{"id":4580,"date":"2013-02-05T13:54:53","date_gmt":"2013-02-05T12:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4580"},"modified":"2013-02-05T13:54:53","modified_gmt":"2013-02-05T12:54:53","slug":"ariodante-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4580","title":{"rendered":"ARIODANTE \u2013 Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Anonymus nach Antonio Salvi und Lucovico Ariostos <em>Orlando Furioso.<\/em> UA: 1735 London, Covent Garden Theatre<\/p>\n<p>Regie: Jarg Pataki, B\u00fchne: Anna B\u00f6rnsen, Kost\u00fcme: Sandra M\u00fcnchow<\/p>\n<p>Dirigent: Peter Hal\u00e1sz und das Sinfonieorchester Aachen<\/p>\n<p>Solisten: Pawel Lawreszuk (K\u00f6nig von Schottland), Violetta Radomirska (Ariodante), Katharina Hagopian (Ginevra), Patricio Arroyo (Lurcanio), Sanja Radisi\u0107 (Polinesso), Jelena Raki\u0107 (Dalinda)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Februar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Aachen-Ariodante.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4581\" title=\"Aachen-Ariodante\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Aachen-Ariodante.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Aachen-Ariodante.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Aachen-Ariodante-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ginevra, die Tochter des K\u00f6nigs von Schottland, ist in Ariodante verliebt. Polinesso spielt Ariodante eine Intrige vor, um ihn und Ginevra auseinanderzubringen. Ariodante glaubt daraufhin, Ginevra sei in Polinesso verliebt und versucht sich umzubringen. Lurcanio verk\u00fcndet am Hof den Tod Ariodantes und beschuldigt Ginevra der Untreue. Der K\u00f6nig verst\u00f6\u00dft Ginevra. Doch Dalinda, die von Polinesso in die T\u00e4uschung verwickelt wurde, findet Ariodante lebend und \u00fcberzeugt ihn, da\u00df Ginevra ihm treu ist. W\u00e4hrenddessen t\u00f6tet Lurcanio Polinesso im Kampf. Ariodante kehrt an den Hof zur\u00fcck und \u00fcberzeugt den K\u00f6nig von Dalindas und Ginevras Unschuld. Gemeinsam befreien sie Ginevra aus dem Gef\u00e4ngnis und feiern ihre Liebe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt einen Garten: Aus dem Steinboden ragen Blumenattrappen, an den Seiten sind Mauern aufgemalt, ein Baum w\u00e4chst schr\u00e4g aus der linken Mauer und die hintere Wand ist mit Blattmotiven tapeziert. An der Seite steht eine Holzkommode, auf die die S\u00e4nger gelegentlich klettern. Auch die Kost\u00fcme haben botanische Elemente. Sowohl die Anz\u00fcge der Herren, als auch die barocken Kleider der Damen sind mit Palmen- und Bl\u00e4tterprints verziert und in dunklen Oliv- und Blaut\u00f6nen gehalten. Im zweiten Akt bedeckt eine durchsichtige Plane die gesamte B\u00fchne und deutet das Meer an. Am Ende wird eine Art Karikatur \u00fcber den Pomp des Barock gezeichnet: die Darsteller erscheinen mit grell geschminkten Gesichtern, laufen als Brautpaare verkleidet \u00fcber einen roten Teppich w\u00e4hrend pinkfarbene Luftballons in der Luft schweben. Im Hintergrund werden Bilder von chinesischen Kindern aufgestellt, dar\u00fcber ist der Spruch \u201eZukunft w\u00e4hlen\u201c zu lesen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Fast durchgehend h\u00e4lt Peter Hal\u00e1sz das Orchester w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre und im weiteren Verlauf im Mezzoforte und nimmt die Lautst\u00e4rke in den Violinen bei der S\u00e4ngerbegleitung weiter so zur\u00fcck, da\u00df der Gesang nicht \u00fcbert\u00f6nt wird. Im ersten Akt sticht <strong>Katharina Hagopians <\/strong>(Ginevra)<strong> <\/strong>warmer, inbr\u00fcnstiger Sopran hervor. In den H\u00f6hen intoniert sie mit viel Druck, aber nicht forciert. Leider \u00fcberschattet das Vibrato ihrer Stimme die Triller. Diese gelingen <strong>Jelena Rakic<\/strong> (Dalinda) daf\u00fcr umso besser. In der Arie <em>Apri le luci<\/em> \u2013 <em>\u00d6ffne die Augen<\/em> singt sie die Triller so flink und sauber artikuliert, da\u00df es an Vogelzwitschern erinnert. Dabei l\u00e4\u00dft sie ihren schlanken Sopran in den H\u00f6hen anmutig gl\u00e4nzen, ohne dabei zu viel Druck zu erzeugen. Ein Gegengewicht dazu schafft <strong>Sanja Radisi\u0107<\/strong> (Polinesso). In den Triolen der Arie <em>Se l\u2019inganno sortisce felice<\/em> \u2013 <em>Sollte ich in dieser T\u00e4uschung Gl\u00fcck haben<\/em> gibt sie ihrer Mezzosopran-Stimme im Vibrato energischen Schwung und wechselt bei den tiefen T\u00f6nen in die Bruststimme, wodurch sie das Gef\u00fchl des Hasses noch st\u00e4rker hervorhebt. Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung ist allerdings <strong>Violetta Radomirska<\/strong> (Ariodante). Sie singt mit einer klaren, weich schmelzenden Sopranstimme. Den H\u00f6hepunkt ihres K\u00f6nnens zeigt sie im zweiten Akt in der Arie <em>Scherza infida \u2013 Erg\u00f6tze dich Untreue. <\/em>Sehr sanft haucht sie die hohen T\u00f6ne im sotto voce pianissimo, was sich wie Schluchzer anh\u00f6rt, w\u00e4hrend sie zusammengekauert am Boden liegt. Von den M\u00e4nnern zeigt <strong>Patricio Arroyo<\/strong> (Lurcanio) die beste Leistung. Er singt die Liebesarie <em>Del mio sol vezzosi rai<\/em> \u2013 <em>Von meiner Seite die Strahlen der Sonne<\/em> im ersten Akt mit seinem lyrischen Tenor sehr sanft und legato. In der H\u00f6he klingt er sehr zerbrechlich und l\u00e4\u00dft seinen hellen Tenor schimmern. <strong>Pawel Lawreszuks<\/strong> (K\u00f6nig) knarrender Bariton klingt dagegen zu wenig differenziert, da er durchweg im Mezzoforte singt. Erst im dritten Akt gelingt es ihm leiser zu singen und dadurch die Sanftm\u00fctigkeit seiner Rolle hervorzuheben.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme wirken stimmig, da sie authentisch die Zeit des Barock vermitteln. Abgesehen von kleinen Irritationen im letzten Akt, wie dem Plakat mit der Aufschrift \u201eZukunft w\u00e4hlen\u201c, ist die Inszenierung auf das K\u00f6nnen der S\u00e4nger konzentriert. Und dieses ist absolut hervorragend. Allen voran Violetta Radomirska, die der Publikumsliebling des Abends war. Sie sorgt f\u00fcr einen abwechslungsreichen Abend. Sehens- und h\u00f6renswert!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Will van Iersel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Katharina Hagopian (Ginevra) in gr\u00fcnem Kleid, Violetta Radomirska (Ariodante)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Anonymus nach Antonio Salvi und Lucovico Ariostos Orlando Furioso. 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