{"id":4632,"date":"2013-02-18T14:52:15","date_gmt":"2013-02-18T13:52:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4632"},"modified":"2013-03-27T10:56:17","modified_gmt":"2013-03-27T09:56:17","slug":"beatrice-et-benedict-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4632","title":{"rendered":"BEATRICE ET BENEDICT &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hector Berlioz (1803-1869) Op\u00e9ra-comique in 2 Akten, Libretto vom Komponisten, nach der Kom\u00f6die <em>Much Adoe About Nothing<\/em> (1599) nach W. Shakespeare, deutsche Dialogfassung unter Verwendung der Shakespeare \u00dcbersetzung von Frank G\u00fcnther, UA: 9. August 1862 Baden-Baden, Neues Theater<\/p>\n<p>Regie: Gabriele Wiesm\u00fcller, B\u00fchne: Volker Thiele<\/p>\n<p>Dirigent: Benjamin Shwartz, Staatskapelle Weimar, Opernchor des deutschen Nationaltheaters Weimar<\/p>\n<p>Solisten: Sebastian Campione (Don Pedro), Wieland Lemke (Claudio), Eric Fennell (Benedict), Bernd Lange (Leonato), Elisabeth Wimmer (Hero), Ulrika Str\u00f6mstedt (Beatrice), Sayaka Shigeshima (Ursule), Andreas Mattersberger (Somarone).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Februar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Weimar-Beatrice.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4633\" title=\"Weimar-Beatrice\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Weimar-Beatrice.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"187\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Weimar-Beatrice.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Weimar-Beatrice-300x160.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Prinzip basiert die Handlung dieser Oper auf Shakespeares <em>Viel L\u00e4rm um Nichts<\/em>, das um die gro\u00dfe Intrige um Hero und Claudio gek\u00fcrzt ist. Umgesetzt wird die Handlung durch ausgedehnte gesprochene Dialoge zwischen den Musiknummern. Die siegreich heimgekehrten Soldaten der sizilianischen Armee sind auf Brautschau: Claudio liebt Hero, w\u00e4hrend Benedict und Beatrice heillos zerstritten sind. Ihre geistreichen, gen\u00fc\u00dflich zelebrierten Streitereien belegen, da\u00df wahre Liebe nicht m\u00f6glich ist. Das weckt den Ehrgeiz der Gesellschaft, nach einigen Wirrungen und Intrigen Don Pedros wird eine Doppelhochzeit gefeiert.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Blickfang des B\u00fchnenbildes ist das B\u00fchnenportal, das mit hunderten farbig gl\u00e4nzenden Luftballons geschm\u00fcckt ist. Im Hintergrund auf der Drehb\u00fchne steht eine gro\u00dfe \u201eLiebestonne\u201c, ein kreisf\u00f6rmiger Raum mit scheinbar unendlich vielen T\u00fcren, die zusammen mit der Drehbewegung viele Auftritts-M\u00f6glichkeiten bieten \u2013 f\u00fcr die Liebespaare oder f\u00fcr Amor, der mit seinen Pfeilen nicht sehr treffsicher ist. Die Rampe bleibt meist leer, f\u00fcr die Hochzeitsfeier werden Tische und St\u00fchle aufgestellt. Auch die Kantatenprobe findet in diesem Raum statt \u2013 mit einer gelungenen Personenf\u00fchrung des Chors, einem etwas \u00fcberspannten Chorleiter und Freibier als Belohnung. Die gediegenen Kost\u00fcme passen eher in unsere Zeit, als in eine mystische Vergangenheit.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die hohen Anforderungen an die Gesangspartien halten den Vergleich mit anderen Werken von Berlioz stand. Besonders erfolgreich hierbei ist <strong>Ulrika Str\u00f6mstedt<\/strong> als Beatrice, die mit klarer leuchtender hoher Stimme eine Empfehlung als Dido in den Trojanern abgibt. Ebenso \u00fcberzeugend <strong>Elisabeth Wimmer<\/strong> als Hero \u2013 die beiden Stimmen klingen sehr \u00e4hnlich, letztere ist nur etwas tiefer timbriert. <strong>Eric Fennell<\/strong> ist ein solider franz\u00f6sischer Tenor, der mit kr\u00e4ftigem Strahlen \u00fcberzeugen kann. <strong>Wieland Lemke<\/strong> ist eher ein Spielbariton, kann den Schn\u00f6rkeln in der Gesangslinie ohne Probleme folgen. <strong>Bernd Lange<\/strong> (Leonato) und <strong>Sebastian Campione<\/strong> (Don Pedro) sind altgediente belastbare B\u00e4sse, die solche Rollen mit gesanglichen Mitteln zu Charakterstudien formen. Zwar ist Ursule nur eine Nebenrolle. Sie ist aber mit der spielfreudigen <strong>Sayaka Shigeshima<\/strong> besetzt, die \u00fcber einen klangvollen Alt verf\u00fcgt, doch eher als Soubrette durchgeht. Lobenswert die Leistung des <strong>Andreas Mattersberger<\/strong> \u00a0als Somarone, der nicht nur \u00fcber einen eleganten und elastischen Ba\u00df verf\u00fcgt, sondern auch als stotternder Kapellmeister einen mit heftigem Gel\u00e4chter quittierten H\u00f6hepunkt des Abends in der Kantatenprobe erzielt. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt man einen gut disponierten Chor, denn richtig \u201efalsch\u201c zu singen ist wahrlich eine Kunst. Garant des Erfolges ist eine f\u00fcr spielerisch wirkende Details aufgelegte Staatskapelle Weimar, die unter <strong>Benjamin Shwartz<\/strong> den richtigen Schwung findet, um die franz\u00f6sischen Manierismen \u00e0 la Berlioz als Klangwunder zu zelebrieren.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Auff\u00fchrung ist ein Beweis f\u00fcr die These, da\u00df Shakespeares Werke unverw\u00fcstlich sind, selbst in moderner \u00dcbersetzung, solange sie von der Regie ernst genommen werden. So ist es h\u00f6chst bedauerlich, da\u00df dieses musikalisch und schauspielerisch anspruchsvolle Werk sich auf den Opernb\u00fchnen nicht durchsetzen konnte \u2013 und wohl auch weiterhin im Schatten von Berlioz <em>Trojanern<\/em> bleiben wird, obwohl die Idee, den Dialogtext durch Schauspieler pointiert und witzig vortragen zu lassen, viel Potential birgt. Dem schlo\u00df sich das Publikum in einer wahren Beifallsorgie an.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Anke Neugebauer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Sayaka Shigeshima (Ursule), im Gespr\u00e4ch mit Elisabeth Wimmer (Hero), Ulrika Str\u00f6mstedt (Beatrice) h\u00f6rt zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hector Berlioz (1803-1869) Op\u00e9ra-comique in 2 Akten, Libretto vom Komponisten, nach der Kom\u00f6die Much Adoe About Nothing (1599) nach W. Shakespeare, deutsche Dialogfassung unter Verwendung der Shakespeare \u00dcbersetzung von Frank G\u00fcnther, UA: 9. 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