngen auf der B\u00fchne gearbeitet. Die ansonsten leere B\u00fchne wird mit vielen bunten Lichteffekten bespielt. Die Kost\u00fcme sind sehr schlicht gehalten; eine Ausnahme bildet hierbei das opulente Kleid der Herodias. Das Bett Salomes wird bald weggerollt und gibt den Blick auf einen Zisternendeckel frei, unter dem sich Jochanaan befindet. Ansonsten kommen nur wenige Requisiten auf die B\u00fchne: die Festgesellschaft setzt sich erst \u00fcber die B\u00fchne verteilt auf einige St\u00fchle, um Salomes Tanz zu betrachten. Dieselben St\u00fchle werden dann sp\u00e4ter zu einer Reihe aufgestellt, so da\u00df die S\u00e4nger mit Popcorn in den H\u00e4nden und dem Blick in Richtung Publikum den Ku\u00df der Salome verfolgen k\u00f6nnen. Das letzte Bild der Oper zeigt Juden und Nazarener, die nach der T\u00f6tung der Prinzessin die Gliedma\u00dfen einer Schaufensterpuppe in die H\u00f6he halten.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Susanne Serfling <\/strong>ist eine wundervolle Salome. Besonders beeindruckend ist ihr stimmlicher Facettenreichtum, der allein schon zeigt, wie vielschichtig die Figur musikalisch angelegt ist. Die lyrischen Passagen geraten ihr so verf\u00fchrerisch wie dramatisch \u00fcberw\u00e4ltigend. Die jugendliche Naivit\u00e4t leuchtet mit Leichtigkeit auch in den hohen Lagen durch und der Abscheu wird dem Stiefvater im Sprechgesang entgegengeschleudert. <strong>Kay Stiefermanns\u00a0 <\/strong>(Jochanaan) sehr kraftvoller und runder Bariton war ihr \u00fcberzeugender Gegenpart. Auch aus der Tiefe der Zisterne t\u00f6nten seine Prophezeiungen verst\u00e4ndlich empor, obwohl er leider teilweise durch das Orchester \u00fcbert\u00f6nt wurde. <strong>Mark Adler <\/strong>konnte als Narraboth ebenso \u00fcberzeugen wie die Mezzosopranistin <strong>Erica Brookhyser <\/strong>in der Rolle des Pagen. Von dem allgemein sehr hohen musikalischen Niveau fiel nur <strong>Scott MacAllister <\/strong>etwas ab, dessen Stimme zu flach war, um alle Nuancen des Herodes auch gesanglich wiederzugeben. In all dem wurden die S\u00e4nger von einem gl\u00e4nzend\u00a0 aufgestelltem Orchester unterst\u00fctzt. <strong>Martin Lukas Meister<\/strong> entwirrte die vielen motivischen Str\u00e4nge der Strauss\u2019schen Musik und brachte sie deutlich zu Geh\u00f6r. Selbst im lautesten Get\u00f6se gingen kein Instrument und keine S\u00e4ngerstimme unter, mit Ausnahme vielleicht des Jochanaan.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Musikalisch war dieser Abend eine Glanzleistung \u2013 inszenatorisch nicht. Das Gewirr aus Jugendstilzitaten, Jahrhundertwendegem\u00e4lden, kitschigen Lichteffekten und Slapstickeinlagen mochte vielleicht die Dekadenz der Gesellschaft (der damaligen und der heutigen) zeigen \u2013 aber diese Idee war weder neu noch gut umgesetzt. Die Personenf\u00fchrung blieb in der Bebilderung des Gesungenen stecken und lieferte damit keine schl\u00fcssige Interpretation der Oper. Das Publikum zeigte sich jedoch zufrieden und belohnte das gesamte Team mit lang anhaltendem Applaus.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Barbara Aum\u00fcller<\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt: Susanne Serfling (Salome), Kay Stiefermann (Jochanaan)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. April 2013 (Premiere)<br \/>\nDas B\u00fchnenbild besteht zun\u00e4chst nur aus einem runden Bett, in dessen Mitte Salome liegt.<br \/>\nSusanne Serfling ist eine wundervolle Salome. 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