{"id":4688,"date":"2013-04-01T13:00:35","date_gmt":"2013-04-01T12:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4688"},"modified":"2013-05-11T09:26:44","modified_gmt":"2013-05-11T08:26:44","slug":"gotterdammerung-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4688","title":{"rendered":"G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG -Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Dritter Tag des <em>Ring des Nibelungen<\/em> in einem Vorspiel u. 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: R. Wagner, UA: 17. August 1876, Bayreuth<\/p>\n<p>Regie: Martin Sch\u00fcler, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Gundula Martin, Dramaturgie: Carola B\u00f6hnisch<\/p>\n<p>Dirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester, Chor: <em>Cantica Istropolitana Bratislava<\/em>,<em> <\/em>Herren des Extrachores<\/p>\n<p>Solisten: Craig Bermingham (Siegfried), Andreas J\u00e4pel (Gunther), Thomas Gazheli (Alberich), Gary Jankowski (Hagen), Sabine Pa\u00dfow (Br\u00fcnnhilde), Gesine Forberger (Gutrune), Marlene Lichtenberg (Waltraute, Erste Norn, Flo\u00dfhilde), Carola Fischer (Zweite Norn), Cornelia Zink (Dritte Norn,\u00a0 Woglinde), Wellgunde (Debra Stanley), u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Cottbus-Goetterdem.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4689\" title=\"Cottbus-Goetterdem\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Cottbus-Goetterdem.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Cottbus-Goetterdem.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Cottbus-Goetterdem-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die drei Nornen \u00fcber Vergangenheit und Zukunft der Welt sinniert haben, macht sich Siegfried von Br\u00fcnnhilde aus auf dem Rhein zu neuen Heldentaten auf. Er kommt an Gunthers Hof, an dem Gunthers Habbruder Hagen, der Sohn des Albenf\u00fcrsten Alberich die F\u00e4den der Intrige spinnt. Auf Hagens Rat hin l\u00e4\u00dft Gunther, nachdem er Siegfried einen Trank des Vergessens gereicht hat, den k\u00fchnen Helden Br\u00fcnnhilde f\u00fcr sich erobern. Da er die Tarnkappe tr\u00e4gt, h\u00e4lt Br\u00fcnnhilde den Freier f\u00fcr Gunther. Gunthers Schwester hingegen wird Siegfried zugesprochen. Als Br\u00fcnnhilde Siegfried und dessen Braut erblickt, f\u00fchlt sich betrogen und schw\u00f6rt Rache. Auf Alberichs Gehei\u00df und durch Br\u00fcnnhildes Wissen um Siegfrieds verwundbare Stelle t\u00f6tet Hagen den Helden. Br\u00fcnnhilde erf\u00e4hrt die wahren Umst\u00e4nde von den Rheint\u00f6chtern, l\u00e4\u00dft die Burg der Gibichungen in Flammen aufgehen, und die Rheint\u00f6chter erhalten schlie\u00dflich den verfluchten Ring zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Nach den vorangegangenen Teilen des <em>Rings<\/em> in Cottbus in den Jahren 2003, 2008 und 2011 inszeniert Regisseur Martin Sch\u00fcler auch das Ende der <em>Ring<\/em>tetralogie als halbszenische Version. Dabei findet das Orchester mitten auf der B\u00fchne seinen Platz. Dahinter erhebt sich ein schr\u00e4g gestellter Durchbruch, der eine Sitzgruppe beherbergt. Dieser B\u00fchnenteil stellt szenenabh\u00e4ngig den Berg der Br\u00fcnnhilde sowie auch Walhall dar. Die Protagonisten agieren haupts\u00e4chlich im Vordergrund auf dem zugedeckten Orchestergraben, wobei ein angedeuteter Pfad in den Hintergrund f\u00fchrt. Neben einem Tresor, aus dem einige Utensilien entnommen werden, kommen vor allem zahlreiche St\u00fchle zum Einsatz, die am Ende den Scheiterhaufen bilden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcberzeugendste Leistung des Abends bietet <strong>Gary Jankoswksi<\/strong> als Prototyp Hagen. Sein Monolog atmet durch seinen kraftvoll zupackenden, erdig-nebul\u00f6sen Ba\u00df die n\u00f6tigen dr\u00e4uenden Abgr\u00fcnde der Figur, die den Zuschauer auch in seinem ausdrucksstark diabolischen Spiel durchweg in seinen Bann ziehen. Hervorragend situiert zeigt sich auch <strong>Andreas J\u00e4pel<\/strong> als ausgezeichnet zaudernd agierender Gunther. Sein eindrucksvoll geschmeidiger und selbst in den H\u00f6hen brillant strahlender Bariton empfiehlt ihn f\u00fcr weitere Hauptrollen. <strong>Sabine Pa\u00dfow<\/strong> (Br\u00fcnnhilde) demonstriert gesangliche St\u00e4rken vor allem im emotional aufgeladenen Zusammenspiel mit Siegfried. In sp\u00e4teren Auftritten, insbesondere bei l\u00e4ngeren Monologen wie am Ende des 3. Aktes, flacht ihr Volumen schnell ab, und es kommt zu markanten Intonationsungenauigkeiten. Ein weiterer Stern am Himmel der Auff\u00fchrung ist<strong> Marlene Lichtenberg<\/strong>, deren dunkel timbrierter Mezzosopran vor allem in der Rolle der Waltraute formidable Farbschattierungen sowie ein sich weit \u00f6ffnendes H\u00f6henvolumen offenbart.<strong> Craig Bermingham<\/strong> (Siegfried) verk\u00f6rpert \u00fcberzeugend den naiven, bubenhaften Helden, der sich leicht manipulieren l\u00e4\u00dft. Gesanglich zeigt er eine etwas unbest\u00e4ndige Leistung. So versucht er auch in den lyrischen Abschnitten stets am Limit zu singen. Dabei kommt es zu harten \u00dcberzeichnungen, scharfen Spitzent\u00f6nen und flatternden Dissonanzen. Bariton <strong>Thomas Gazheli <\/strong>(Alberich) begeistert mit lupenreinem Duktus und schattigen Klangnuancen seiner wuchtigen Stimme. <strong>Gesine Forberger, Cornelia Zink<\/strong> und <strong>Debra Stanley<\/strong> bezaubern zudem mit leuchtenden Klangspektren als hinrei\u00dfende Rheint\u00f6chter.<\/p>\n<p><strong>Evan Christ<\/strong> f\u00fchrt das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> zu einer absoluten musikalischen Spitzenleistung, die vom d\u00fcsteren Aufglimmen unheilvoller Tremoli bis hin zu strahlend glei\u00dfenden Klangfluten Wagners Klangkosmos mitrei\u00dfend erschlie\u00dfen. Zudem ist der <strong>Chor<\/strong> derart hervorragend aufgestellt, da\u00df es einen f\u00f6rmlich von den St\u00fchlen rei\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<em>Wei\u00dft Du wie das ward<\/em>, singen die Nornen zu Beginn der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>. Nach dem letzten Akkord der Auff\u00fchrung in Cottbus ist jedenfalls eines klar: Die semiszenische Umsetzung \u00fcberzeugt durch packende Emotionalit\u00e4t und, auf Grund der Leistung aller Beteiligten, schlie\u00dft sich mit der Cottbuser <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> der <em>Ring<\/em> zu einem Reif aus purem musikalischem Gold.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: aufgebarten Craig Bermingham (Siegfried) (3. Akt) und die Tote Sabine Pa\u00dfow (Br\u00fcnnhilde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. 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