{"id":4510,"date":"2013-01-21T16:01:20","date_gmt":"2013-01-21T15:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4510"},"modified":"2013-01-30T19:41:47","modified_gmt":"2013-01-30T18:41:47","slug":"madama-butterfly-coburg-landestheater-coburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4510","title":{"rendered":"MADAMA BUTTERFLY \u2013 Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel <em>Madame Butterfly<\/em> von David Belasco, UA: 1904 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne, Kost\u00fcme: Alexandra Szemeredy und Magdolna Parditka<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester und Chor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Hyunju Park (Cio-Cio-San, genannt Butterfly), Sandra Fechner (Suzuki), Milen Bozhkov (B.F. Pinkerton), Gabriele Bauer-Rosenthal (Kate Pinkerton), Tae Kwon Chu (Yamadori), Benjamin Werth (Konsul Sharpless), David Zimmer (Goro), Michael Lion (Bonze) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Januar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Coburg-Butterfly.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4511\" title=\"Coburg-Butterfly\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Coburg-Butterfly.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Coburg-Butterfly.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Coburg-Butterfly-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton m\u00f6chte in Nagasaki die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, heiraten. Die Hochzeit wird von dem Heiratsvermittler Goro arrangiert \u2013 inklusiv Familienfeier und Urkunden. Butterfly wird wegen der Heirat von ihrer Familie versto\u00dfen, Pinkerton verl\u00e4\u00dft Butterfly nach der Hochzeitsnacht. Nach drei Jahren schickt Pinkerton einen Brief, den Konsul Sharpless \u00fcberbringt. Als Antwort zeigt Butterfly ihm das aus der Hochzeitsnacht hervorgegangene Kind. Der Brief k\u00fcndigt die Ankunft Pinkertons und seiner amerikanischen Ehefrau Kate an. Nachdem Butterfly das Kind dieser \u00fcberlassen hat, ersticht sie sich aus entt\u00e4uschter Liebe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Fallt\u00fcren im B\u00fchnenboden bilden den einzigen Zugang zu einem verschachtelten Ort, der wie eine Plattform mit Ausguck nach hinten wirkt. Von hinten links nach vorne rechts verl\u00e4uft eine Trennwand, die sich aufschieben l\u00e4\u00dft und den Blick auf die Hochzeitsgesellschaft oder die K\u00fcche der amerikanischen Familie Pinkerton gew\u00e4hrt. Im geschlossenen Zustand heftet daran Pinkerton\/Butterflys Kind seine Malversuche mit pseudo-japanischen und englischen Schriftzeichen. Kurz vor dem Selbstmord Butterflys sind die einzelnen Buchstaben des Wortes <em>Death<\/em> zu lesen. Auf der linken Seite findet sich eine wei\u00dfe Wand, die im unteren Bereich mit schwarzen Strichen geschw\u00e4rzt ist. Vorne links befindet sich ein Glasbeh\u00e4lter, aus dem wie in einer Sanduhr Reis auf den Boden rieselt. Die Kost\u00fcme entstammen der heutigen Zeit, Pinkerton tr\u00e4gt eine Lederjacke \u00fcber einem wei\u00df-blau gestreiften T-Shirt und wei\u00dfer Hose, die Krawatte zur Hochzeit mu\u00df er sich vom grauen Anzug des Konsuls borgen. Goro kommt eher als Edel-Punker daher, aus seiner Designer-Jacke ragen die Geldb\u00fcndel, denn er l\u00e4\u00dft sich f\u00fcr jeden Handgriff bezahlen. Kate Pinkerton tr\u00e4gt ein Chanel-Kost\u00fcm, in der Hand ein gr\u00fcnes Stofftier f\u00fcr das Kind. Die modernen glattgeb\u00fcgelten japanischen Kleider k\u00f6nnte auch eine europ\u00e4ische Modekette vertreiben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Besetzung dieser Oper steht und f\u00e4llt mit der Hauptrolle der Butterfly, von der Darstellerin wird kindliche naive Freude und eine unendliche Leidensf\u00e4higkeit im st\u00e4ndigen Sehnen nach der Wiederkehr Pinkertons erwartet. F\u00fcr <strong>Hyunju Park<\/strong> ist die Darstellung der Gef\u00fchle und der inneren Zerrissenheit der Butterfly kein Problem: Mit ihrer klaren jugendlichen Aussprache und heller Klangfarbe zwingt sie den Zuh\u00f6rer quasi zum Mitf\u00fchlen mit diesem armen Gesch\u00f6pf. Da ist die Anmerkung fast Makulatur, da\u00df sich die hohen T\u00f6ne au\u00dferhalb ihrer Reichweite befinden, schmerzlich bewu\u00dft wird das in ihrer Auftrittsarie <em>Lo sono la fanciulla<\/em> <em>\u2013 War je ein anderes M\u00e4dchen so fr\u00f6hlich. <\/em>Sehr spannend auch das Stimmduell zwischen Pinkerton und Konsul Sharpless: <strong>Benjamin Werth<\/strong> kann als durchschlagsstarker Helden-Bariton die Kritik des Konsuls an der Handlung Pinkertons deutlich werden lassen. Er kann dramatische Ausbr\u00fcche mit Furor glaubhaft gestalten, kann aber auch weich und nachdenklich in einem fl\u00fcsterzarten Piano agieren. <strong>Milen Bozhkov<\/strong> ist mittlerweile ein sehr erfahrener Tenor im italienischen Fach, der mit viel Pathos, Verve und Strahlkraft einem etwas tumben Pinkerton Glanz verleiht. Einen mitf\u00fchlenden nachdenklichen Moment verleiht er ihm nicht. <strong>David Zimmer<\/strong> (Goro) bleibt leider bla\u00df im Hintergrund und bevorzugt mehr den Parlando-Stil. Dem Haus-Ba\u00df <strong>Michael Lion<\/strong> gelingt es, dem Onkel Bonze den richtigen dramatischen Auftritt mit einer soliden Ba\u00df-Tiefe zu verschaffen \u2013 Butterflys Verfluchung als Gru\u00df aus der Gruft des Vaters ist markersch\u00fctternd. <strong>Roland Kluttig<\/strong> geht das Drama schon im Vorspiel flott an. Er erreicht damit eine dynamische und fesselnde Wirkung, die klanglichen Raffinessen Puccinis (und dessen manchmal etwas platten Effekte) werden darin eingebettet. Die Nachtwache der Butterfly in der Mitte des zweiten Aktes wird zur symphonischen Dichtung, die die Spannung im Publikum sp\u00fcrbar werden l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Szenisch lebt diese Produktion davon, da\u00df es den S\u00e4ngerdarstellern gelingt, ihre inneren Gef\u00fchle gesanglich darzustellen, wobei die Inszenierung sie weitgehend allein l\u00e4\u00dft und wesentliche Momente wie die Nachtwache Butterflys und den dazugeh\u00f6renden Sonnenaufgang wirkungslos verschenkt. Musikalisch bewegt sich dabei das Landestheater Coburg weiterhin auf hohem musikalischem Niveau. Das spiegelt sich auch beim Schlu\u00dfapplaus wieder \u2013 die Produktion wird einhellig bejubelt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Pinkerton (Milen Bozhkov) und Butterfly (Hyunju Park) bei Hochzeitsvorbereitungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel Madame Butterfly von David Belasco, UA: 1904 Mailand, Teatro alla Scala Regie\/B\u00fchne, Kost\u00fcme: Alexandra Szemeredy und Magdolna Parditka Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4510\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,1],"tags":[],"class_list":["post-4510","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-coburg-landestheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4510"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4553,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510\/revisions\/4553"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}