{"id":4719,"date":"2013-04-17T15:32:42","date_gmt":"2013-04-17T14:32:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4719"},"modified":"2013-05-10T18:43:41","modified_gmt":"2013-05-10T17:43:41","slug":"hansel-und-gretel-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4719","title":{"rendered":"H\u00c4NSEL UND GRETEL &#8211; Paris, Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Witte, nach dem M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm, U.A. 23. Dezember 1893 Weimar, Hoftheater (Dirigent: Richard Strauss)<\/p>\n<p>Regie: Mariame Cl\u00e9ment, B\u00fchne\/Kost\u00fcme:\u00a0 Julia Hansen, Licht: Philippe Berthomet, Choreographie: Mathieu Guilhaumon<\/p>\n<p>Dirigent: Claus Peter Flor, Orchestre de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris, Ma\u00eetrise des Hauts-de-Seine, Ch\u0153ur d\u2019Enfants de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Solisten: Jochen Schmeckenbecher (Peter), Irmgard Vilsmaier (Gertrud), Daniela Sindram (H\u00e4nsel), Anne-Catherine Gillet (Gretel), Anja Silja (Knusperhexe), Elodie Hache (Sandm\u00e4nnchen), Orga Seliverstova (Taumm\u00e4nnchen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. April 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Paris-Haensel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4720\" title=\"Paris-Haensel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Paris-Haensel.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Paris-Haensel.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Paris-Haensel-300x196.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>H\u00e4nsel und Gretel singen und tanzen,\u00a0 um ihren Hunger zu vergessen. Schlie\u00dflich schickt die Mutter ihre Kinder in den Wald, um Beeren zu sammeln, weil sie nichts mehr zum Abendessen hat. Der Vater\u00a0 kommt erfreut nach Hause, weil er all seine Besen verkauft hat und Lebensmittel kaufen konnte. Inzwischen wird es im Walde dunkel und unheimlich. Die Kinder haben den Weg verloren und f\u00fcrchten sich. Das Sandm\u00e4nnchen legt sie zur Ruhe und 14 Engel beh\u00fcten sie. Am Morgen entdecken sie ein verlockendes Knusperh\u00e4uschen, an dem sie ihren Hunger stillen. Doch die Hexe \u00fcberrascht sie. H\u00e4nsel wird\u00a0 in einen K\u00e4fig gesperrt, Gretel mu\u00df arbeiten und soll H\u00e4nsel m\u00e4sten, damit er einen fetten Braten f\u00fcr die Hexe abgebe. Doch Gretel gelingt es, H\u00e4nsel zu befreien, und gemeinsam sto\u00dfen sie die Hexe in den Backofen. Damit befreien sie auch all die anderen Kinder, die von der Hexe gefangen gehalten waren.\u00a0 Kinder und Eltern feiern ein Freudenfest.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Nie vorher war dieses M\u00e4rchenspiel\u00a0 in der Pariser Oper gegeben worden. Und der <em>\u00e9sprit fran\u00e7ais<\/em> l\u00e4\u00dft wohl hier auch kein M\u00e4rchen zu, ohne es zu rationalisieren. Demnach verwandelt Mariame Cl\u00e9ment die Oper in eine wirklichkeitsnahe Geschichte, die, halb traumhaft, halb wachend der Phantasie der Kinder entwachsen ist, nachdem sie des Vaters Erz\u00e4hlung von der b\u00f6sen Knusperhexe geh\u00f6rt haben. Nie verlassen die Kinder ihr Haus. Alles Geschehen spielt sich in der b\u00fchnenf\u00fcllenden Bewohnung ab \u2013 wie ein zweist\u00f6ckiges Puppenhaus in vier zum Publikum offene Zimmer geteilt. Nur in der Mitte ein hoher Zwischenraum, wo zwischen stilisierten Baumst\u00e4mmen dem Irrealen begrenzt Einla\u00df gew\u00e4hrt wird. Die Idee, in einem Zimmer die beiden erwachsenen H\u00e4nsel-und-Gretel-S\u00e4ngerinnen auftreten zu lassen, im Nebenzimmer zwei wirkliche Kinder, die das Geschehen pantomimisch verdoppeln, ist originell und wirkungsvoll. M\u00f6bel, Ausstattung und Kost\u00fcme entsprechend dem kleinb\u00fcrgerlichen Milieu der 1880iger Jahre, der Vater ist Staubsaugervertreter. Die Hexe, in giftrotem Glitzerkleid, tanzt mit ihren Hexenhelferinnen <em>Cancan<\/em> und wohnt in einer Riesencremetorte, die angerollt wird. Und damit die Psychoanalyse nicht unter dem Tisch f\u00e4llt, haben Mutter und Hexe beide rote Haare. Alles M\u00e4rchenhafte geht weitgehend verloren. Mimik und Gestik sind sehr genau und oft sehr wirkungsvoll-komisch herausgearbeitet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Humperdinck ist ohne Zweifel ein Wagner-Epigone. Dennoch nimmt seine Musik, bald polternd, bald unheimlich dunkel, dann wieder ausgelassen, fast operettenhaft fr\u00f6hlich, mit den hineingewobenen bekannten Volksweisen eine entschiedene Eigenst\u00e4ndigkeit an. <strong>Claus Peter Flor<\/strong> dirigiert diese vielseitig erfreulichen Partitur mit Schwung, aber ist offensichtlich nicht immer Herr seiner eigenen Begeisterung, denn einige Male \u00fcberdeckt er im \u00dcberschwang der instrumentalen Entfaltung die Stimmen der Solisten.<\/p>\n<p>Das S\u00e4ngerensemble ist ausgezeichnet. Besonders <strong>Daniela Sindram<\/strong> (H\u00e4nsel) und <strong>Anne-Catharine Gillet<\/strong> (Gretel) singen und spielen kinderhaft nat\u00fcrlich die beiden Haupttrollen, die eine mit klarer, reiner Stimmf\u00fchrung und\u00a0 den weichen, dunklen Untert\u00f6nen ihres Mezzo den H\u00e4nsel, die andere mit ihrem kraftvollen, gut kontrollierten Sopran die Gretel. Bezaubernd und erfrischend schon das fr\u00f6hliche <em>Br\u00fcderlein, komm tanz mit mir <\/em>im ersten Bild. <strong>\u00a0Jochen Schmeckenbecher<\/strong> ist ein wohlklingender poltender Vater in <em>Rallalala, rallalala, heissa Mutter, ich bin da<\/em> und <strong>Irmgard Vilsmaier<\/strong> mit ihrem dramatischen glasklaren Sopran eine emotionale Mutter. Besonders erw\u00e4hnt sei <strong>Anja Silja<\/strong> als schrille, schillernde Knusperhexe. <strong>Elodie Hache<\/strong> und <strong>Olga Seliverstowa<\/strong> als diesmal fast m\u00e4rchenhaftes Sandm\u00e4nnchen und Taum\u00e4nnchen singen gef\u00e4llig ihren kurzen Auftritt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Ein h\u00fcbsches, viel beklatschtes H\u00e4nsel und Gretel <em>\u00e0 la fran\u00e7aise.<\/em><\/p>\n<p>Alexandre Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild : Monika Rittershaus\/Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Biel zeigt: Anne-Catherine Gillet (Gretel), Daniela Sindram (H\u00e4nsel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. April 2013 (Premiere)<br \/>\nNie vorher war dieses M\u00e4rchenspiel  in der Pariser Oper gegeben worden.<br \/>\nDas S\u00e4ngerensemble ist ausgezeichnet. 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