{"id":4684,"date":"2013-03-24T17:53:01","date_gmt":"2013-03-24T16:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4684"},"modified":"2013-05-11T09:29:01","modified_gmt":"2013-05-11T08:29:01","slug":"gotterdammerung-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4684","title":{"rendered":"G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"left\">von Richard Wagner (1813-1883) Dritter Tag des <em>Ring des Nibelungen, <\/em>Libretto: R. Wagner, UA: 17. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p align=\"left\">Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme\/Lichtkonzept: Achim Freyer, Dramaturgie: Tilman Hecker<\/p>\n<p align=\"left\">Dirigent: Dan Ettinger, Orchester des Nationaltheater Mannheim, Choreinstudierung: Tilman Michael<\/p>\n<p align=\"left\">Solisten: J\u00fcrgen M\u00fcller (Siegfried), Thomas Berau (Gunther), Christoph Stephinger (Hagen), Thomas Jesatko (Alberich), Eva Johannsson (Br\u00fcnnhilde), Cornelia Ptassek (Gutrune), Edna Prochnik (Waltraute) u.a.<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Mannheim-G\u00f6tterd.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4685\" title=\"Mannheim-G\u00f6tterd\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Mannheim-G\u00f6tterd.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Mannheim-G\u00f6tterd.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Mannheim-G\u00f6tterd-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Siegfried schenkt Br\u00fcnnhilde zum Abschied, als Zeichen seiner Treue, den Ring des Nibelungen und macht sich auf zu neuen Taten. Auch Hagen lockt der Ring. Am Gibichungenhof plant dieser, Gunther mit Br\u00fcnnhilde und Gutrune mit Siegfried zu verheiraten, um so an den Ring zu gelangen. Siegfried kommt nach Gibichungen. Hagen fl\u00f6\u00dft ihm einen Zaubertrank ein, der ihn Br\u00fcnnhilde vergessen und stattdessen Gutrune begehren l\u00e4\u00dft. Um sie heiraten zu k\u00f6nnen, verspricht er Gunther Br\u00fcnnhilde zur Frau. Mithilfe des Tarnhelms bezwingt Siegfried in Gunthers Gestalt die verst\u00f6rte Br\u00fcnnhilde, raubt ihr den Ring und bringt sie zu Gunther. Doch noch vor den Hochzeitsfeierlichkeiten erkennt Br\u00fcnnhilde in Siegfried den R\u00e4uber und Betr\u00fcger. Hagen r\u00e4cht die Verzweifelte und t\u00f6tet Siegfried bei einer gemeinsamen Jagd. Doch bevor Hagen den Ring an sich nehmen kann, erscheint Br\u00fcnnhilde, \u00fcbergibt den Leichnam Siegfrieds den Flammen und folgt ihm in den Tod. Die Fluten des Rheins bringen den Ring an seinen Ursprung zur\u00fcck; der G\u00f6tterhort Walhall wird von dem Feuer erfa\u00dft.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Vorhang ging auf und man erblickte eine durch Spiegel geschaffene Glitzerwelt, denn B\u00fchnenboden und Seitenw\u00e4nde waren eine einzige Spiegelfl\u00e4che. Im Fokus der Aufmerksamkeit stand die unaufh\u00f6rlich rotierende Drehb\u00fchne, auf der die Protagonisten der Oper agierten. Ansonsten gab die B\u00fchne Raum f\u00fcr die schrillen Kost\u00fcme. Siegfried steckte \u2013 wie schon in den vorherigen <em>Ring<\/em>teilen \u2013 in einem Clownkost\u00fcm. Hagen erinnerte an einen Zirkusdirektor auf Stelzen. Die Gibichungen, Gunther und Gutrune sowie deren Gefolge, wurden durch riesige Masken \u00fcber ihren K\u00f6pfen unkenntlich gemacht. Br\u00fcnnhilde erschien in einem vergleichsweise schlichten, roten und nach ihrem Kampf mit Siegfried\/Gunther in einem schwarzen Kleid. Spielte sich die Handlung am Gibichungenhof ab, wurde die moderne Warenwelt in Form von Werbeslogans oder Billigpreisangeboten an Hinterwand und Vorhang projiziert. Die Apokalypse am Ende des Rings blieb in Mannheim aus. Im letzten Bild blickte Hagen auf die leere B\u00fchne und das Publikum konnte sich selbst in der spiegelnden Hinterwand betrachten.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Viereinhalb Stunden Wagner singen und spielen ist eine Herausforderung, die Stimme und Konzentration stark beansprucht. Leider h\u00f6rte man dies dem Mannheimer Ensemble an. <strong>J\u00fcrgen M\u00fcller<\/strong> (Siegfried)<strong> <\/strong>und <strong>Cornelia Ptassek <\/strong>(Gutrune) wurden schon vor der Veranstaltung wegen Grippe entschuldigt. Zun\u00e4chst war diese Unp\u00e4\u00dflichkeit kaum h\u00f6rbar. M\u00fcllers Tenor war vielleicht nicht ganz so nuancenreich, daf\u00fcr sehr pr\u00e4sent und klar. Die auferlegte Clownrolle interpretierte er stimmlich als jugendlich naiv. Die tiefen Passagen gingen ihm leicht von den Lippen. Umso bedauerlicher war es deshalb, da\u00df zu Ende des zweiten Akts die der Grippe geschuldeten Einschr\u00e4nkungen doch noch zu h\u00f6ren waren. Auch <strong>Eva Johanssons<\/strong> (Br\u00fcnnhilde) war die Anstrengung anzumerken. Zun\u00e4chst f\u00fcllte ihr dramatischer Sopran die Rolle mit all ihrer Verzweiflung und Autorit\u00e4t perfekt aus, die Stimme war gut konturiert und auch in den H\u00f6hen verst\u00e4ndlich. Doch gerade im zweiten Aufzug mu\u00dfte sie die hohe Lage stark forcieren, was weder der Textverst\u00e4ndlichkeit, noch der dynamischen Gestaltung zugute kam. Mit <strong>Christoph Stephinger <\/strong>hat Mannheim einen sehr guten Hagen gefunden. Stimmlich wie darstellerisch nahm man ihm sein kontrolliert intrigantes Verhalten ab. Sein Ba\u00df war mal schmeichlerisch weich und rund, mal schneidend k\u00fchl. Nur selten zeigten einige technische Wackler, wie anspruchsvoll auch diese Partie ist. <strong>Thomas Berau<\/strong> (Gunther) und <strong>Cornelia Ptassek<\/strong> (Gutrune), besa\u00dfen stimmliche Durchschlagskraft, wirkten zeitweise aber etwas bla\u00df. <strong>Edna Prochnik <\/strong>(Waltraute) zog den H\u00f6rer in den Bann. Sie beherrschte alle Lagen der Partie und konnte so das verzweifelte Flehen der Walk\u00fcre gut gesanglich und schauspielerisch darstellen. Auch das <strong>Mannheimer Orchester<\/strong> unter <strong>Dan Ettinger <\/strong>erspielte sich den frenetischen Applaus des Publikums. Gerade der erste Aufzug klang sch\u00f6n transparent und klar, sehr symphonisch traten einzelne Orchestergruppen gegen- und miteinander an. Gut war auch das Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern, die nie \u00fcbert\u00f6nt wurden. Doch manchmal \u2013 besonders gegen Ende \u2013 geriet das Klangbild allzu breit und fad. Da waren keine dynamischen Schattierungen mehr zu h\u00f6ren, die die Aufmerksamkeit der Zuh\u00f6rer auf sich gezogen h\u00e4tten.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das gro\u00dfe Mannheimer <em>Ring<\/em>-Projekt hat nun auch seine letzte Premiere hinter sich. Sie zeigte interessante Ans\u00e4tze und sch\u00f6ne musikalische Momente, die aber leider nicht die gesamten viereinhalb Stunden zu f\u00fcllen vermochten. Achim Freyers Inszenierung war durchdacht, anspielungsreich und trotzdem verst\u00e4ndlich. Seine Bildwelten luden zur visuellen Entdeckungsreise ein, erf\u00fcllten dann aber rasch ihre Funktion. Zwischendurch schienen dem Regisseur die Ideen ausgegangen zu sein, wie man den kompletten B\u00fchnenraum bespielen kann. Vom Publikum gab es einige Buh-Rufe.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt: Cornelia Ptassek (Gutrune), J\u00fcrgen M\u00fcller (Siegfried), Thomas Berau (Gunther), Christoph Stephinger (Hagen) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. 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