{"id":455,"date":"2008-12-16T12:57:31","date_gmt":"2008-12-16T10:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=455"},"modified":"2008-12-17T13:10:11","modified_gmt":"2008-12-17T11:10:11","slug":"kiel-opernhaus-hansel-und-gretel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=455","title":{"rendered":"Kiel, Opernhaus &#8211; H\u00c4NSEL UND GRETEL"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854\u20131921), M\u00e4rchenoper in drei Akten, Libretto: Adelheid Wette; UA: 23. Dezember 1893, Hoftheater, Weimar<br \/>\nRegie: J\u00f6rg Diekneite; B\u00fchnenbild: Eckhard Reschat; Dramaturgie: Joscha Schaback; Kost\u00fcme: Sabine Keil; Beleuchtung: Martin Witzel<br \/>\nDirigent: Johannes Willig, Philharmonisches Orchester und Kinder- und Jugendchor<br \/>\nSolisten: Merja M\u00e4kel\u00e4 (H\u00e4nsel), Heike Wittlieb (Gretel), J\u00f6rg Sabrowski (Vater Peter), Claudie Iten (Mutter Gertrud), Steffen Doberauer (Knusperhexe), \u015een Acar (Sand-, Taum\u00e4nnchen)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. Dezember 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/kiel-hansel-u-gretel.jpg\" TITLE=\"kiel-hansel-u-gretel.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/kiel-hansel-u-gretel.jpg\" ALT=\"kiel-hansel-u-gretel.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>H\u00e4nsel und Gretel, Kinder eines armen Besenbinders, m\u00fcssen Aufgaben im Hause erledigen. Statt dessen machen sie lieber Unsinn, weswegen die w\u00fctende Mutter sie zum Beerensuchen in den Wald schickt. Als der Vater nach Hause kommt und von den weggeschickten Kindern erf\u00e4hrt, \u00e4ngstigt er sich sehr, wohnt doch im Wald die b\u00f6se Knusperhexe. H\u00e4nsel und Gretel haben sich im Wald verirrt. In der Dunkelheit lauern ein seltsames Echo und geheimnisvolle Nebelfrauen. Doch dann taucht das Sandm\u00e4nnchen auf und bereitet den Kindern einen sorglosen Schlaf. Am n\u00e4chsten Tag werden H\u00e4nsel und Gretel vom Taum\u00e4nnchen geweckt.<br \/>\nPl\u00f6tzlich entdecken die beiden hinter sich ein buntes Lebkuchenhaus, wovon sie naschen.<br \/>\nDann taucht die Knusperhexe auf und versetzt die beiden in eine Starre. H\u00e4nsel soll gem\u00e4stet werden und Gretel mu\u00df im Haushalt helfen. Als Gretel gebacken werden soll, kann sie die Hexe \u00fcberw\u00e4ltigen und ins Feuer sto\u00dfen.<br \/>\nPl\u00f6tzlich sind auch alle anderen Kinder befreit, die die Hexe je gebacken hat und der Spie\u00df wird umgedreht \u2013 nun ist sie selbst ein Lebkuchen. Zum Schlu\u00df ist die Familie wieder gl\u00fccklich vereint.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang wird erst nach dem ersten Drittel des Vorspiels emporgehoben. Zum Vorschein kommt eine karge Holzstube mit einem Fenster, anfangs in ein dunkles Licht getaucht. An den W\u00e4nden lehnen lediglich einige Besen. Der zweite Akt empf\u00e4ngt den Zuschauer mit einem riesigen, in blauen, gr\u00fcnen und braunen T\u00f6nen gehaltenen Wald. Der Himmel im Hintergrund wechselt je nach Tageszeit seine Farben \u2013 von prachtvollem dunklem Blau \u00fcber kr\u00e4ftiges Lila und Rosa. Auch blinkende Sterne sind am Firmament zu entdecken. Es tauchen liebevoll und kindgerecht gekleidete kleine Elfen auf. Der dritte Akt zeigt das Knusperh\u00e4uschen, es besticht durch seine Farbenfreude. Neben dem Haus tut sich der Ofen auf. Die Knusperhexe mit den feuerroten Haaren fliegt auf ihrem Besen quer \u00fcber die ganze B\u00fchne. Nachdem die Hexe vernichtet und das Knusperhaus zusammengest\u00fcrzt ist, endet das Szenario mit allen Figuren in harmonischer, fr\u00f6hlicher Atmosph\u00e4re auf der B\u00fchne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Merja M\u00e4kel\u00e4<\/strong> (H\u00e4nsel) und<strong> Heike Wittlieb<\/strong> (Gretel) gl\u00e4nzen in ihren Rollen. Sie k\u00f6nnen einerseits die kindliche Sorglosigkeit und andererseits ihre Furcht stimmlich gut umsetzen. Leider gelang es ihnen bisweilen nicht, sich gegen das Orchester durchzusetzen. Vor allem <strong>Claudia Ite<\/strong>n (Mutter) \u00fcberzeugt in ihrer Rolle. Sie spielt eine gereizte, \u00fcberforderte und in Existenzn\u00f6ten gefangene Mutter, was sie mit leiser Dynamik umsetzt: Nichts hab&#8216; ich zu leben [&#8230;] M\u00fcde bin ich, m\u00fcde zum Sterben. Herrgott, wirf Geld herab! <strong>J\u00f6rg Sabrowski<\/strong> setzt als Vater mit seiner Stimme zun\u00e4chst die betrunkene Arglosigkeit durch Lallen um: Ralalala, ralalala, heissa Mutter, ich bin da! Bringe Gl\u00fcck und Gloria! Daraufhin folgt ein dynamisch leiser Umschwung auf Sorge. <strong>\u015een Acar<\/strong> stellt in ihrer Doppelrolle ein liebevolles Sandm\u00e4nnchen und bezauberndes Taum\u00e4nnchen dar. Auch wenn diese Rollen klein ausfallen, bemerkt der Zuschauer ihr schauspielerisches Talent sofort. <strong>Steffen Doberauer<\/strong> (Knusperhexe) ist mit einer weiblichen Rolle betraut. Aber trotzdem wirkt die Rolle wie f\u00fcr ihn geschrieben. Die Darstellung und der Gesang sind \u00fcberzeugend, mitrei\u00dfend, unheimlich. Wei\u00df man doch, wie das M\u00e4rchen endet, will man die Kinder am liebsten pers\u00f6nlich seiner (stimmlichen) Macht entrei\u00dfen.<br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von<strong> Johannes Willig<\/strong> schafft es, den Zuschauer bei Vor- und Zwischenspielen in die M\u00e4rchenwelt zu entf\u00fchren. Die <strong>Kieler Philharmonie<\/strong> spielt mit dynamischem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, wobei insbesondere die Blechbl\u00e4ser hervorzuheben sind.<br \/>\nWas den <strong>Kinder- und Jugendchor<\/strong> betrifft, so kann die Befreiung der Lebkuchen-Kinder als H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung bezeichnet werden. Die Kinder bringen mit ihren reinen, hohen Sopranstimmen in makelloser Intonation die Freude \u00fcber die Befreiung zum Ausdruck.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung bringt Jung zum Lachen und Alt zum Schmunzeln \u2013 genau die richtige Einstimmung auf Weihnachten. Die Leistung wird zum Schlu\u00df seitens der Zuschauer mit starkem Beifall und sogar Fu\u00dfgetrommel belohnt.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Olaf Struck<br \/>\nDas Bild zeigt Heike Wittlieb (Gretel), Steffen Doberauer (Knusperhexe) und Merja M\u00e4kel\u00e4 (H\u00e4nsel).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854\u20131921), M\u00e4rchenoper in drei Akten, Libretto: Adelheid Wette; UA: 23. 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