{"id":4614,"date":"2013-02-19T13:57:10","date_gmt":"2013-02-19T12:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4614"},"modified":"2013-03-27T10:24:44","modified_gmt":"2013-03-27T09:24:44","slug":"anna-bolena-koln-oper-palladium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4614","title":{"rendered":"ANNA BOLENA \u2013 K\u00f6ln, Oper (Palladium)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in 2 Akten, Libretto: Felice Romani nach dem Drama <em>Henri VIII <\/em>(1791)<em> <\/em>von Marie-Joseph de Ch\u00e9nier (1791) und der Trag\u00f6die <em>Anna Bolena<\/em> (1788) von Graf Pepoli, UA: 26. Dezember 1839 Mailand, Teatro Carcano<\/p>\n<p>Regie: Tobias Hoheisel &amp; Imogen Kogge, B\u00fchne\/Kost\u00fcme Tobias Hoheisel, Licht Andreas Gr\u00fcter \/ Dramaturgie Birgit Meyer<\/p>\n<p>Dirigent: Alessandro De Marchi, G\u00fcrzenich-Orchester, Chor der Oper K\u00f6ln, Choreinstudierung: Jens Olaf Buhrow<\/p>\n<p>Solisten: Gidon Saks (Enrico VIII), Olesya Golovneva (Anna Bolena), Regina Richter (Giovanna Seymour), Matias Tosi (Lord Rochefort), Luciano Botelho (Lord Riccardo Percy), Katrin Wundsam (Smeton), Alexander Fedin (Sir Hervey)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Februar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/K\u00f6ln-ABolena.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4615\" title=\"K\u00f6ln-ABolena\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/K\u00f6ln-ABolena.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"235\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/K\u00f6ln-ABolena.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/K\u00f6ln-ABolena-300x201.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich VIII. (Enrico) hat sich in die Hofdame Jane Seymour verliebt. Diese erwidert die Liebe und ist feste entschlossen, K\u00f6nigin von England zu werden. Doch vorher mu\u00df Heinrich Anna Bolena, seine zweite Frau, beseitigen. Er ruft Lord Riccardo Percy aus der Verbannung aus Frankreich zur\u00fcck. Diesem hatte Heinrich seine Geliebte Anna durch die Heirat entzogen. Doch Percy, der immer noch in Anna verliebt ist, trifft sich mit ihr. Dieses Treffen best\u00e4tigt Heinrichs Verdacht, da\u00df beide noch eine Beziehung miteinander haben. Beim Pagen Smeton, ebenfalls in Anna verliebt, entdeckt Heinrich ein Bildnis von Anna. Damit zwingt er sie vor dem Ehegericht zu einer falschen Aussage \u00fcber Anna. Smeton, Anna, Lord Percy, sogar Annas Bruder Lord Rochefort, werden zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Nur Smeton entgeht dem Todesurteil.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist zweitgeteilt: auf der linke Seite ist ein hohes wei\u00dfes Zimmer ohne M\u00f6bel, auf der rechten Seite schwingt sich eine weitr\u00e4umige Treppe aus braunem Holz mit Teppichbelag hoch. Die Wand dieses \u201eTreppenhauses\u201c zieren\u00a0 Bilder von Hans Holbein , von denen das Abbild Heinrichs VIII. auf dem Treppenabsatz besonders deutlich zu sehen ist. Wollte man hier das B\u00fchnenbild von Luciano Visconti der Auff\u00fchrung von 1957 in der Mail\u00e4nder Scala anklingen lassen?<\/p>\n<p>Anna tr\u00e4gt langwallende Kleider in wechselnder Farbe je nach der entsprechenden Szene, Jane Seymour ist in ein leuchtend rotes, fu\u00dflanges Gewand gekleidet. Demgegen\u00fcber erscheinen die m\u00e4nnlichen Protagonisten in modernen Anz\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Donizettis <em>Anna Bolena<\/em> geh\u00f6rt, wie seine Opern <em>Lucrezia Borgia<\/em> (1833) und <em>Maria Stuarda<\/em> (1834), zu seinen K\u00f6niginnendramen, in der er ausgiebig die Kunst des Belcanto pr\u00e4sentierte. So auch hier, ein schwere Aufgabe f\u00fcr die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger! In der Ouvert\u00fcre kommt das G\u00fcrzenich Orchester erst langsam in Fahrt. Unter <strong>Alessandro De Marchis<\/strong><em> <\/em>Leitung, der ja ein umsichtiger und kenntnisreicher Dirigent des italienischen Repertoires ist, begleitet das Orchester behutsam die S\u00e4nger, und nur wenige Male \u00fcberlagert die massive Begleitung die Ges\u00e4nge.<\/p>\n<p>Der <strong>Chor<\/strong> wird auf den Emporen des Palladiums rechts und links, geteilt in Tenor und Ba\u00df, aufgestellt. Das ist kein schlechter Einfall, da dadurch ein gutes Durchh\u00f6ren der Stimmgruppen m\u00f6glich wird, die dynamisch und rhythmisch angenehm das Geschehen begleiten.<\/p>\n<p><strong>Katrin Wundsam<\/strong> (Smeton) hat exponierte Ges\u00e4nge, die sie, besonders bei den tiefen und h\u00f6chsten T\u00f6nen, mit runder und wohllautender Stimme darbietet. Allein bei den Verzierungen hastet sie zu Anfang etwas und ger\u00e4t dadurch aus dem rhythmischen Flu\u00df (Nervosit\u00e4t?). <strong>Gidon Saks<\/strong> (Enrico VIII) hat einen gro\u00dfvolumigen Ba\u00df-Bariton, den er auch imstande ist, geschickt einzusetzen. Doch die kehlige Gesangsweise ist arg gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig und schm\u00e4lert ziemlich den sonst guten Eindruck. Er gibt der Person des K\u00f6nigs die brutale Attit\u00fcde, die f\u00fcr diese Rolle erforderlich ist. Die Person des ungl\u00fccklichen Percy, des zur\u00fcckgewiesenen Liebhabers Anna, verk\u00f6rpert der brasilianische Tenor <strong>Luciano Botelho<\/strong> in \u00fcberragender Weise. Er zeigt mit seiner, auch in den h\u00f6chsten T\u00f6nen (z.B. mehrmals C-dreigestrichen) immer klaren und lyrischen Stimme, wie rhythmisch exakt herausgebrachte Koloraturen sein sollen. Alles kommt sauber und angenehm heraus. Es ist eine Freude, ihm zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Im Duett der beiden Kontrahentinnen, Seymour und Anna, geben die beiden Damen <strong>Regina Richter<\/strong> und <strong>Olesya Golovneva<\/strong> schauspielerisch ihr Bestes und beeindrucken das Publikum in dieser Szene von Ha\u00df, Ablehnung und Verzeihen der K\u00f6nigin gegen\u00fcber ihrer Hofdame, deren tiefe Zerknirschung ber\u00fchrt. Gesanglich gelingt das weniger gut, da es doch an Dynamik und rhythmischer Stringenz mangelt. Regina Richter zeigt dann in ihren Arien ein sch\u00f6nes Aussingen der Verzierungen und Brillanz in den H\u00f6hen. W\u00e4hrend man \u00fcber lange Strecken bei Olesya Golovneva die verschliffenen Koloraturen vernimmt, ist ihre Schlu\u00dfgesang von \u00fcberragender Klarheit, Lyrik und Intonationsgenauigkeit. Die \u00fcbrigen kleineren Rollen <strong>Matias Tosi<\/strong> (Lord Rochefort) und <strong>Alexander Fedin<\/strong> (Sir Hervey) waren gut besetzt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie das zweigeteilte B\u00fchnenbild ist auch der Eindruck von Gesang und Darstellung zwiesp\u00e4ltig. Den Zuschauern hat\u2019s gefallen, es wurde lange applaudiert.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Klaus Lefebvre<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Olesya Golovneva (Anna Bolena) und Regina Richter (Giovanna Seymour) im roten Kleid beim \u201eBekenntnis\u201c von Seymour<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in 2 Akten, Libretto: Felice Romani nach dem Drama Henri VIII (1791) von Marie-Joseph de Ch\u00e9nier (1791) und der Trag\u00f6die Anna Bolena (1788) von Graf Pepoli, UA: 26. 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