{"id":4597,"date":"2013-02-10T21:34:48","date_gmt":"2013-02-10T20:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4597"},"modified":"2013-02-10T21:34:48","modified_gmt":"2013-02-10T20:34:48","slug":"dionysos-heidelberg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4597","title":{"rendered":"DIONYSOS \u2013 Heidelberg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"left\">von Wolfgang Rihm (*1952), Opernfantasie, Libretto: Wolfgang Rihm nach Texten von Friedrich Nietzsche, UA: 27. Juli 2010 Salzburg, Haus f\u00fcr Mozart<\/p>\n<p align=\"left\">Regie: Ingo Kerkhof, B\u00fchne: Anne Neuser, Kost\u00fcme: Inge Medert, Video: Philipp Ludwig Stangl, Dramaturgie: Julia Hochstenbach<\/p>\n<p align=\"left\">Dirigent: Yordan Kamdzhalov, Philharmonisches Orchester Heidelberg, Choreinstudierung: Jan Schweiger, Solisten: Holger Falk (N.), Sharleen Joynt (1. hoher Sopran\/Ariadne), Diana Tomsche (2. hoher Sopran), Carolyn Frank (Mezzosopran), Guadalupe Larzabal (Alt), Namwon Huh (Ein Gast\/Apollon), Harald Beutelstahl (Der Alte*), Matthis Wolfer (Das Kind*), *von der Regie hinzugef\u00fcgte Rollen<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Februar 2013 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"left\"><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Heidelberg_Dionysos.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4598\" title=\"Heidelberg_Dionysos\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Heidelberg_Dionysos.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Heidelberg_Dionysos.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Heidelberg_Dionysos-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt:<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">N. verfolgt zwei Nymphen, erhascht sie aber nicht. Eine von ihnen verwandelt sich in Ariadne \u2013 N. rudert mit ihr \u00fcber einen See. Als die beiden an einen Felsen sto\u00dfen, fesselt N. Ariadne mit Efeu. \u201eEin Gast\u201c erscheint am Ufer und singt ein Liebesduett mit der gefesselten Ariadne. Die Szenerie verwandelt sich zu einem Gebirge in dem N. und \u201eEin Gast\u201c eine Bergtour unternehmen. Raubv\u00f6gel und ein gefl\u00fcgeltes Pferd schweben an ihnen vorbei. Die dritte Szene f\u00fchrt durch drei Innenr\u00e4ume. N. und <em>Ein Gast<\/em> befinden sich in einer Art Foyer, das sich dann in ein Bordell verwandelt. Vier Het\u00e4ren versuchen hier vergebens, N. und <em>Ein Gast<\/em> zu verf\u00fchren. Im dritten Innenraum erscheint <em>Ein Gast<\/em> als Apollon verkleidet, um N. die Haut abzuziehen. Im letzten Bild befindet sich <em>Die Haut<\/em> von N. auf einem gro\u00dfen Platz. Sie umarmt, nun von einem T\u00e4nzer dargestellt, ein Pferd; die Szene wird von Ariadne beobachtet. Sie greift nach der Haut und kniet nieder: das Bild einer <em>Piet\u00e0<\/em> entsteht.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Anders als im Libretto angelegt, spielt die <em>Dionysos<\/em> \u00a0bei der Heidelberger Inszenierung in einem Raum \u2013 vielleicht eine Fabrikhalle, vielleicht eine Art Loft \u2013 ab. Die B\u00fchne wird nur von einzelnen Lichtern und Kerzen beleuchtet. Ver\u00e4nderungen werden durch die Positionen des Mobiliars und verschiedene Requisiten geschaffen. Im ersten Bild befindet sich ein Glaskasten, Marke \u201ePf\u00f6rtnerh\u00e4uschen\u201c, auf der rechten Bildseite, im dritten Bild steht es auf der linken Seite und erinnert, von Kerzen beschienen, an eine kleine Kapelle. Schminktische und Spiegel, die den Nymphen des ersten Bildes als Ablenkung dienten, mu\u00dften im dritten Bild einer kleinen Sitzgruppe weichen. Hier tummeln sich die Het\u00e4ren, nun als Journalistinnen interpretiert. F\u00fcr das letzte Bild f\u00e4hrt ein Gazevorhang nach unten, auf den ein Video projiziert wird. Ein weiteres Video ist im B\u00fchnenhintergrund zu sehen. Beide zeigen N. sitzend, mal gesellt sich der 2. hohe Sopran zu ihm, mal <em>Ein Gast<\/em>. Ein Schaukelpferd und ein Diwan befinden sich w\u00e4hrend der gesamten Oper \u00fcber auf der B\u00fchne und verweisen so schon am Anfang auf das letzte Bild. Regisseur <strong>Ingo Kerkhof<\/strong> f\u00fcgte dem Personal noch zwei stumme Rollen hinzu: \u201eDer Alte\u201c und \u201eDas Kind\u201c, die N. und <em>Ein Gast<\/em> in ihr Spiel mit einbeziehen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>S\u00e4nger<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Heidelberger Abend war musikalisch gesehen ein voller Erfolg. Dirigent <strong>Yordan Kamdzhalov<\/strong> f\u00fchrte Orchester und S\u00e4nger sicher durch die schwierigen Partien. Besonders wirkungsvoll war die Aufstellung des Schlagwerks an beiden Seiten der B\u00fchne und auf dem Rang. Weil auch der Chor mal hinter der B\u00fchne, mal auf dem Rang sang, entstand eine sehr interessante Klangkonstellation, die mit der Akustik des neuen Raumes spielte. Zu Beginn schienen Dirigent und Orchester noch etwas zur\u00fcckhaltend, sp\u00e4testens nach der Pause kosteten sie die schwelgerischen B\u00f6gen der an Strauss erinnernden Klangbilder und die sph\u00e4rischen Ruhepole Rihms vollends aus. Herausragend war <strong>Sharleen Joynt <\/strong>als 1. hoher Sopran und Ariadne. Die Wechsel von den h\u00f6chsten H\u00f6hen in die tiefen Lagen bew\u00e4ltigte sie perfekt. Ihre Stimme blieb durchweg klar und beweglich. Die nicht weniger anspruchsvolle Partie des 2. hohen Sopran meisterte <strong>Diana Tomsche<\/strong> souver\u00e4n. Die beiden hohen Frauenstimmen mischten sich in ihrem Duett am Anfang der Oper trotz der extrem hoch angesetzten Lage wunderbar. Auch <strong>Holger Falks <\/strong>Bariton (N.) wirkte sch\u00f6n rund und unangestrengt, nur manchmal h\u00e4tte die Stimme etwas mehr Volumen und Kraft gebraucht, um vom Orchesterklang nicht \u00fcbert\u00f6nt zu werden. <strong>Namwun Huh<\/strong> (<em>Ein Gast\/<\/em>Apollon) sang sehr intensiv und klangvoll, nur zu Beginn klang sein Tenor etwas gepresst.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">In der Zweitinszenierung von Rihms <em>Dionysos<\/em> begeisterte vor allem die musikalische Seite. Die Regie von Ingo Kerkhof entfernte sich mutig von den Bildwelten der Urauff\u00fchrung, aber auch sehr weit vom Libretto. Es schien so, als ob Kerkhof eine Handlung oder Erz\u00e4hlung dort zeigen wollte, wo keine war. Dem Absurden, das oft ins Komische rutscht, wollte er einen \u201eroten Faden\u201c abgewinnen, ohne sich allzu sehr um das Bild- und Momenthafte der Worte Nietzsches zu k\u00fcmmern. F\u00fcr alle Beteiligten gab es freundlichen Applaus, der sich aber erst mit dem Erscheinen Wolfgang Rihms auf der B\u00fchne in Begeisterung wandelte.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Florian Merdes<\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt: Sharleen Joynt (1. hoher Sopran\/<em>Ariadne<\/em>), Diana Tomsche (2. hoher Sopran), Carolyn Frank (Mezzosopran), Holger Falk (N.), Damenchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Rihm (*1952), Opernfantasie, Libretto: Wolfgang Rihm nach Texten von Friedrich Nietzsche, UA: 27. 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