{"id":4516,"date":"2013-01-26T19:45:58","date_gmt":"2013-01-26T18:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4516"},"modified":"2013-01-30T19:39:26","modified_gmt":"2013-01-30T18:39:26","slug":"manon-lescaut-brussel-teatre-royal-de-la-monnaie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4516","title":{"rendered":"MANON LESCAUT \u2013 Br\u00fcssel, Th\u00e9\u00e2tre Royal La Monnaie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Dramma lirico in vier Akten, Text nach einer Erz\u00e4hlung von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost von Ruggero Leoncavallo, Luigi Illica, Domenico Oliva, Marco Praga, Giulio Ricordi, Giuseppe Giacosa, Giuseppe Adami und vom Komponisten<\/p>\n<p>UA: 1896 Turin<\/p>\n<p>Regie: Mariusz Trelinski, B\u00fchne: Boris Kudli\u010dka, Kost\u00fcme: Magdalena Musial, Licht: Felice Ross, Video: Bartek Macias<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Rizzi, Orchester und Chor de la Monnaie, Choreinstudierung: Martino Faggiani<\/p>\n<p>Solisten: Eva-Maria Westbroek (Manon Lescaut), Aris Agiris (Lescaut), Brandon Jovanovich (Des Grieux), Giovanni Furlanetto (Geronte di Ravoir), u.a.<\/p>\n<p>Co-Produktion mit Teatr Wielki \u2013 Opera Narodowa Warschau und der Nationaloper Wales<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Januar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Br\u00fcssel-Manon-Lescaut.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4517\" title=\"Br\u00fcssel-Manon-Lescaut\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Br\u00fcssel-Manon-Lescaut.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"244\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Br\u00fcssel-Manon-Lescaut.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Br\u00fcssel-Manon-Lescaut-300x209.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Chevalier Des Grieux, ein Student, und die 18j\u00e4hrige Manon Lescaut verlieben sich Hals \u00fcber Kopf ineinander und beschlie\u00dfen, miteinander durchzubrennen. Nach einem kurzen gemeinsamen Zusammenleben in Paris verl\u00e4\u00dft Manon ihren Geliebten, um sich fortan von dem wesentlich \u00e4lteren, reichen Geronte di Ravoir aushalten zu lassen. Als es zu einem Wiedersehen von Des Grieux und Manon im Hause di Ravoirs kommt, bei dem sich beide ihre immer noch vorhandene Liebe gestehen, werden sie von Manons reichem G\u00f6nner in flagranti ertappt. Die Polizei verhaftet Manon, die zur Verbannung nach Amerika verurteilt wird. Des Grieux beschlie\u00dft voll Verzweiflung mit ihr zu gehen. Nach ihrer Ankunft in \u00dcbersee irren die beide Liebenden durch eine \u00f6de Landschaft auf der Suche nach Wasser. Manon verschmachtet in den Armen ihres Geliebten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist nahezu \u00fcber die gesamte Auff\u00fchrung hinweg dunkel. Videoprojektionen im Hintergrund deuten die Lichter einer Gro\u00dfstadt an. In der oberen H\u00e4lfte des B\u00fchnenbildes ist die Theaterr\u00fcckwand freigelassen. Erster und letzter Akt spielen in einer Bahnhofswartehalle. Manon ist mit den typischen Attributen einer Prostituierten versehen: blonde Per\u00fccke, Trenchcoat, Sonnenbrille, Zigarette. Des Grieux sieht aus wie ein durchschnittlicher B\u00fcroangestellter. Lescaut und di Ravoir werden als Zuh\u00e4lter im wei\u00dfen Anzug dargestellt. Sie sind von halbnackten Frauen umgeben, die mi\u00dfhandelt werden. Ihre Untergebenen schlagen mit Golfschl\u00e4gern auf ihre Opfer ein, unter ihnen auch Des Grieux im dritten Akt. Ein \u00f6ffentliches Telefon spielt eine wichtige Rolle: Manon und Des Grieux benutzen es etliche Male oder nehmen es in die Hand, ohne da\u00df ersichtlich wird, weshalb. Eine digitale Uhr \u00fcber der Szene zeigt unterschiedliche Uhrzeiten an. In der Schlu\u00dfszene hat Manon dunkle Haare und wird von einem stummen Double begleitet. Des Grieux schl\u00e4ft auf einer Bahnhofsbank, w\u00e4hrend sie ihren Monolog singt. Es werden etliche Szenen aus Filmen David Lynchs und anderer Regisseure im Video gezeigt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4nger der beiden Hauptpartien, <strong>Eva-Maria Westbroek<\/strong> (Manon Lescaut) und <strong>Brandon Jovanovich <\/strong>(Des Grieux), machen ihre Sache sehr gut. Besonders die Durchschlagskraft von Jovanovichs Tenor ist imponierend. Selbst im st\u00e4rksten Orchestertutti oder in den duettierenden Fortissimo-Passagen mit seiner Partnerin bleibt er klanglich stets pr\u00e4sent, ohne da\u00df man das Gef\u00fchl hat, da\u00df f\u00fcr ihn die Grenze des Machbaren erreicht sei. Ihre Stimmen erg\u00e4nzen sich dabei klanglich. Auch in den lauten Abschnitten, die sich dem Sprechtonfall ann\u00e4hern, etwa am Ende des letzten Aktes, beh\u00e4lt Jovanovich stets seinen runden Wohlklang.<\/p>\n<p>Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten mit der rhythmischen Koordination zwischen Chor und Orchester am Beginn des ersten Aktes konnten die Zuschauer eine hervorragende, klanglich ausgeglichene Interpretation des orchestralen Parts erleben. Die dynamische Balance zwischen Solisten und Orchester war im weiteren Verlauf ausgezeichnet. <strong>Aris Agiris<\/strong> (Lescaut) und <strong>Giovanni Furlanetto <\/strong>(Geronte di Ravoir) waren stimmlich solide. Darstellerisch bekam man eine professionelle Leistung aller Akteure geboten. Eine negative akustische Besonderheit der B\u00fchne ist ein h\u00e4\u00dfliches Echo, das entsteht, wenn die S\u00e4nger die vordere B\u00fchnenmitte betreten oder vom Publikum abgewandt in die Kulissen singen. Darauf wurde von Seiten der Regie jedoch keine R\u00fccksicht genommen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der laue und kurze Schlu\u00dfapplaus pa\u00dfte gut zum Gesamteindruck, den diese Produktion hinterlie\u00df. Es ist bedauerlich, da\u00df es der Regie hier gelungen ist, die sehr guten musikalischen Leistungen, vor allem des Orchesters und der S\u00e4nger der Hauptpartien, durch die kalte und ziemlich unzusammenh\u00e4ngende Inszenierung vergessen zu machen. Die stereotypen Elemente der Regie, die Aneinanderreihung von Filmzitaten und die Verfremdung aller Charaktere sollen Tiefgang vort\u00e4uschen, wirken jedoch alles in allem nur einfallslos. Man empfand weder Sympathie mit den Figuren noch bekam man eine neue Lesart des St\u00fcckes geboten. Hinzu kamen wirkliche handwerkliche M\u00e4ngel der Regie. Was im Film vielleicht funktionieren mag, mu\u00df das noch lange nicht auf der Opernb\u00fchne.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Karl Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hector Sandoval (Des Grieux), Amanda Echalaz (Manon Lescaut)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Dramma lirico in vier Akten, Text nach einer Erz\u00e4hlung von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost von Ruggero Leoncavallo, Luigi Illica, Domenico Oliva, Marco Praga, Giulio Ricordi, Giuseppe Giacosa, Giuseppe Adami und vom Komponisten UA: 1896 Turin Regie: Mariusz Trelinski,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4516\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[169,1],"tags":[],"class_list":["post-4516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-brussel-theatre-royal-la-monnaie","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4516"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4550,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4516\/revisions\/4550"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}