{"id":4693,"date":"2013-04-03T18:32:25","date_gmt":"2013-04-03T17:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4693"},"modified":"2013-05-11T09:19:12","modified_gmt":"2013-05-11T08:19:12","slug":"andrea-chenier-nurnberg-staattheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4693","title":{"rendered":"ANDREA CH\u00c9NIER &#8211; N\u00fcrnberg, Staattheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Umberto Giordano (1867-1948), Dramma di ambiente storico in vier Akten, Libretto: Luigi Illica, UA: 28. M\u00e4rz 1896 Milano, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Guy Montavon, B\u00fchne: Edoardo Sanchi, Kost\u00fcme: Roswitha Thiel<\/p>\n<p>Dirigent: Philipp Pointner, Staatsphilharmonie und Chor N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Vincent Wolfsteiner (Andrea Ch\u00e9nier), Mikolaj Zalassinski (G\u00e9rard), Ekaterina Godovanets (Maddalena), Judita Nagyov\u00e1 (Bersi), Christiane Marie Riedl (Contessa), Joanna Limanska-Pajak (Madelon), Javid Samadov (Roucher), Gor Harutyuanyan (Pietro Fl\u00e9ville\/Kerkermeister Schmidt), Darius Siedlik (Fouquier-Tinville), Daeyoung Kim (Mathieu), Hans Kitttelmann (Incredibile) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nuernberg_Chenier.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4694\" title=\"Nuernberg_Chenier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nuernberg_Chenier.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nuernberg_Chenier.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nuernberg_Chenier-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Auf einem Ball der Gr\u00e4fin de Coigny sorgen Verse, die der Dichter Andrea Ch\u00e9nier vortr\u00e4gt, f\u00fcr Aufregung. Er greift darin den Adel und seinen ausschweifenden Lebensstil an. Der Diener G\u00e9rard, der die Tochter des Hauses, Maddalena, heimlich liebt, bricht mit einem Tro\u00df Revolution\u00e4re in das Fest ein. Er wird zur\u00fcckgeschlagen und entlassen. Obwohl Ch\u00e9nier mit den revolution\u00e4ren Ideen sympathisiert, wird er aufgrund seiner Kontakte zum Adel bespitzelt. Sein Freund Roucher r\u00e4t ihm zur Flucht. Der Dichter weigert sich wegen der Liebesbriefe einer geheimnisvollen Unbekannten, die er kennenlernen will. Sie entpuppt sich als Maddalena de Coigny. Es kommt zu einer Liebesszene, die vom Incredibile beobachtet und an den mittlerweile zum Revolutionsf\u00fchrer aufgestiegenen G\u00e9rard verraten wird. Im Duell mit Ch\u00e9nier wird G\u00e9rard verwundet. Nach seiner Genesung l\u00e4\u00dft er den Dichter verhaften und stellt ihn vor das Tribunal. Maddalena setzt sich f\u00fcr seine Rettung ein, kann aber das Todesurteil nicht verhindern. W\u00e4hrend Andrea Ch\u00e9nier im Kerker auf seine Hinrichtung wartet, besticht Maddalena einen W\u00e4rter, sie anstelle einer verurteilten Delinquentin aufs Schafott zu schicken. Unter falschem Namen geht sie an der Seite ihres Geliebten in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Drei silbergraue W\u00e4nde mit Rokoko-Ornamenten rahmen die B\u00fchne quadratisch ein und sind durch wechselnde \u00d6ffnungen und \u00c4nderungen in der Position Schauplatz f\u00fcr Adelspalais, Platz in Paris, Revolutionstribunal und Kerker. Aus dem Schn\u00fcrboden h\u00e4ngen mal \u00fcberdimensionale Lilien, mal blinde Barockspiegel (teilweise in der Form eines Fallbeiles), mal Sitzreihen f\u00fcr das Volk im Gerichtssaal. Ansonsten sp\u00e4rliche M\u00f6blierung. Prachtvolle, aufw\u00e4ndige Rokokokost\u00fcme, farbenfroh und authentisch kreiert, visualisieren den Pomp des ausgehenden Ancien R\u00e9gime.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Revolutionsdrama hat die Staatsoper N\u00fcrnberg ein Werk des <em>Verismo<\/em> in den Spielplan gehoben. Und so schwelgt die Staatsphilharmonie unter der Stabf\u00fchrung des ersten Kapellmeisters Philipp Pointner \u201epuccini-like\u201c im Klangrausch. Emotionsgeladen, glutvoll und dramatisch ist das Dirigat des \u00d6sterreichers, durchsetzt von kammermusikalischer Intensit\u00e4t (Liebesduett) und t\u00e4nzerischen Akzenten. Fiebrige Leidenschaft, die in kraftvoller Dynamik ihre Entsprechung findet. Das Orchester folgt engagiert.<\/p>\n<p><strong>Vincent Wolfsteiner<\/strong> meistert die stimmlich anspruchsvolle Titelpartie souver\u00e4n und routiniert, vereinzelt mit etwas engem Ton. Die Durchschlagskraft seines Heldentenors l\u00e4\u00dft freilich nie zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Auch darstellerisch beeindruckt der S\u00e4nger mit seiner Rolleninterpretation des patriotisch gesinnten Poeten. Ein Gewinn f\u00fcr das Haus. Seine Partnerin <strong>Ekaterina Godovanets <\/strong>braucht etwas Anlauf und kann sich erst allm\u00e4hlich freisingen und \u2013spielen. Ihr kr\u00e4ftiger, h\u00f6hensicherer Sopran l\u00e4\u00dft die ber\u00fchmte, zu Filmehren gekommene, Arie <em>La mamma morta<\/em> zu einem H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung werden. Vor allem im Liebesduett besticht die S\u00e4ngerin mit ber\u00fcckend sch\u00f6nen Piani. Einfach gro\u00dfartig die Leistung des Baritons <strong>Mikolaj Zalassinski<\/strong> als Carlo G\u00e9rard. Bestens disponiert gestaltet der S\u00e4nger den Gegenspieler Ch\u00e9niers mit kerniger, profunder Stimme und ausdrucksstarker schauspielerischer Pr\u00e4senz. Aufhorchen lie\u00df als Rocher der junge <strong>Javid Samadov<\/strong> \u2013 ein Mitglied des internationalen Opernstudios \u2013 mit warmem, geschmeidigem Bariton. Als Fehlbesetzung mu\u00df hingegen <strong>Christiane Marie Riedl<\/strong> als Gr\u00e4fin von Coigny bezeichnet werden. Ebenfalls ein Mitglied des Opernstudios, ist sie f\u00fcr die Rolle von Maddalenas Mutter nicht nur zu jung, sie vermag auch stimmlich den Orchesterfluten nichts entgegen zu setzen. Ein gelungenes Rollenportrait liefert <strong>Judita Nagyov\u00e1<\/strong>, die Maddalenas Vertrauter Bersi ihren eleganten, leuchtenden Mezzosopran leiht. <strong>Hans Kittelmann<\/strong> \u00fcberzeugt als intriganter Incredibile mit markantem Charaktertenor. Die zahlreichen Nebenrollen, aus denen <strong>Joanna Limanska-Pajak<\/strong> als Madelon mit stimmsch\u00f6nem Mezzosopran und der Bassist <strong>Daeyoung Kim<\/strong> (Mathieu) herausragen, sind durchwegs sehr homogen besetzt. Vokal auf hohem Niveau die Chorszenen, von <strong>Tarmo Vaask<\/strong> vorz\u00fcglich einstudiert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die selten gespielte Oper ist eine Ko-Produktion mit dem Theater Erfurt. Hohen Anteil am positiven Gesamteindruck der Auff\u00fchrung hatte auch die rundum gelungene Inszenierung von Guy Montavon. Sein schl\u00fcssiges Konzept, das auf alberne Regiegags ebenso verzichtet, wie auf seltsame psychologische Deutungen und auch keine krampfhaften Aktualisierungsversuche unternimmt, beweist eindrucksvoll, da\u00df man mit einer sogenannten \u201ekonventionellen\u201c Regie auch heutzutage durchaus einen Opernabend von Format in Szene setzen kann. Gro\u00dfer, langanhaltender Applaus f\u00fcr alle Protagonisten, frenetische Beifallsst\u00fcrme f\u00fcr Mikolaj Zalassinski.<\/p>\n<p>Verena Hamann<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<br \/>\nDrei silbergraue W\u00e4nde mit Rokoko-Ornamenten rahmen die B\u00fchne quadratisch ein.<br \/>\nPrachtvolle, aufw\u00e4ndige Rokokokost\u00fcme, farbenfroh und authentisch kreiert.<br \/>\nHohen Anteil am positiven Gesamteindruck der Auff\u00fchrung&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4693\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-4693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4693"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4864,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4693\/revisions\/4864"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}