{"id":4665,"date":"2013-03-02T22:01:35","date_gmt":"2013-03-02T21:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4665"},"modified":"2013-03-20T22:05:36","modified_gmt":"2013-03-20T21:05:36","slug":"tristan-und-isolde-meiningen-sudthuringisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4665","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE &#8211; Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Gerd Heinz, B\u00fchne: Rudolf Rischer<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Bach, Meininger Hofkapelle, Herrenchor und Extrachor, Einstudierung: Sierd Quarre<\/p>\n<p>Solisten: Ursula F\u00fcri-Bernhard (Isolde), Andreas Schager (Tristan), Dae-Hee Shin (Kurwenal), Ernst Garstenauer (K\u00f6nig Marke), Christina Khosrowi (Brang\u00e4ne), Stan Meus (Melot), Rodrigo Porras Garulo (Hirt\/Junger Seeman), Lars Kretzer (Steuermann)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Meiningen-Tristan.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4666\" title=\"Meiningen-Tristan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Meiningen-Tristan.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Meiningen-Tristan.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Meiningen-Tristan-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod: Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. So entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan schwer \u2013 Kurwenal verbringt den Verletzten nach Kornwall. Tristan stirbt jedoch bei Isoldes Ankunft. Als Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Analog zu seinem <em>Parsifal<\/em> in Meiningen (siehe OPERAPOINT 3\/2009), orientiert sich Gerd Heinz an der Optik Neu-Bayreuths nach dem Krieg. Die mystisch zeitlosen schwer deutbaren Kost\u00fcme und die diffus dunkel-mystische Beleuchtung unterst\u00fctzt eine Personenf\u00fchrung, die den Schwerpunkt auf die Beziehungen der Personen untereinander legt und stimmige Gruppenbilder zum Ziel hat. Unverge\u00dflich das Schlu\u00dfbild des ersten Aktes, wenn die Mannschaft vom Bug der Schiffes dem ankommenden Marke zujubelt, was deutliche Assoziationen mit dem Titanic-Film weckt. Minimalistisch auch der zweite Akt: Auf einem gro\u00dfem Vorhang ist eine Waldlandschaft projiziert, die von einer Mondlandschaft abgel\u00f6st wird. Gro\u00dfe Stufen nach links dienen als Auftritte. Der dritte Akt zeigt eine dunkle Rampe, auf der sich das Lager Tristans befindet, dominiert vom schwarzen Stumpf eines Baumes, in dessen Umarmung Isolde ihren Liebestod erleidet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bislang war es \u2013 zumal an kleinen H\u00e4usern \u2013 schwierig, eine ad\u00e4quate Besetzung dieses im Ruf der Unbesetzbarkeit stehenden Werkes Richard Wagners zu finden. Da ist es besonders bemerkenswert, da\u00df man in Meiningen in der Lage ist, die beiden Hauptrollen doppelt zu besetzen. <strong>Andreas Schager<\/strong> ist nach seinem Siegfried in Halle\/Ludwigshafen keine Entdeckung mehr: Der ehemalige Operettentenor dreht auf und schafft einen volumin\u00f6sen klangvollen Tristan. Er schont sich wenig und klingt dennoch am Ende genauso m\u00fchelos leicht wie am Anfang. Der gro\u00dfe Strich im zweiten Akt hilft eher der Isolde <strong>Ursula F\u00fcri-Bernhard<\/strong>, die eigentlich nur \u00fcber einen scharf klingenden Ton im dramatischen Forte verf\u00fcgt, ansonsten vor allem im Piano mehr spricht als singt. Erst f\u00fcr den <em>Liebestod<\/em> kann sie deutlicher differenzieren. <strong>Dae-Hee Shin<\/strong> besitzt einen klangvollen Bariton mit klarem, fast tenoralem Klang, immer wortverst\u00e4ndlich phrasierend. Im dritten Akt fehlt ihm ein wenig die Durchschlagskraft, er erg\u00e4nzt sich jedoch hervorragend im Dialog Kurwenal-Tristan. <strong>Christina Khosrowi <\/strong>ist als Brang\u00e4ne ein wenig \u00fcberbesetzt, ihr technisch sauberer dramatischer Sopran mit sicherer H\u00f6he und wortverst\u00e4ndlicher Gestaltung in allen Lagen, wird sich sicherlich noch zur Isolde weiter entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Ernst Gerstenauer<\/strong> ist ein Ba\u00dfbariton mit sicherer Tiefe und kann die Rolle des K\u00f6nig Marke technisch sicher gestalten. Er ist jedoch zu sehr zur\u00fcckhaltend und ihm fehlt etwas Klangvolumen. Jedoch ist die Rolle \u2013 genauso wie die weiteren kleineren Rollen \u2013 f\u00fcr Meiningen ad\u00e4quat besetzt.<\/p>\n<p>Der von <strong>Sierd Quarre <\/strong>einstudierte <strong>Chor<\/strong> und <strong>Extrachor<\/strong> singt kraftvoll harmonisch und transparent.<\/p>\n<p>Die <strong>Meininger Hofkapelle<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber eine langj\u00e4hrige Erfahrung mit Wagner und die ersten Bayreuther Festspiele w\u00e4ren ohne sie undenkbar gewesen. <strong>Philippe Bach<\/strong> l\u00e4\u00dft im Vorspiel sehr verhalten musizieren, entdeckt in der Partitur unendlich viele Details, die er in die Ekstase der Leidenschaft einbettet: F\u00fcr ihn ist <em>Tristan und Isolde<\/em> ein Liebes-Drama von Anfang an.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Sicherlich ist der R\u00fcckgriff auf historische Inszenierungsmittel etwas ungew\u00f6hnlich oder unzeitgem\u00e4\u00df. Andererseits freut man sich, wenn sich <strong>Gerd Heinz<\/strong> auf das Liebesdrama zwischen Tristan und Isolde konzentriert, die Regieanweisungen des Komponisten umsetzt und nicht mit modernen Regieeinf\u00e4llen ablenkt. Trotzdem gelingen ihm bei vielen Details und Gesten interessante Anmerkungen, z.B. gibt es keinen Liebestrank: Brang\u00e4ne f\u00fcllt das Gef\u00e4\u00df mit Wasser aus einem Tonkrug. Die homogene und musikalisch ausgewogene S\u00e4ngerleistung begeistert das von weither angereiste Wagner-Fach-Publikum Alle Beteiligten werden lange und enthusiastisch gefeiert.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: foto ed<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. 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