{"id":4600,"date":"2013-02-09T12:34:48","date_gmt":"2013-02-09T11:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4600"},"modified":"2013-02-12T13:11:04","modified_gmt":"2013-02-12T12:11:04","slug":"la-favorite-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4600","title":{"rendered":"LA FAVORITE \u2013 Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Geatano Donizetti (1797-1848) Grand Op\u00e8ra in vier Akten, Libretto: Alphonse Royer und Gustave Va\u00ebz, UA: 2. Dezember 1840 Paris<\/p>\n<p>Regie: Val\u00e9rie N\u00e8gre, B\u00fchne: Andrea Blum, Kost\u00fcme: Aurore Popineau, Licht: Bertrand Couderc, Dramaturgie: Guillaume Poix, Choreographie: Sophie Tellier<\/p>\n<p>Dirigent: Paolo Arrivabeni, Orchestre National de France, Ch\u0153ur de Radio France\/Ch\u0153ur du Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es, Choreinstudierung: Lucie Dero\u00efan<\/p>\n<p>Solisten: Alice Coote (L\u00e9onor di Gusman), Marc Laho (Fernand), Ludovic T\u00e9zier (Alphonse XI), Carlo Colombara (Balthazar), Lo\u00efc Felix (Don Gaspar), Judith Gauthier (In\u00e8s)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Februar<strong> <\/strong>2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Paris-La-Favorite_24.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4601\" title=\"Paris-La-Favorite_24\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Paris-La-Favorite_24.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"146\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Paris-La-Favorite_24.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Paris-La-Favorite_24-300x125.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Novize Fernand ist in Liebe zur sch\u00f6nen L\u00e9onor entbrannt, wei\u00df aber nicht, da\u00df sie die Geliebte des K\u00f6nigs ist. Er erreicht vom Abt Balthasar seine Entlassung aus dem Kloster. Auch L\u00e9onor liebt Fernand, aber bedeutet ihm, da\u00df ihre Verbindung undenkbar sei und erm\u00f6glicht es ihm, als Offizier in die k\u00f6nigliche Armee einzutreten. Dort wird er zum Helden, der die Mauren besiegt und die K\u00f6nigsburg zur\u00fcckerobert. Abt Balthasar hat vom Papst den Auftrag, den K\u00f6nig abzusetzen, falls er sich weigert, seine Geliebte zu verlassen und sich wieder seiner K\u00f6nigin zuzuwenden. Der K\u00f6nig ist bereit, sich dem Gebot der Kirche zu unterwerfen. Fernand bittet den K\u00f6nig um die Hand L\u00e9onores, die ihm gew\u00e4hrt wird. Erst nach der Hochzeit erf\u00e4hrt Fernand, da\u00df seine Gemahlin die Favoitin des K\u00f6nigs gewesen und l\u00f6st sich in einem dramatischen Auftritt von Gemahlin und K\u00f6nig. Nachdem er im Kloster die Ordensgel\u00fcbde abgelegt hat, trifft er noch einmal auf L\u00e9onor, die ihn um Verzeihung bittet. Schlie\u00dflich verhindert nur ihr Tod, da\u00df er seinem Gel\u00fcbde untreu wird.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201eRaumarchitektur\u201c der amerikanischen K\u00fcnstlerin <strong>Andrea Blum<\/strong> sieht als Maquette besser aus als in Wirklichkeit. Ein leerer von schwarzen Vorh\u00e4ngen rechts und links eingefa\u00dfter Raum wird je nach Bild durch funktionelle Stahltreppen, einen auf einen Vorhang aufgemalten alten Eichbaum, ein paar Zen-Tempel-Felsen, oder moderne Multi-Licht-Beleuchtungsk\u00f6rper verziert. Die Kost\u00fcme scheinen mit der Szenographie nichts zu tun zu haben: schwarze Kutten f\u00fcr die M\u00f6nche, f\u00fcr Fernand und die H\u00f6flinge schwarze Kleidung mit hohen Stiefeln und Degen, an das 16. Jahrhundert angelehnt, f\u00fcr die Damen lange schwarze Kleider, der K\u00f6nig in schlichtem Prunkkost\u00fcm, Leonore in verschiedenen langen Abendkleidern oder weissem Hochzeitkleid.<\/p>\n<p>Gute Bewegungschoreographie der Ch\u00f6re, dagegen einige eher groteske Tanzversuche des Hofstaats in kleinen Trippelschrittchen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter den Solisten trat vor allem <strong>Ludovic T\u00e9zier<\/strong> (K\u00f6nig) hervor. Seine klang\u00fcppige, von der Textur her warme, sch\u00f6n timbrierte Stimme, bei vorz\u00fcglicher Diktion, ist offensichtlich das Ergebnis langer Arbeit und eines ausgepr\u00e4gten Klanginstinkts.\u00a0 So kommt sie auch in der hohen Baritonlage der romantischen Liebesarie <em>Viens!<\/em> <em>J\u2019abandonne Dieu, mon peuple et ma couronne \u2013 <\/em><em>Komm! Ich gebe Gott, mein Volk und die Krone auf. <\/em>(2. Akt, 2. Szene) voll zur Geltung. <strong>Marc Lalos<\/strong> heller Tenor mit sch\u00f6nem Timbre in der Mittellage, aber in der H\u00f6he manchmal an Klangfarbe verlierend, hat sich erst im Laufe der Oper in der Rolle des Fernand entfaltet, war aber nie wirklich vokal bet\u00f6rend. Carlo Colombaras voller, wohlklingender Ba\u00df mit einem extrareichen, tiefen Register, nicht immer sehr nuanciert, war sehr eindruckvoll, vor allem in der dramatischen Schlu\u00dfszene des zweiten Akts als strenger Abt und Glaubensmann. <strong>Alice Coote<\/strong>, mit einer Woche Grippe hinter sich (laut offizieller Ansage), hat sich der Herausforderung der L\u00e9onor-Rolle gestellt, war aber sichtlich angestrengt, dennoch bewegend im dramatischen Duett mit Fernand im Finale. Von der Indiposition abgesehen, fehlt ihrer etwas herben Stimme vielleicht \u00fcberhaupt in den lyrischen Partien der innige Zauber, die zarte W\u00e4rme und Sinnlichkeit, die eine L\u00e9onor erfordert, in einer Oper, in der leidenschaftliche Gef\u00fchle den Ton angeben. So blieb sie auch in der von Harfe und H\u00f6rnern eingeleiteten Arie <em>\u00d4 mon Fernand <\/em>(3.Akt, 4. Szene) \u2013 mit ihrer feurigen <em>cabaletta<\/em> eine der ersten gro\u00dfen romantischen Arien f\u00fcr Mezzosopran der Opernliteratur \u2013 hinter den Erwartungen zur\u00fcck. <strong>Lo\u00efc Felix<\/strong><strong> <\/strong>(Don Gaspar),<strong> <\/strong><strong>Judith Gauthier<\/strong><strong> <\/strong>(In\u00e8s) erg\u00e4nzten vorteilhaft das Ensemble. Lobenswert der nuancierte <strong>Chorgesang<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Paolo Arrivabeni<\/strong> dirigiert einf\u00fchlsam Solisten, Chor und Orchester durch eine klanglich ungemein reichaltige Partitur, in welcher der Orchesterpart immer wieder, oft mit einer in die Zukunft weisenden Orchestration, wirkungsvoll und klangreich auf die emotionelle B\u00fchnenhandlung eingeht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein Jahr nach seinem <em>Don Pasquale<\/em>, der letzten bedeutenden <em>opera buffa <\/em>(1843) Donizettis (cf. OPERAPOINT 2\/1012), bringt das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es nun seine letzte ernste Oper <em>La Favorite<\/em> auf die B\u00fchne. Beide stammen aus der Pariser Zeit des Komponisten. F\u00fcr die Pariser Oper 1840 geschrieben, mu\u00dfte sich der Komponist dem Stil der <em>Grand Op\u00e9ra <\/em>eines<em> <\/em>Meyerbeer oder Hal\u00e9vy<em> <\/em>anpassen. Es entstand ein \u201e\u00dcbergangswerk\u201c, das noch entschiedene Z\u00fcge der Belcanto-\u00c4ra zeigt, aber weniger auf die sp\u00e4tere franz\u00f6sische als auf die italienische Oper eines Verdi hinweist. Die eigenartigen Parallelen zu Verdis, \u00fcber zwanzig Jahre sp\u00e4ter entstandenen <em>Forza del Destino,<\/em> sind bekannt.<\/p>\n<p>Es war ein Gl\u00fcck, dieses selten aufgef\u00fchrte Werk h\u00f6ren und sehen zu k\u00f6nnen. Trotz seiner M\u00e4ngel eine erfreuliche und interessante Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet\/WikiSpectacle<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Carlo Colombara (Balthazar), links davon Ludovic T\u00e9zier (K\u00f6nig), Alice Coote (L\u00e9onor) und Judith Gauthier \u00a0(In\u00e8s), umgeben vom Hofstaat<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Geatano Donizetti (1797-1848) Grand Op\u00e8ra in vier Akten, Libretto: Alphonse Royer und Gustave Va\u00ebz, UA: 2. 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