{"id":4743,"date":"2013-04-02T20:59:52","date_gmt":"2013-04-02T19:59:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4743"},"modified":"2013-05-11T09:23:44","modified_gmt":"2013-05-11T08:23:44","slug":"siegfried-dessau-anhaltisches-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4743","title":{"rendered":"SIEGFRIED &#8211; Dessau, Anhaltisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des <em>Ring des Nibelungen<\/em>, Libretto: R. Wagner, UA: 16. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Andre B\u00fccker, B\u00fchne: Jan Steigert, Kost\u00fcme: Suse Tobisch<\/p>\n<p>Dirigent: Antony Hermus, Anhaltische Philharmonie Dessau<\/p>\n<p>Solisten: Peter Svensson (Siegfried), Albrecht Kludszuweit (Mime), Ulf Paulsen(Wanderer), Stefan Adam (Alberich), Dirk Aleschus (Fafner), Rita Kapfhammer (Erda), Iordanka Derilova (Br\u00fcnnhilde), Angelina Ruzzafante (Stimme eines Waldvogels)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Dessau-Siegfried.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4744\" title=\"Dessau-Siegfried\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Dessau-Siegfried.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Dessau-Siegfried.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Dessau-Siegfried-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Siegfried wird vom Zwerg Mime gro\u00dfgezogen ohne Respekt oder Furcht zu kennen. Wie es der Wanderer prophezeit, gelingt es dem Furchtlosen das Schwert Nothung aus Tr\u00fcmmern neu zu schmieden. Mimes Ziel ist es, Siegfried gegen Fafner aufzustacheln, damit er ihn t\u00f6te und ihm den Ring verschaffe. Nachdem Siegfried den Riesenwurm get\u00f6tet hat, bringt er den Ring an sich und erkennt durch das magische Drachenblut die wahren Ziele Mimes. Aus Zorn bringt er ihn um und macht sich auf zum Br\u00fcnnhildenfelsen, um dort Br\u00fcnnhilde zu erwecken und ihre Liebe zu erringen. Zuvor trifft er auf den Wanderer \u2013 den umherstreifenden Gott Wotan \u2013 und zerschl\u00e4gt dessen Speer, der Wotan die Macht \u00fcber die Welt sicherte. Wotan tritt ab und macht Siegfried so den Weg frei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Akt f\u00fchrt uns in Mimes Wohnzimmer, wo sich Mime und Siegfried in Computerspielen duellieren. Projektionen zeigen uns einen Drachen im Flug, einen B\u00e4ren im Angriff, das Schwert zieht Siegfried aus einer Icon-Liste-Projektion. Wotan besucht Mime in einer Borg-Verkleidung aus <em>Star Trek<\/em>, w\u00e4hrend Siegfried und Mime als Computer-Nerds unserer Tage gekleidet sind. Fafners H\u00f6hle (dargestellt durch einen W\u00fcrfel) liegt vor einem umklappbaren Wald aus Holzlatten. Als Drachen sieht man nur seine \u00fcberdimensionalen Augen, sein Kost\u00fcm ist von zahllosen Speeren durchbohrt. Br\u00fcnnhilde sieht genauso aus wie in der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>, der Br\u00fcnnhildenfelsen ist wieder der aus verschiebbaren Quadern bestehende schwarze Schachtelturm. Davor die beiden gekr\u00fcmmt aufgeh\u00e4ngten Vorh\u00e4nge, die kreisf\u00f6rmig verfahren werden k\u00f6nnen. Diese werden genauso als Projektionsfl\u00e4che genutzt, wie die aufwendig verkleideten B\u00fchnenportale.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Den Auftritt von <strong>Ulf Paulsen <\/strong>als Wanderer<strong> <\/strong>kann man durchaus als sensationelle Entdeckung feiern. Das helle baritonale Timbre klingt in dieser Rolle ungewohnt, jedoch verf\u00fcgt er \u00fcber gen\u00fcgend Reserven, um auch in den tiefen Lagen vollmundig zu klingen \u2013 selbst wenn er manchmal an Grenzen st\u00f6\u00dft. Ebenfalls eine Entdeckung ist <strong>Albrecht Kludszuweit<\/strong>. Er setzt die Tendenz fort, die Rolle des Mime nicht mit einem abgesungenen, sondern einem lyrischen Tenor mit Saft und Kraft zu besetzen. Das Potential f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Rollen wie Siegfried hat er bereits unter Beweis gestellt. Dieses Potential l\u00e4\u00dft <strong>Peter Svensson <\/strong>(Siegfried) vermissen. Obwohl unter den Folgen einer Erk\u00e4ltung leidend, doch nicht als indisponiert angesagt, offenbarte er Probleme mit der Intonation, zieht die T\u00f6ne von unten hinauf.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Finale gewinnt ohne Probleme <strong>Iordanka Derilova<\/strong> (Br\u00fcnnhilde). Ihr schwerer dramatischer Sopran gibt der Rolle Gewicht, hohe T\u00f6ne trifft sie auch im Forte, auch wenn dieses nicht frei von Sch\u00e4rfen ger\u00e4t. Die kleinen Rollen sind durch die Bank herausragend besetzt, <strong>Angelina Ruzzafante<\/strong> als schwerer Koloratursopran hat keine Probleme mit dem Waldvogel-Gezwitscher in den h\u00f6chsten T\u00f6nen. <strong>Rita Kapfhammer <\/strong>verf\u00fcgt \u00fcber ein schier unersch\u00f6pfliches Stimmvolumen und Ton-Umfang und verleiht der sterbenden Erda Format. <strong>Stefan Adam<\/strong> gestaltet den Alberich mit d\u00e4monischer Schw\u00e4rze. <strong>Antony Hermus<\/strong> f\u00fchrt die Anhaltische Philharmonie ohne Probleme durch die Untiefen des <em>Siegfried<\/em>. Die symphonischen Abschnitte wie <em>Waldweben<\/em> oder Vorspiel zum dritten Akt werden monumental breit mit viel Leidenschaft gespielt. So werden die Motive deutlich herausgearbeitet und es gelingt, die Wagnerschen Klangb\u00f6gen zu einem gro\u00dfen Ganzen zu verschwei\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Minutenlange Ovationen, ein tobendes Publikum \u2013 auch die zweite Premiere des von hinten aufgez\u00e4umten <em>Ringes<\/em> wird vom Publikum gesch\u00e4tzt: Wegen des von der Liebe zum Gegens\u00e4tzlichen gepr\u00e4gten B\u00fchnenbildes und der insgesamt guten musikalischen Leistung. Der sogenannte Bauhausstil aus der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> (d.h. k\u00f6rperstarre bzw. gestendominierte Personenf\u00fchrung und grelle Projektionen) wird durch computeranimierte B\u00fchnenbilder und hippe Bewegungsabl\u00e4ufe aufgebrochen. Dieser Stil gewinnt durch die Gegens\u00e4tzlichkeit \u00a0zus\u00e4tzlichen Unterhaltungswert, wirft aber auch viele Fragen auf, die mit der <em>Walk\u00fcre<\/em> 2014 beantwortet werden sollten. Musikalisch ist der Abend schon wegen des Deb\u00fcts von Ulf Paulsen ein Erlebnis, auch die Interpretation von Antony Hermus setzt Akzente. So wird deutlich, da\u00df dieser dritte <em>Ring<\/em> im Gro\u00dfraum Berlin auf hohem Niveau mitspielen kann.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Rita Kapfhammer (Erda), Ulf Paulsen(Wanderer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<br \/>\nDer erste Akt f\u00fchrt uns in Mimes Wohnzimmer, wo sich Mime und Siegfried in Computerspielen duellieren.<br \/>\nDas gro\u00dfe Finale gewinnt ohne Probleme Iordanka Derilova (Br\u00fcnnhilde).<br \/>\nMinutenlange Ovationen, ein tobendes Publikum&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4743\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-4743","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dessau-anhaltisches-staatstheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4743","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4743"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4743\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4867,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4743\/revisions\/4867"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}