{"id":4529,"date":"2013-01-27T11:34:15","date_gmt":"2013-01-27T10:34:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4529"},"modified":"2013-01-30T19:38:53","modified_gmt":"2013-01-30T18:38:53","slug":"peter-grimes-berlin-deutsche-oper-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4529","title":{"rendered":"PETER GRIMES \u2013 Berlin, Deutsche oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und drei Akten, Text von Montagu Slater nach einem Gedicht von George Crabbe, UA: 1945 London<\/p>\n<p>Regie: David Alden, B\u00fchne: Paul Steinberg, Kost\u00fcme: Brigitte Reiffenstuel, Licht: Adam Silverman, Choreographie: Maxine Braham<\/p>\n<p>Dirigent: Donald Runnicles, Orchester der Deutschen und Chor und Extrachor der Deutschen Oper Berlin, Choreinstudierung: William Spaulding<\/p>\n<p>Solisten: Christopher Ventris (Peter Grimes), Michaela Kaune (Ellen Orford), Markus Br\u00fcck (Captain Balstrode), Rebecca de Pont Davies (Auntie), Hila Fahima und Kim-Lillian Strebel (zwei Nichten), Stephen Bronk (Swallow), Thomas Blondelle (Bob Boles), Clemens Bieber (Rev. Adams) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Januar 2013 (Berliner Premiere), Co-Produktion mit English National Opera London<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Berlin-P-Grimes-_1_21191.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4530\" title=\"Berlin-P-Grimes-_1_2119\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Berlin-P-Grimes-_1_21191.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Berlin-P-Grimes-_1_21191.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Berlin-P-Grimes-_1_21191-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt zu Beginn des 19. Jh.s in dem kleinen Fischerdorf Borough an der rauhen englischen Ostk\u00fcste. Der Fischer Peter Grimes ist angeklagt, den Tod seines Lehrlings verschuldet zu haben, was ihm jedoch nicht nachzuweisen ist. Die Stimmung im Dorf wird ihm gegen\u00fcber immer feindseliger, lediglich die Lehrerin Ellen Orford und Captain Balstrode halten noch zu ihm. Grimes hat vor, durch harte Arbeit genug Geld f\u00fcr eine sichere Existenz auf dem Lande zu verdienen und Ellen zu heiraten. Als er einen neuen Lehrling bekommt, f\u00fchrt er ihn mit gro\u00dfer Strenge in sein Handwerk ein. Die Dorfbev\u00f6lkerung beginnt unruhig zu werden, und w\u00fctend zieht man zu Grimes\u2019 H\u00fctte, der seinen Lehrling so unbedachtsam hinausscheucht, da\u00df er die Klippen hinunterst\u00fcrzt und stirbt. Als sich im Dorf die Zeichen daf\u00fcr verdichten, da\u00df auch sein zweiter Lehrling ums Leben gekommen ist, macht sich der rasende Mob erneut zu seiner H\u00fctte auf. Grimes setzt die Segel und versenkt sein Boot in einem aufkommenden Sturm.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Mitten in das Gemurmel des Publikums hinein beginnt der Prolog. Die Kost\u00fcme sind im Stil der 40er Jahre, also der Entstehungszeit des Werkes, gehalten. Die unterschiedlichen Schaupl\u00e4tze werden b\u00fchnenbildnerisch angedeutet und die Regievorgaben des Librettos befolgt. Die Handlung findet auf einer engen, in einigen Akten trichterf\u00f6rmigen B\u00fchne statt. Das hat f\u00fcr den Chor, der als einer der Hauptakteure dieser Oper anzusehen ist, zwei Dinge zur Folge: Zum einen sind die vielen Aktionen und Bewegungen des gesamten Chores rhythmisch koordiniert und mit minimaler Bewegungsfreiheit auszuf\u00fchren. Zum anderen steht der Chor dadurch h\u00e4ufig als geschlossene Masse dem Orchester als ebenb\u00fcrtiger Klangk\u00f6rper gegen\u00fcber. In dieser Hinsicht wird in der Inszenierung die musikalische Seite ebenso ber\u00fccksichtigt wie die szenische, d.h. die Choreographie beh\u00e4lt stets die klanglichen Konsequenzen der Umgruppierungen im Auge. In den Massenszenen des ersten und letzten Aktes finden etliche Aktionen gleichzeitig statt. Beleuchtung, B\u00fchnenbild und Choreographie greifen durchweg eng ineinander, und das Timing aller Aktionen l\u00e4uft der Musik nirgends entgegen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Chor hatte an diesem Abend einen gl\u00e4nzenden Auftritt. Nicht nur die massiven, statischen Passagen wurden pr\u00e4zise und dynamisch ausgewogen vorgetragen, sondern ebenso die tumultuarischen oder die Kirchenges\u00e4nge hinter der B\u00fchne im zweiten Akt. Beeindruckend war etwa, wie die Zischlaute in den S\u00e4tzen des zweiten Akts als wichtiges rhythmisches Element klar herausgearbeitet wurden. Unter <strong>Donald Runnicles\u2019 <\/strong>Leitung zog das Orchester der Deutschen Oper alle Register von Brittens ungemein farbig instrumentierter Partitur. Die klangliche Balance innerhalb des Orchesters, die angesichts der kontrastreichen Musik eine echte Herausforderung darstellt, wie auch das Zusammenspiel der Instrumentalisten mit den S\u00e4ngern waren vorbildlich. Der Aufbau der langen Spannungsb\u00f6gen in den Sea-Interludes, also den instrumentalen Zwischenspielen, gelang vollauf.<\/p>\n<p>Keiner der S\u00e4nger zeigte an diesem Abend Schw\u00e4chen. Darstellerisch und stimmlich waren alle Leistungen mehr als \u00fcberdurchschnittlich. <strong>Christopher Ventris<\/strong> (Peter Grimes) und <strong>Michaela Kaune<\/strong> (Ellen Orford) hatten als S\u00e4nger der beiden Hauptpartien daran nat\u00fcrlich einen gro\u00dfen Anteil. Ventris ist in der Lage, seinen Tenor in allen m\u00f6glichen sprecherisch-klanglichen Schattierungen die Nuancen des Textes widerspiegeln zu lassen. Besonders im dritten Akt ging er hier an die Grenze, d.h. lie\u00df seine Stimme stellenweise bis zum Beinahe-Brechen angestrengt klingen. Kaune beeindruckte vor allem mit ihrem kurzen Monolog im dritten Akt, den sie im intensiven piano vortrug. Neben <strong>Markus Br\u00fcck <\/strong>(Captain Balstrode) waren es vor allem <strong>Hila Fahima<\/strong> und <strong>Kim-Lillian Strebel<\/strong> (zwei Nichten), die darstellerisch herausstachen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Bereits zwischen den Akten gab es begeisterten Beifall, der nach dem Schlu\u00df st\u00fcrmisch wurde. An dieser Produktion stimmt einfach alles: Das Libretto wird klug und unpr\u00e4tenti\u00f6s umgesetzt, Inszenierung und Musik sind ebenso gut aufeinander abgestimmt wie Chor, Solisten und Orchester. Grandios!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Marcus Lieberenz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Michaela Kaune (Ellen Orford) und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und drei Akten, Text von Montagu Slater nach einem Gedicht von George Crabbe, UA: 1945 London Regie: David Alden, B\u00fchne: Paul Steinberg, Kost\u00fcme: Brigitte Reiffenstuel, Licht: Adam Silverman, Choreographie: Maxine Braham Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4529\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,1],"tags":[],"class_list":["post-4529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berlin-deutsche-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4529"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4549,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529\/revisions\/4549"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}