{"id":4628,"date":"2013-03-03T14:49:54","date_gmt":"2013-03-03T13:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4628"},"modified":"2013-03-08T16:36:10","modified_gmt":"2013-03-08T15:36:10","slug":"der-zigeunerbaron-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4628","title":{"rendered":"DER ZIGEUNERBARON &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Libretto: Ignaz Schnitzer nach dem Erz\u00e4hlung <em>Saffi<\/em> von Maurus Jokai, UA: 24. Oktober 1885 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Birgit Kronshage, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christof Cremer<\/p>\n<p>Dirigent: Anna-Sophie Br\u00fcning, Philharmonisches Orchester, Chor und Extrachor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Karsten M\u00fcnster (Sandor Barinkay), Michael Lion (Kalman Zsupan, Schweinez\u00fcchter), Julia Klein (Arsena, seine Tochter), Hayley Sugars (Mirabella), Sascha Mai (Conte Carnero, kaiserlicher Kommiss\u00e4r), David Zimmer (Ottokar), Gabriela K\u00fcnzler (Czipra, Zigeunerin), Sofia Kallio (Saffi), Falko H\u00f6nisch (Graf Peter Homonkay), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. M\u00e4rz 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Coburg-Zigeunerbaron.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4629\" title=\"Coburg-Zigeunerbaron\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Coburg-Zigeunerbaron.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Coburg-Zigeunerbaron.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Coburg-Zigeunerbaron-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Diese Operette, eher eine komischen Oper, spielt in der Gegend um Temesvar und Wien im Jahr 1741\/42, vierundzwanzig \u00a0Jahre nach der Schlacht bei Belgrad.<\/p>\n<p>Der Gutsbesitzer Barinkay kehrt, geleitet vom k\u00f6niglichen Kommissar Carnero, aus dem Exil in die Heimat zur\u00fcck, wo der Schweinez\u00fcchter Zsup\u00e1n sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die G\u00fcter Barinkays angeeignet hatte. Um Streit zu vermeiden, h\u00e4lt Barinkay um dessen Tochter Arsena an, die aber Ottokar liebt und ihn daher abweist. Die im Dorf lebenden Zigeuner ernennen ihn zum Zigeunerbaron. Barinkay verliebt sich in Czipras Pflegetochter Saffi, eine F\u00fcrstentochter. Er heiratet sie nach Zigeunerbrauch und streitet wegen der Sittenwidrigkeit mit dem Kommiss\u00e4r. Graf Homonay erscheint, um Barinkay, Zsup\u00e1n und Ottokar als Husaren gegen Spanien zu werben. Auf der Siegesfeier ist Zsup\u00e1n der Prahlhans, w\u00e4hrend Barinkay zum Baron geadelt wird. Ottokar h\u00e4lt um Arsenas Hand an, Barinkay darf Saffi heiraten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Christof Cremer fand ein sehr einfaches B\u00fchnenbild: Auf der gr\u00fcnen Wiese der Drehb\u00fchne steht eine Art T\u00fcrenschrank mit Fenstern. Je nach Stellung bietet das Gebilde viele Auftrittsm\u00f6glichkeiten, sogar auf dem Dach. Der Hintergrund ist mit zahllosen Bildern bemalt, die vielerlei Assoziationen mit Ungarn, Zigeunern und der k.u.k.-Zeit zulassen. Die Zigeuner tragen bunte wild geschnittene Kost\u00fcme, die Ungarn Trachten. Die Familie des Zsupan tr\u00e4gt pinkfarbene, die des Kommiss\u00e4rs Carnero blaue Kleidung, Barinkay eine Reiterkombination als Gutsverwalter des letzten oder vorletzten Jahrhunderts, w\u00e4hrend Graf Homonay jederzeit in einem Husaren-Traditionsverband Aufnahme finden w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><em>Die<\/em> <em>Fledermaus<\/em> und auch <em>Der<\/em> <em>Zigeunerbaron<\/em> werden immer mehr als komische Opern gesehen. Das erkennt man auch an der Besetzung der Rollen. Schon die Auff\u00fchrungstradition sieht f\u00fcr den Barinkay einen technisch versierten, schweren lyrischen Tenor vom Schlage eines Richard Tauber vor. Diesem Vergleich h\u00e4lt <strong>Karsten M\u00fcnster<\/strong>, der dynamische Haus-Spieltenor mit volumin\u00f6sem Klang, ohne Probleme stand. <em>Ja, das alles auf Ehr, das kann er und noch mehr<\/em>, jubelt ihm das Publikum bereits nach seinem Auftrittslied zu. <strong>Sofia Kallio<\/strong> hat sich zwar als indisponiert ansagen lassen, besticht aber dennoch in der Rolle der Saffi als jugendlicher, leicht dramatischer Sopran mit sicheren Koloraturen. Besonders charmant wirkt das im Duett mit Karsten M\u00fcnster <em>Wer uns getraut<\/em>. <strong>Falko H\u00f6nisch<\/strong> ist der durchschlagsstarke Bariton, der mit gro\u00dfer Verve als Graf Homonay um Rekruten wirbt: <em>Kommt zu den Husaren<\/em>! <strong>Julia Klein<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber eine weiche, m\u00e4dchenhafte Stimme und f\u00fcllt die Soubretten-Rolle der Arsena aus, hat aber mehr Potential. Der Haus-Ba\u00df <strong>Michael Lion<\/strong> kann auch als schmieriger Schweinef\u00fcrst Zsupan mit tiefer sonorer und raumf\u00fcllend wohlklingender Stimme den richtigen Ausdruck finden: <em>Ja das Schreiben und das Lesen, ist nie mein Ding gewesen! <\/em><strong>David Zimmer<\/strong> (Ottokar) h\u00e4lt sich etwas sehr im Parlando-Stil zur\u00fcck, um als Tenorbuffo letztendlich \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen. <strong>Gabriela K\u00fcnzler<\/strong> als Wahrsagerin Czipra setzt ihre harte Alt-Stimme dominant ein, ist aber leider etwas unverst\u00e4ndlich. Anna-Sophie Br\u00fcning gelingt es, das Philharmonische Orchester sowohl die dynamische Leichtigkeit a la Johann Strau\u00df, als auch die heiteren Seiten einer komischen Oper zu vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch wieder einmal ein rundum gelungener Abend, der auch einer Oper gerecht werden w\u00fcrde. Birgit Kronshage bem\u00fcht sich mit einer guten Personenf\u00fchrung die witzigen Situationen im zwischenmenschlichen Bereich herauszustellen. Die Bedeutung des Running Gag mit einem st\u00e4ndig herumgereichten Schild <em>Ich bin dagegen<\/em> bleibt genauso r\u00e4tselhaft wie das Schweinchen-Karussell als Attribut f\u00fcr den Schweinez\u00fcchter Zsupan. Das Publikum dankt sehr lautstark f\u00fcr einen heiteren Opernabend.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Falko H\u00f6nisch (Graf Peter Homonkay) wirbt Freiwillige f\u00fcr die Husaren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Libretto: Ignaz Schnitzer nach dem Erz\u00e4hlung Saffi von Maurus Jokai, UA: 24. 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