{"id":459,"date":"2008-12-18T22:28:07","date_gmt":"2008-12-18T20:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=459"},"modified":"2008-12-19T14:20:56","modified_gmt":"2008-12-19T12:20:56","slug":"heidelberg-schwetzingen-stadtische-buhne-rokokotheater-tito-manlio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=459","title":{"rendered":"Heidelberg-Schwetzingen, St\u00e4dtische B\u00fchne (Rokokotheater) &#8211; TITO MANLIO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Antonio Vivaldi; Libretto: Matteo Noris; UA 1917, Mantua<br \/>\nRegie: Hendrik M\u00fcller; B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Claudia Doderer; Beleuchtung: Steff Fl\u00e4chsenhaar; Dramaturg: Bernd Feuchtner;<br \/>\nDirigent: Michael Form, Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg<br \/>\nSolisten: Sebastian Geyer (Tito Manlio), Mariana Flores (Manlio), Rosa Dominguez (Vitellia), Yosemeh Adjei (Decio), Lucas Vanzelli (Geminio), Angela Kerrison (Servilia), Jana Kurucov\u00e1 (Lucio), Gabriel Urrutia Benet (Lindo) u .a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. Dezember 2008 (Premiere, deutsche Erstauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/heidelberg-tito-manlio.jpg\" TITLE=\"heidelberg-tito-manlio.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/heidelberg-tito-manlio.jpg\" ALT=\"heidelberg-tito-manlio.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Im Jahr 300 vor Christus l\u00e4\u00dft der Konsul Tito Manlio die R\u00f6mer Ha\u00df gegen die Latiner schw\u00f6ren, welche aufst\u00e4ndisch einen latinischen Konsul fordern. Doch w\u00e4hrend der Latiner Lucio aus Liebe zur Konsultochter Vitellia und Titos Sohn Manlio aus Liebe zum Vaterland den r\u00f6mischen Schwur leisten, weigern sich andere Familienmitglieder konsequent: Zum einen Servilia, die latinische Verlobte des Manlio, aber auch Vitellia, da sie heimlich mit dem Anf\u00fchrer der Latiner Geminio, dem Bruder der Servilia, verlobt ist. Tito ist emp\u00f6rt, l\u00f6st die Verbindung Manlio mit Servilia auf und l\u00e4\u00dft Vitellia, die sich weigert, die Wahrheit zu sagen, verhaften. Vitellia schickt ihren Diener Lindo mit einem Hilferuf an Geminio ins Lager der Latiner. Dieser jedoch f\u00fchlt sich dem Anliegen der Latiner verpflichtet und lehnt seine Hilfe ab. Inzwischen ist Manlio im Lager eingetroffen mit dem Auftrag, den Feind auszusp\u00e4hen, ohne sich jedoch in Kampfeshandlungen verwickeln zu lassen. Als Geminio ihn provoziert, tritt Servilia als Schlichterin hinzu und wird mit der Botschaft zu Tito geschickt, ihr Bruder werde den Latineraufstand abblasen, wenn er Vitellia zur Frau bek\u00e4me. Doch es kommt anders, denn Manlio l\u00e4\u00dft sich provozieren und t\u00f6tet Geminio im Kampf. Tito verurteilt daraufhin seinen eigenen Sohn zum Tode, da er Gesetzestreue \u00fcber Vaterliebe stellt. Alles sieht danach aus, da\u00df Manlio gerichtet werden wird, doch im letzten Moment befreit ihn das r\u00f6mische Heer und Tito erkennt sofort die h\u00f6here Gewalt der Armee an: Er gibt seinem Sohn Servilia als Braut, w\u00e4hrend Vitellia freiwillig Lucio ihre Hand reicht.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Antwort des Regie-, B\u00fchnenbild- und Kost\u00fcmteams auf die Herausforderung der deutschen Erstauff\u00fchrung des Tito Manlio besteht aus einem schlichten, hellblauen B\u00fchnenbild auf mehreren Ebenen, \u00e4hnlich einem Guckgasten mit verschiedenen Innenr\u00e4umen, auf denen sich, teilweise zeitgleich, verschiedene Handlungsstr\u00e4nge abspielen k\u00f6nnen, und modern und barock durchmischten Kost\u00fcmen, die farblich mit dem B\u00fchnenbild harmonieren. \u00dcberhaupt durchziehen Farb- und Lichtspiele die gesamte Inszenierung: Tito hat lange rote Haare, Servilia und Manlio sind farblich kongruent gekleidet und Lucio vollf\u00fchrt Schattent\u00e4nze hinter Pergamentpapier. Im sehr dramatisch gestalteten zweiten Teil \u00e4ndert sich wenig am B\u00fchnenbild, Tito hat jedoch die roten Haare gegen graue C\u00e4sarlocken eingetauscht und die B\u00fchne selbst wird durch zerrupfte Rosenstr\u00e4u\u00dfe und Brotbrocken immer dreckiger.<br \/>\nEinige Symbole, eine immer wieder auftauchende Damenstrumpfhose etwa, bleiben bis zum Schlu\u00df unklar und wirken ein wenig hilflos ob der wenigen Inszenierungsangaben, die Vivaldis in seiner Opernpartitur notierte. Viele Einf\u00e4lle aber wie z.B. ein vom Tonband gesprochenes Todesurteil, eine tanzende G\u00f6tterstatue und ein durch die Szene schreitender Todesengel bereichern die Auff\u00fchrung ohne aufdringlich zu wirken.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nBesonders hervorzuheben ist die stimmliche Leistung <strong>Jana Kurucov\u00e1s <\/strong>(Lucio), die ihre virtuosen und koloraturreichen Parts brillant gemeistert hat, aber auch schauspielerisch durch ihre starke Pr\u00e4senz herausstach. Auch <strong>Rose Dominguez<\/strong> (Vitellia) und vor allem <strong>Angelina Kerrison<\/strong> (Servilia) sangen und spielten mitf\u00fchlend und \u00fcberzeugend. <strong>Mariana Flores<\/strong> (Manlio) war stark in den dramatischen Szenen, konnte aber bei ruhigeren Passagen weniger \u00fcberzeugen. <strong>Sebastian Geyer<\/strong> (Tito) und <strong>Lucas Vanzelli<\/strong> (Geminio) gingen bei soviel weiblicher Power leider etwas unter und wirkten bla\u00df, was aber auch an den Rollen liegen mag. W\u00e4hrend Yosemeh Adjei einen stimmlich unsauberen und schauspielerisch nicht ideal besetzten Decio abgab, mu\u00df die Leistung <strong>Gabriel Urrutia Benets<\/strong> (Lindo) jedenfalls erw\u00e4hnt werden, der besonders in seiner Soloarie <em>Brutta cosa \u00e8 il far la spia<\/em> &#8211; <em>H\u00e4sslich ist es, Spion zu spielen<\/em> gro\u00dfes gesangliches wie schauspielerisches Talent bewiesen hat.<br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> meisterte die ungewohnte historische Auff\u00fchrungspraxis erstaunlich professionell und souver\u00e4n und zeigte, da\u00df sich die Workshops zur Vorbereitung bei einer Barockspezialistin gelohnt haben. Besonders erw\u00e4hnenswert sind die Leistung der Hornisten, die auf eigens vom Theater Heidelberg angeschafften Naturh\u00f6rnern spielten, und die Solopartien <strong>Michael Forms<\/strong> auf der Blockfl\u00f6te, der au\u00dferdem mitrei\u00dfend dirigierte, sowie der Trompeterin <strong>Laura Vukobratovics<\/strong>.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin pr\u00e4gnanter Start f\u00fcr hoffentlich folgende Inszenierungen der Oper mit einem rundum leistungsstarken Ensemble und einem Publikum, das mit lautem und langem Applaus antwortete.<br \/>\nLeonore Kratz<\/p>\n<p>Bild: Markus Kaesler.<br \/>\nDas Bild zeigt Servilia, Manlio, Lucius und Lindo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Antonio Vivaldi; Libretto: Matteo Noris; UA 1917, Mantua Regie: Hendrik M\u00fcller; B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Claudia Doderer; Beleuchtung: Steff Fl\u00e4chsenhaar; Dramaturg: Bernd Feuchtner; Dirigent: Michael Form, Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg Solisten: Sebastian Geyer (Tito Manlio), Mariana Flores (Manlio), Rosa Dominguez (Vitellia),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=459\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[90,1],"tags":[],"class_list":["post-459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-heidelberg-stadtische-buhne","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}