{"id":4709,"date":"2013-04-04T21:05:41","date_gmt":"2013-04-04T20:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4709"},"modified":"2013-05-10T19:40:54","modified_gmt":"2013-05-10T18:40:54","slug":"parsifal-salzburg-osterfestspiele-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4709","title":{"rendered":"PARSIFAL &#8211; Salzburg, Osterfestspiele Salzburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), B\u00fchnenweihfestspiel in drei Aufz\u00fcgen, Dichtung: Richard Wagner, nach dem mittelalterlichen Epos von Wolfram von Eschenbach UA: 26. Juli 1882 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Michael Schulz, B\u00fchne: Alexander Polzin<\/p>\n<p>Dirigent: Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der s\u00e4chsischen Staatsoper Dresden und der Bayerischen Staatsoper, Kinderchor der Salzburger Festspiele, Choreinstudierung: Pablo Assante und Wolfgang G\u00f6tz<\/p>\n<p>Solisten: Wolfgang Koch (Amfortas und Klingsor), Milcho Borovinov (Titurel), Stephen Milling (Gurnemanz), Johan Botha (Parsifal), Michaela Schuster (Kundry), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. April 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Salzburg-Parsifal.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4710\" title=\"Salzburg-Parsifal\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Salzburg-Parsifal.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"257\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Salzburg-Parsifal.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Salzburg-Parsifal-300x220.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Konzerte den Salzburger Osterfestspielen<br \/>\n<\/strong>Die Salzburger Osterfestspiele bestehen aus Konzerten und Opern. In diesem Jahr ist das Residenzorchester die S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, das Dirigentenpult teilen sich Christian Thielemann und Myung-Whun Chung, der seine bei Verdi- und Mahler-Auff\u00fchrung souver\u00e4n gestaltet. F\u00fcr die Konzerte wird \u00fcber dem Orchestergraben des gro\u00dfen Festspielhauses ein Konzertpodium aufgebaut, das Orchester sitzt erh\u00f6ht, ist aber nicht von der Lautst\u00e4rke her dominant, sondern klingt filigran und transparent. Da wird Beethovens viertes Klavierkonzert mit Evgeny Kissin zu einem Tanz der Kadenzen \u2013 die Klavier-Anschl\u00e4ge sind pr\u00e4gnant, es gelingt die von Beethoven erstrebte harmonische Verschmelzung zwischen Klavier und Orchester und f\u00fchrt im dritten Satz zu einer heiter t\u00e4nzerischen Ausf\u00fchrung des Rondos.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Amfortas leidet an einer Verletzung, die er bei dem Raub des heiligen Speers durch Klingsor erlitten hat. Nur durch die Ber\u00fchrung mit dem heiligen Speer ist Heilung m\u00f6glich \u2013 durch \u201eeinen reinen Tor\u201c. Gurnemanz h\u00e4lt Parsifal f\u00fcr den \u201ereinen Tor\u201c und nimmt ihn mit in die Gralsburg. Als er sich get\u00e4uscht sieht, setzt er Parsifal vor die T\u00fcr. Parsifal findet den Zaubergarten Klingsors mit seinen verf\u00fchrerischen M\u00e4dchen. Als auch Kundry ihn nicht halten kann, versucht Klingsor ihn mit dem Speer zu bannen. Parsifal ergreift den Speer, der Zaubergarten versinkt. Parsifal kehrt zur\u00fcck zu den Gralsrittern, die von Amfortas fordern, den Gral zu enth\u00fcllen, doch Amfortas will lieber sterben. Parsifal heilt die Wunde mit dem Speer und enth\u00fcllt den Gral.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Christian Thielemann ist hier f\u00fcr die deutsche Romantik zust\u00e4ndig und hat damit die Leitung des <em>Parsifal<\/em> inne. Im ersten Akt sehen wir einen R\u00f6hrenwald, der bei Bedarf mit wei\u00dfem Rauch verdunkelt werden kann, die Szenerie versteckt sich teilweise wie hinter B\u00e4umen. Im Gegensatz dazu stehen im zweiten Akt Skulpturen \u2013 mehr oder weniger besch\u00e4digt \u2013 auf der B\u00fchne herum. Die Blumenm\u00e4dchen tragen helle Uniformen und wirken wenig blumenhaft. Im dritten Akt steht nur noch eine wei\u00dfe Rampe in der Mitte, auf der sich sterbende Gralsritter niederlegen \u2013 flankiert von wilden Wolfs-Statuen. Einen Karfreitagszauber gibt es nicht, als die <em>Tr\u00e4nen des Erl\u00f6sers<\/em> erw\u00e4hnt werden, beginnt die wei\u00dfe Rampe zu glitzern. Was ist der Gral? Zuerst befindet sich die L\u00f6sung in einer Kiste, deren Inhalt die Gralsritter blendet, zum Ende spielen die Gralsritter den Kalvarienberg nach. Die Gralsritter wirken in Ihren wei\u00dfen Uniformen wie Eisplanet-Soldaten aus dem <em>Krieg der Sterne<\/em> oder Endzeit-Krieger aus dem <em>Planet der Affen<\/em>. Genausowenig konkret ist die Kleidung der anderen Protagonisten in vielen Farben aus irgendwelchen Filmen entlehnt. Dazu geh\u00f6rt auch ein Christus-Darsteller, der von einem dunkel gekleideten Gegenspieler durch die Akte w\u00e4hrend des Leidenswegs begleitet wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Wieder einmal ist ein Unterschied zwischen dem B\u00fchnengeschehen und den musikalischen Welten der s\u00e4chsischen Staatskapelle unter <strong>Christian Thielemann <\/strong>zu erleben.<strong> <\/strong>W\u00e4hrend sich der Sinn der Handlung nicht erschlie\u00dfen will, entstehen mystische Weiten der Gralswelt in weihevoller Getragenheit ohne hohles Pathos, der Karfreitagszauber ist bis in die letzten Nuancen aufbereitet: da entstehen fr\u00fchlingshafte Farbwelten vor dem inneren Auge des Zuh\u00f6rers. Ebenso brillant zeigen sich die vereinigten Ch\u00f6re aus M\u00fcnchen und Dresden, die weniger mit Kraft als mit harmonisch-einheitlichen Glanz \u00fcberzeugen, Lob auch f\u00fcr den Kinderchor.<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Koch<\/strong> ist ein strahlender Helden-Bariton mit Durchschlagskraft und guter Textverst\u00e4ndlichkeit. Ihm gelingt es, sowohl Amfortas als auch Klingsor mit seinen umfangreichen stimmlichen Mitteln ein unterschiedliches Format zu geben. \u00c4hnliches kann man \u00fcber <strong>Milcho Borovinov<\/strong> sagen, der Titurel als dominanten Zeremonienmeister zeichnet. <strong>Stephen Milling <\/strong>(Gurnemanz) ist zwar wortgewaltig, h\u00e4lt sich jedoch stimmlich zur\u00fcck und geht \u00fcber weite Strecken eher deklamatorisch als vollmundig vor. <strong>Michaela Schuster <\/strong>ist ein hochdramatischer Sopran mit viel Strahlkraft, auch ihr Piano tr\u00e4gt in diesem Haus. Jedoch wirkt die Stimme dabei schmal und eindimensional. <strong>Johan Botha <\/strong>klingt indisponiert, ohne sich jedoch ansagen zu lassen. So wirkt er schwach und farblos und kann seine Rolle \u00fcber weite Strecken nicht gestalten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Dies sind die ersten Salzburger Osterfestspiele f\u00fcr die s\u00e4chsische Staatskapelle Dresden. Es mag sein, da\u00df die Osterfestspiele im Jahr 2013 mit dem szenischen Scheitern des <em>Parsifal<\/em> leben m\u00fcssen, denn die Publikumsreaktion fiel eindeutig aus. Der Semperoper Dresden kann man nur empfehlen, die Produktion nur eingeschr\u00e4nkt zu \u00fcbernehmen, in Salzburg hingegen folgt 2014 mit der <em>Arabella<\/em> ein szenischer Neubeginn.<\/p>\n<p>Musikalisch ist die Arbeitsteilung zwischen Christian Thielemann und Myung-Whun Chung ein Pluspunkt. Orchester und Chor z\u00e4hlen unzweifelhaft zu den f\u00fchrenden Klangk\u00f6rpern unserer Zeit, das stellen sie mit dem diesj\u00e4hrigen Salzburger Osterfestspielen, mit dem <em>Parsifal<\/em> und den Orchesterkonzerten umjubelt, unter Beweis.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Blumenm\u00e4dchen verf\u00fchren Parsifal<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. April 2013<br \/>\nDie Salzburger Osterfestspiele bestehen aus Konzerten und Opern. Wieder einmal ist ein Unterschied zwischen dem B\u00fchnengeschehen und den musikalischen Welten der s\u00e4chsischen Staatskapelle unter Christian Thielemann zu erleben. 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