{"id":4747,"date":"2013-04-22T21:02:08","date_gmt":"2013-04-22T20:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4747"},"modified":"2013-05-10T18:36:23","modified_gmt":"2013-05-10T17:36:23","slug":"ein-traumspiel-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4747","title":{"rendered":"EIN TRAUMSPIEL &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ingvar Lidholm (* 1921), Oper in einem Vorspiel und zwei Akten nach August Strindberg; UA: 1992 Stockholm, K\u00f6nigliche Oper<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Christian Sedelmayer, Kost\u00fcme Caroline von Voss, Video: Bahadir Hamdemir, Dramaturgie: Michael Dissmeier<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Solyom, Staatskapelle, Schola Cantorum Weimar, Opernchor,<\/p>\n<p>Solisten: \u00a0Heike Porstein (Agnes), Uwe Schenker-Primus (Offizier), Sebastian Campione (Advokat), Friedrich Aurich (Zettelankleber) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. April 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Weimar-Traumspiel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4748\" title=\"Weimar-Traumspiel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Weimar-Traumspiel.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Weimar-Traumspiel.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Weimar-Traumspiel-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Ingvar Lidholm gilt als einer der angesehensten gegenw\u00e4rtigen schwedischen Komponisten. <em>Ein Traumspiel<\/em> wurde zu seiner bisher einzigen gro\u00dfen Oper, mit der er das surrealistisch-sozialkritische, gleichnamige Drama Strindbergs musikalisch umsetzt. Es spiegelt die Hilflosigkeit und Verzweiflung Strindbergs \u00fcber die Qual des einfachen \u201eDaseins\u201c wieder, die sein Leben zur Entstehungszeit des Dramas pr\u00e4gte.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Agnes \u2013 Tochter des Gottes Indra \u2013 steigt in Menschengestalt auf die Erde hinab, um das R\u00e4tsel\u00a0 menschlichen Ungl\u00fccks zu l\u00f6sen und beheben. Zun\u00e4chst begegnet sie in einem gl\u00e4sernen Schlo\u00df dem Offizier, der seit sieben Jahren hoffnungslos in die Theaters\u00e4ngerin Victoria verliebt ist. Der Zettelankleber des Theaters hingegen w\u00fcnscht sich sehns\u00fcchtig ein gr\u00fcnes Fischernetz. Nachdem ein Polizist den Theatermitarbeitern die \u00d6ffnung einer geheimnisvollen T\u00fcr verbietet, machen sich alle auf zum Advokat, der kurz vor Verleihung seiner Doktorw\u00fcrde steht, die dann aber ungerechterweise dem Offizier statt ihm zuerkannt wird. Agnes ehelicht den Advokat, mu\u00df aber feststellen, wie m\u00fchsam ein Leben in Armut ist und folgt schlie\u00dflich dem blinden Offizier an einen Strand gegen\u00fcber der Bucht Freudenwieck. W\u00e4hrenddessen m\u00f6chte der Offizier in einer Klasse von Erstkl\u00e4ssler geistig reifen und beweist mit dem Beleg von 2&#215;2=2 die unlogische Logik. Schlie\u00dflich soll das Geheimnis um die T\u00fcr gel\u00fcftet werden, um das sich die Dekane verschiedener Fakult\u00e4ten streiten \u2013 doch hinter dieser T\u00fcr liegt nichts als Leere. Ern\u00fcchtert beschlie\u00dft Agnes, die Erde zu verlassen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Auf die vollkommende Dunkelheit von B\u00fchne, Orchestergraben und Zuschauerraum w\u00e4hrend des orchestralen Vorspiels folgt im ersten Akt als Handlungsort ein dreieckiger Spiegelraum mit verspiegelten T\u00fcren bzw. Ausg\u00e4ngen, der im zweiten Akt einer schwarz-wei\u00df gestreiften Gestaltung weicht, sich zum Ende allerdings wieder in den verspiegelten Raum zur\u00fcckverwandelt. Ein teilweise ausgesprochen farbenfrohes Lichtspiel ziert den verspiegelten Raum. Die Solisten tragen ihren jeweiligen Funktionen und zum Teil dem B\u00fchnenbild angepa\u00dfte Alltagskleidung: Neben Agnes wei\u00df-schwarzem Kleid erschien der Offizier im Frack, der Advokat im Anzug und der Zettelankleber im Arbeitsanzug. Die Kost\u00fcme Opernchores bestehen in hautfarbenen Anz\u00fcgen, vor denen sie zeitweilig Papierkleider mit unterschiedlichsten Motiven (Alltagskleidung, Statuenbilder, Hotdog etc.) tragen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Heike Porstein<\/strong> (Agnes) setzte mit ihrer gesanglichen Leistung an diesem Abend Glanzpunkte: Sie bew\u00e4ltigte ohne Einschr\u00e4nkung ihre komplizierte Sopranpartie, die in Ambitus und durch z.T. unsangliche Melodief\u00fchrung sehr viel abverlangte. Doch zeigte sie saubere Intonation bis in die Spitzent\u00f6ne sowie eine differenzierte klanglichen Gestaltung <em>Es ist schade um euch Menschen<\/em> (1. Akt). Eine ebenso \u00fcberzeugende Leistung lieferte <strong>Uwe Schenker-Primus<\/strong> als Offizier. Ihm gelang es, seiner vollen, tragenden Ba\u00dfstimme eine geb\u00fchrenden samtenen Anstrich zu verleihen, um z\u00e4rtlich das <em>Himmelskind<\/em> zu besingen, dann aber sofort auf eine gewisse H\u00e4rte und Kraft umzuschwenken, wenn er kurze Zeit sp\u00e4ter \u00fcber seine ungerechte Kindheit philosophiert. Auch die eingestreuten gesprochenen Kommentare und Erz\u00e4hlungen verstand er mit charmantem Witz auszugestalten <em>Der Herbst ist mein Lenz \u2013 da beginnt die Theatersaison! Da muss sie kommen!<\/em>\u00a0 ( alles 1. Akt)). <strong>Sebastian Campione<\/strong> in der Rolle des Advokaten zeigte zu Beginn seines Auftrittes eine gute Durchsetzungsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber dem Orchesterklang, die dann leider zeitweilig nachlie\u00df, aber im zweiten Akt wieder zur\u00fcckkehrte. Er verf\u00fcgte \u00fcber ein sorgsam ausgeglichenes Vibrato, womit dennoch eine sehr gute Textverst\u00e4ndlichkeit einherging. Diese kann auch <strong>Friedrich Aurich<\/strong> (Zettelankleber) zugesprochen werden. Besonders gelang ihm eine humorvolle Mimik und Gestik, die &#8211; von seinem kr\u00e4ftigen Ba\u00df untermalt \u2013 ihre Wirkung besonders bei seiner Schw\u00e4rmerei \u00fcber das gr\u00fcne Fischernetz (1. Akt) nicht verfehlte. Ein besonderes Lob mu\u00df dem <strong>Opernchor <\/strong>und der <strong>Staatskapelle<\/strong> unter der Leitung von <strong>Stephan Solyom <\/strong>gelten. Es gelang eine musikalisch ausgezeichnete Leistung, die sich im exakt abgestimmten Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern wie in dynamisch ausdifferenzierter und effektreicher musikalischer Gestaltung, dem Einsatz verschiedener Klangfarben und Artikulation zeigte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Der Premierenabend wurde mit reichlich Beifall f\u00fcr alle Beteiligten gew\u00fcrdigt, das Publikum reagierte begeistert und der modernen Inszenierung gegen\u00fcber sehr aufgeschlossen.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Matthias Horn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: \u00a0Heike Porstein (Agnes) im Theaterflur<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20. April 2012 (Premiere)<br \/>\nNeben Agnes wei\u00df-schwarzem Kleid erschien der Offizier im Frack, der Advokat im Anzug und der Zettelankleber im Arbeitsanzug.<br \/>\nHeike Porstein (Agnes) setzte mit ihrer gesanglichen Leistung an diesem Abend Glanzpunkte.<br \/>\nDer Premierenabend wurde mit reichlich Beifall f\u00fcr alle Beteiligten gew\u00fcrdigt, das Publikum reagierte&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4747\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,94],"tags":[],"class_list":["post-4747","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-weimar-deutsches-nationaltheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4747"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4747\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4853,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4747\/revisions\/4853"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}