{"id":4606,"date":"2013-02-19T13:47:44","date_gmt":"2013-02-19T12:47:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4606"},"modified":"2013-03-27T10:27:04","modified_gmt":"2013-03-27T09:27:04","slug":"die-feen-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4606","title":{"rendered":"DIE FEEN \u2013 Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong><\/strong><span style=\"font-family: 'Garamond';\">\u00a0<\/span>von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Akten, Libretto: Richard Wagner nach Carlo Gozzis La donna serpente, UA: 29. Juni 1888 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Renaud Doucet, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andr\u00e9 Barbe, Dramaturgie: Marita M\u00fcller<\/p>\n<p>Dirigent: Ulf Schirmer, Orchester: Gewandhausorchester, Chor der Oper Leipzig, Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo<\/p>\n<p>Solisten: Igor Durlovski (Der Feenk\u00f6nig\/Groma), Christiane Libor (Ada), Jennifer Porto (Drolla), Arnold Bezuyen (Arindal), Milcho Borovinov (Gernot), Jean Broekhuizen (Farzana), Viktorija Kaminskaite (Zemina), Detlef Roth (Morald), Eun Yee You (Lora), Guy Mannheim (Gunther), Roland Schubert (Harald), Tae Hee Kwon (Bote)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Februar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Leipzig-Die-Feen1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4643\" title=\"Leipzig-Die-Feen\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Leipzig-Die-Feen1.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Leipzig-Die-Feen1.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Leipzig-Die-Feen1-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Arindal, Thronfolger des K\u00f6nigreiches Tramond, verliebt sich auf der Jagd in die sch\u00f6ne Fee Ada. Er gewinnt sie zur Frau, unter der Bedingung, acht Jahre lang nicht nach ihrer Herkunft zu fragen. Als Arindal schlie\u00dflich doch die verbotene Frage stellt, wird er versto\u00dfen. Ada will ihrem Gatten um den Preis der Sterblichkeit folgen. Daf\u00fcr muss dieser schw\u00f6ren, ihr unbedingtes Vertrauen zu schenken. Andernfalls w\u00fcrde sie f\u00fcr hundert Jahre in Stein verwandelt. W\u00e4hrend der Abwesenheit Arindals ist der Hof in Tramond vom Erzfeind Murold bedroht. Der K\u00f6nig ist aus Trauer um den Sohn verstorben, seine Schwester Lora vertritt Arindal auf dem Thron. Als Morald und Gunther diesen an den Hof zur\u00fcckholen, ist er jedoch nicht f\u00e4hig, sein Land zu verteidigen. Ada erscheint ihm als M\u00f6rderin ihrer Kinder und Verb\u00fcndete des Feindes, woraufhin er sie verflucht und dem Wahnsinn verf\u00e4llt. Schlie\u00dflich hilft ihm der Zauberer Groma, Ada mit Schild, Schwert und Leier zu erl\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das franko-kanadische Regieteam <strong>Barbe &amp; Doucet<\/strong> bettet <em>Die Feen<\/em> in eine Rahmenhandlung. Deren Kulisse ist die Fassade eines Gr\u00fcnderzeithauses, die sich im Parterre \u00f6ffnet in eine heutige Wohnung mit n\u00fcchterner, wei\u00dfer M\u00f6blierung. Von hier aus versetzt sich ein Familienvater, der die Live\u00fcbertragung der Oper im Radio h\u00f6rt, in die Phantasiewelten der Feen und Ritter. Die Wohnung verwandelt sich in die Handlungsorte, in den bl\u00e4ulichen Zaubergarten mit riesiger Trauerweide und die prunkvolle Schlosskulisse von Tramond. Die Feen sind biedermeierlich gekleidet, mit R\u00fcschen und Spitzenh\u00e4ubchen. Ihre K\u00f6nigin Ada tr\u00e4gt ein floral-flie\u00dfendes Gewand. Der Hof von Tramond entf\u00fchrt ins Mittelalter, in die schillernde Pappmach\u00e9-Welt der Ritter, Burgfr\u00e4ulein und Knappen. Als Vertreter der heutigen Zeit wandelt der Vater als getr\u00e4umter Arindal im Strickjacken-Feierabendlook zwischen den Welten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Gewandhausorchester spielte sich unter der Leitung von Generalmusikdirektor und Intendant <strong>Ulf Schirmer<\/strong> sehr dramatisch und temporeich durch die Partitur dieser ersten vollendeten Oper Richard Wagners. Nicht selten \u00fcbert\u00f6nte das klanggewaltige Orchester die S\u00e4nger und war in den Eins\u00e4tzen nicht immer stimmig. Instrumentalsoli wie das der H\u00f6rner im zweiten Akt gerieten etwas wacklig. Insgesamt wurden die musikalisch reizvollen Abschnitte dieser Partitur zu wenig herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Den volumin\u00f6sen, stimmgewaltigen Sopran von <strong>Christiane Libor<\/strong> (Ada), die s\u00e4mtliche Partien ungeheuer souver\u00e4n meisterte, konnte der wuchtige Orchesterklang nicht \u00fcbert\u00f6nen. Besonders die hohen Lagen bew\u00e4ltigte sie mit starker Intensit\u00e4t und schneidend-scharfer Heftigkeit, ohne jedoch metallisch zu klingen; dabei stets unangestrengt und pr\u00e4gnant in der sprachlichen Artikulation. Ausdrucksstark verk\u00f6rperte sie die anspruchsvolle Partie der Ada mit gro\u00dfer, aber niemals \u00fcberzogener Dramatik. Demgegen\u00fcber fiel die m\u00e4nnliche Hauptrolle, gesungen von <strong>Arnold Bezuyen<\/strong> (Arindal), gesanglich wie darstellerisch sehr ab. Es fehlte dem Tenor an Strahlkraft und Klangf\u00fclle. Mit vager Intonation und unsch\u00f6nem Timbre erf\u00fcllte er die durchaus in St\u00fcck und Inszenierung geforderte Rolle des Anti-Helden. Doch die hamlet\u02besche L\u00e4hmung Arindals wurde von Bezuyen allzu wortw\u00f6rtlich umgesetzt. So wirkte seine Stimme zunehmend eng und gestaucht, wie gefangen. Als gut aufeinander abgestimmtes, schwungvolles Duo boten<strong> Jennifer Porto<\/strong> (Drolla) und <strong>Milcho Borovinov<\/strong> (Gernot) die Eifersuchtsszene der Dienstboten dar. Ebenso \u00fcberzeugend und sicher in den Stimmlagen traten die kontinuierlich das Geschehen begleitenden Feen <strong>Jean Broekhuizen<\/strong> (Farzana) und <strong>Viktorija Kaminskaite<\/strong> (Zemina) auf. Eun Yee You (Lora) \u00fcberzeugte mit differenziertem, fein nuancierten und warmen Sopran. Ihr Stimmvolumen zeigte sich dem Wagner-Fach aber noch nicht vollends gewachsen. Ihr Geliebter<strong> Detlef Roth<\/strong> (Morald) sang die Bariton-Partie klar und sauber, wenn auch nicht besonders stimmgewaltig. Auch <strong>Igor Durlovski<\/strong> (Feenk\u00f6nig\/Groma) erf\u00fcllte die Rolle des d\u00e4monisch-donnernden Basses, lie\u00df jedoch Expressivit\u00e4t und klangliche Dramaturgie vermissen. In den Terzetten und Quartetten wirkte das Gesangsensemble \u00fcberzeugend und gut aufeinander abgestimmt.<\/p>\n<p>Die von <strong>Alessandro Zuppardo<\/strong> einstudierten Chorpartien der Feen und Geister, der Krieger und des Volkes geh\u00f6rten neben den dramatischen Ausbr\u00fcchen Adas zu den ber\u00fchrenden und musikalisch gelungenen Szenen dieses Abends.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine phantasievolle Inszenierung, die sich geschickt zwischen Mittelalter, Romantik und heutiger Zeit bewegt und vom Premierenpublikum mehrheitlich angenommen wurde. Kost\u00fcme und Dekor hatten manchmal etwas unfreiwillig Komisches, nicht nur als Wagner im Schlepptau eines Schmetterlings von der Decke herunterschwebte. Der Gedanke der Rahmenhandlung, durch die Kraft der Musik in ferne Welten entf\u00fchrt zu werden, ist nicht besonders originell, wurde aber konsequent umgesetzt und hatte in der szenischen Gestaltung durchaus Charme. Lediglich die etwas ungl\u00fcckliche Rolle des Tenors in Strickjacke ging im Geschehen unter und entt\u00e4uschte angesichts eines ansonsten stimmigen S\u00e4ngerensembles mitsamt Chor.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Tom Schulze<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Igor Durlovski, am \u201eSchmetterling\u201c h\u00e4ngend, Ensemble<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00a0von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Akten, Libretto: Richard Wagner nach Carlo Gozzis La donna serpente, UA: 29. 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