{"id":4563,"date":"2013-01-30T21:44:49","date_gmt":"2013-01-30T20:44:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4563"},"modified":"2013-02-19T20:12:08","modified_gmt":"2013-02-19T19:12:08","slug":"das-rheingold-paris-opera-national-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4563","title":{"rendered":"DAS RHEINGOLD \u2013 Paris, Op\u00e9ra National (Bastille)"},"content":{"rendered":"<blockquote><\/blockquote>\n<blockquote><p>von Richard Wagner, Vorspiel in einem Akt zum <em>Ring des Nibelungen<\/em>, Text: Richard Wagner, UA: 22. September 1869 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: G\u00fcnter Kr\u00e4mer , B\u00fchne: J\u00fcrgen B\u00e4ckmann, Kost\u00fcme: Falk Bauer, Licht: \u00a0Diego Leetz, Choreographie: Otto Pichler,Videobilder: Stefan Bischoff<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Orchestre de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Solisten : Thomas Johannes Mayer (Wotan), Samuel Youn (Donner), Bernard Richter (Froh), Kim Begley (Loge),\u00a0 Peter Sidhom (Alberich),\u00a0 Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Mime),\u00a0 Lars Woldt (Fasolt), G\u00fcnther Groissb\u00f6ck (Fafner), Sophie Koch (Fricka), Edith Haller (Freia), Qiu Lin Zhang (Erda), Caroline Stein (Woglinde), Louise Callinan (Wellgunde), Wiebke Lehmkuhl (Flosshilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Januar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Diese Auff\u00fchrung war Teil der\u00a0 Pariser Neuinszenierung der Tetralogie von 2010\/11. Nur <em>Die<\/em> <em>Walk\u00fcre, Siegfried<\/em> und <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> wurden damals besprochen (OPERAPOINT 10\/3, 11\/2-3 2011). Zur Wiederaufnahme des <em>Ring<\/em> zum Wagnerjahr rezensieren wir nun <em>Das Rheingold<\/em>.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Paris-Rheingold.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4564\" title=\"Paris-Rheingold\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Paris-Rheingold.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Paris-Rheingold.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Paris-Rheingold-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Zwerg Alberich entrei\u00dft den Rheint\u00f6chtern das Rheingold, aus dem sich ein Ring der absoluten Macht schmieden l\u00e4\u00dft, wenn man der Liebe abschw\u00f6rt. Die Riesen Fasold und Fafner haben den G\u00f6ttern die Burg Walhalla gebaut und fordern nun den ausgemachten Lohn: Freia, die G\u00f6ttin der ewigen Jugend. Doch Wotan weigert sich sie herauszugeben Daraufhin entf\u00fchren die Riesen Freia und verlangen als L\u00f6segeld das von Alberich gestohlenene Rheingold. Wotan gelingt es, Alberich nicht nur das Gold und den Ring, sondern auch seinen Tarnhelm zu entrei\u00dfen. Hintergangen und ohnm\u00e4chtig belegt Alberich den Ring mit einem Fluch. Die Riesen verlangen nun Wotans Beute gegen Freias Freiheit. Auf Erdas Rat \u00fcberl\u00e4\u00dft Wotan seinen Schatz, und auch den Ring den Riesen. Vom Fluch des Rings getroffen t\u00f6tet Fafner seinen Bruder Fasold, um allein m\u00e4chtig zu sein. Die G\u00f6tter ziehen in ihre neue Burg ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper \u00f6ffnet mit den drei Rheint\u00f6chtern in langen wei\u00dfen Glitzerkleidern auf Schaukeln vor einer Rauchkulisse, in der sich unz\u00e4hlige, rot beleuchtete H\u00e4nde drehen. Dahinein erscheint Alberich, unappetitlich und unrasiert, in Hosen, Hosentr\u00e4gern und Unterhemd. Die G\u00f6tter als dekadente, gelangweilte <em>High-Society-<\/em>Figuren in wei\u00dfen Anz\u00fcgen und hellen Abendkleidern vor und auf einer Weltkugel-Halbsph\u00e4re. Die verdeckte Nacktheit wird \u2013 wie bei den Rheint\u00f6chtern \u2013 auch bei den G\u00f6ttinnen auf die Kleider gemalt. Loge ist der alles arrangierende, \u00fcber den Dingen stehende zynische Clown. Die Riesen als Revoluzzer in dunkelgrauen Spezialeinsatzuniformen mit roten Fahnen. Eindrucksvoll, und offensichtlich vom Film <em>Metropolis<\/em> inspiriert, das Nibelheim-Bergwerk der Zwerge mit einem riesigen, die Goldkugel zers\u00e4gendem Pendel \u00fcber der B\u00fchne, rechts und links davon knieende Zwerge als Bergleute. Das alles durch Spiegeleffekte verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Eindrucksvoll der langsame, schweigende Gang Erdas durch die Dunkelheit w\u00e4hrend des Orchesterzwischenspiels. Walhalla in der Schlu\u00dfszene, als strahlende Burg aus Licht und Stahl, bevor sie sich in eine b\u00fchnenhohe Treppe verwandelt, auf der aufgereihte Statisten in schwarz-wei\u00dfer Turnkleidung \u201eLeni-Riefenstahl-Olympiade-Photos\u201c heraufbeschw\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p><strong>Caroline Stein, Louise Callinan<\/strong> und <strong>Wiebke Lehmkuhl<\/strong> als Rheint\u00f6chter er\u00f6ffnen den Abend mit wohlklingendem, fr\u00f6hlichem Dreigesang. <strong>Peter Sidhoms<\/strong> grotesker Alberich nimmt eigentlich nur in der Fluchszene: <em>Wie durch Fluch er mir geriet, verflucht sei dieser Ring! <\/em>(4. Szene), stimmlich und szenisch halbwegs die tragisch-unheimliche Dimension an. <strong>Thomas Johannes Mayer <\/strong>ist mit sch\u00f6n timbrierter, warmer, wenn auch nicht sehr gro\u00dfer Baritonstimme der lethargische Wotan. <strong>Sophie Koch <\/strong>singt mit sinnlich-klangvollem, immer gut kontrolliertem Mezzo eine hervorragende Fricka, <strong>Edith Haller<\/strong> ist die jugendlich-frische, stimmlich manchmal etwas unkontrollierte Freia. <strong>Kim Begleys<\/strong> metallischer, fast vibratofreier Tenor kommt in der Rolle des zynischen, alles arrangierenden, Abstand haltenden Loge oft dem Sprechgesang nahe, er clownt und witzelt vergn\u00fcglich. G\u00fcnther Groissb\u00f6ck und Lars Woldt \u00a0sind mit kr\u00e4ftigen Ba\u00dfstimmen das Riesenbr\u00fcderpaar Fafner und Fasold. <strong>\u00a0Qui lin Zang <\/strong>singt mit ihrem tiefen, geheimnisvollem Timbre den prophetischen Monolog Erdas, <em>Wie alles war, wei\u00df ich; wie alles wird, wie alles sein wird, seh\u2019 ich auch<\/em> (4. Szene). Unter den G\u00f6ttern befinden sich noch <strong>Bernhard Richter<\/strong> mit sch\u00f6nem, hellem Tenor als Froh, und <strong>Samuel Youn<\/strong> mit kraftvollem Bariton als Donner, in Alberichs Schmiede schmachtet <strong>Wolfgang Ablinger-Sperrhacke<\/strong> als Mime.<\/p>\n<p><strong>Philippe Jordan<\/strong> dirigierte die Solisten und das <strong>Orchestre de l\u2019Op\u00e9ra National<\/strong> mit seinen strahlenden Blechbl\u00e4sern, in klaren, kraftvollen Linien.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Trotz einiger eindrucksvoller Bilder, die eine moderne, visuell tiefergehende, mythische Darstellung der Oper h\u00e4tte ergeben k\u00f6nnen, sank die Inszenierung bedauerlicherweise wieder weitgehend auf das, von den anderen Ringopern dieser Inszenierung bekannte Kr\u00e4mer-B\u00e4ckmann-Bauer <em>slapstick<\/em>-Niveau herab.<\/p>\n<p>Schade, die musikalisch gelungene Auff\u00fchrung h\u00e4tte eine entsprechendere Inszenierung verdient. Es gab dennoch viel Beifall.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Charles Duprat<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sophie Koch (Fricka), Lars Woldt (Fasolt), Edith Haller (Freia) et Samuel Youn (Donner)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Vorspiel in einem Akt zum Ring des Nibelungen, Text: Richard Wagner, UA: 22. 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