{"id":4505,"date":"2013-01-24T15:55:51","date_gmt":"2013-01-24T14:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4505"},"modified":"2013-05-07T17:16:03","modified_gmt":"2013-05-07T16:16:03","slug":"artaserse-kortrijk-schouwburg-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4505","title":{"rendered":"ARTASERSE \u2013 Kortrijk, Schouwburg, Belgien"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Christian Bach(1735\u20131782), Oper in drei Akten, Libretto von Pietro Metastasio, UA: 1760 Turin<\/p>\n<p>Regie: Anne-Guersande Ledoux, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Bruno Forment, Anne-Guersande Ledoux, Hugo Moens<\/p>\n<p>Dirigent: Ewald Demeyere, Orchester des k\u00f6niglichen Konservatoriums Antwerpen<\/p>\n<p>Solisten: Ildiko van Dyck (Artaserse), Charlotte Cromheeke (Mandane), Dick Vandaele (Artabano), Sandro Rossi (Arbace), Naomi Beeldens (Semira), Alexandra Franck (Megabise)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Kortrijk-_Palais-romain.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4583\" title=\"Kortrijk-_Palais-romain\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Kortrijk-_Palais-romain.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Kortrijk-_Palais-romain.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Kortrijk-_Palais-romain-300x171.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Artabano hat den persischen K\u00f6nig Xerxes, seinen Herrn, ermordet. Er \u00fcbergibt seinem Sohn Arbace die Mordwaffe, ein blutiges Schwert, und verlangt von ihm, zu fliehen. Arbace ist der Freund des Thronfolgers Artaserse und liebt dessen Schwester Mandane. Artaserse wiederum ist in Arbaces Schwester Semira verliebt. Umso fassungsloser ist Artaserse, als Arbace mit dem blutigen Schwert ergriffen wird. Arbace beschw\u00f6rt seine Unschuld, ohne aber seinen Vater zu verraten, und wird ins Gef\u00e4ngnis gebracht. Artabanos heimliches Vorhaben ist, Artaserse aus dem Weg zu r\u00e4umen und seinen Sohn Arbace zum K\u00f6nig von Persien zu machen. Er versucht mit Hilfe des Generals Megabise einen Aufstand anzuzetteln und Artaserse zu vergiften. Doch seine Pl\u00e4ne werden durchkreuzt, und am Ende mu\u00df er seine Verschw\u00f6rung gestehen und wird von Artaserse in die Verbannung geschickt. Dem Gl\u00fcck der beiden jungen Paare steht nun nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist hinsichtlich der Kost\u00fcme und Gestik der Darsteller Vorbildern aus dem 18. Jahrhundert verpflichtet. Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Besonderheit stellt bei dieser Produktion jedoch das B\u00fchnenbild dar: Es handelt sich dabei um Originale des Theatermalers und B\u00fchnenbildners Albert Dubosq (1863\u20131940), die 1913, also vor exakt 100 Jahren, f\u00fcr ein Gastspiel der Com\u00e9die Fran\u00e7aise in Doornik entstanden. Im Theaterfundus der Schouwburg in Kortrijk lagern drei\u00dfig komplette Sets von B\u00fchnenbildern, die von Dubosq angefertigt wurden Kortrijk (s. Abb.). Diese Sammlung ist weltweit einmalig. Die B\u00fchnenbilder bestehen zeittypisch aus bemalten Leinw\u00e4nden, Kulissen und anderen zweidimensionalen Requisiten und verm\u00f6gen dem Zuschauer einen h\u00f6chst lebendigen Eindruck davon zu geben, wie eine Theater- oder Opernauff\u00fchrung zur Jahrhundertwende aussah. Es er\u00fcbrigt sich zu sagen, da\u00df diese historischen Dekorationen \u00e4u\u00dferst vorsichtig zu verwenden sind. Neben einem tropischen Garten ist das Interieur eines Palastes zu sehen. Durch Vorh\u00e4nge auf der B\u00fchne werden weitere Schaupl\u00e4tze angedeutet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, da\u00df es sich bei den Ausf\u00fchrenden um Studenten des Konservatoriums Antwerpen handelt, sind an die musikalische Realisierung andere Ma\u00dfst\u00e4be anzulegen als an eine Auff\u00fchrung durch ein professionelles, auf Alte Musik spezialisiertes Ensemble. Die Instrumente sind modern, entsprechen klanglich also nicht der historischen Auff\u00fchrungspraxis. Dennoch bem\u00fchen sich die Instrumentalisten um eine Ann\u00e4herung an den historischen Klang, etwa durch die Vermeidung des Vibratos, und spielen insgesamt mit gro\u00dfer rhythmischer Pr\u00e4zision. Von den S\u00e4ngern sind besonders <strong>Naomi Beeldens<\/strong> (Semira) und <strong>Charlotte Cromheeke<\/strong> (Mandane) zu erw\u00e4hnen. Obgleich ihre Sopranstimmen vollkommen unterschiedlich geartet sind \u2013 verglichen mit Cromheekes ist Beeldens Stimme nicht gro\u00df, spricht aber sehr leicht an und ist durch alle Register hindurch enorm homogen in der Klanggebung \u2013, haben beide ein unverkennbares Talent zur Interpretation Alter Musik. <strong>Ildiko van Dyck <\/strong>in der Titelrolle war sicherlich die stimmst\u00e4rkste S\u00e4ngerin dieser Produktion, d\u00fcrfte mit ihrer kr\u00e4ftigen H\u00f6he aber wahrscheinlich eher das Repertoire des 19. Jahrhunderts anvisieren als die Oper des Barock und Rokoko. <strong>Dick Vandaele <\/strong>(Artabano) hat eine lyrische Tenorstimme, die in der H\u00f6he leider ein wenig dem Gaumenton zuneigt und ist im Umgang mit ihr noch nicht souver\u00e4n; an einigen Stellen \u00fcberschlug sich seine Stimme. <strong>Sandro Rossi<\/strong><em> <\/em>(Arbace) besitzt einen relativ leichten, etwas k\u00f6rperlosen Countertenor. Auch wenn sein Registerausgleich phasenweise noch nicht perfekt ist, war seine Leistung doch sehr vielversprechend. Keiner der S\u00e4nger f\u00fcgte selbstst\u00e4ndig Koloraturen oder Verzierungen ein, sondern man beschr\u00e4nkte sich im wesentlichen auf die Wiedergabe des Textes. Problematisch an der szenischen Seite der Auff\u00fchrung war, da\u00df die S\u00e4nger sich h\u00e4ufig sichtlich unwohl mit der barocken Gestik f\u00fchlten und sie noch nicht wirklich verinnerlicht haben. Es scheint, da\u00df die Probenzeit f\u00fcr die gr\u00fcndliche Erlernung der historischen K\u00f6rpersprache zu knapp bemessen war.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung in Kortrijk war ein Experiment, das in vielerlei Hinsicht als gegl\u00fcckt betrachtet werden kann: Man bekam gleichzeitig einen Eindruck von historischen H\u00f6r- und Sehgewohnheiten und zudem ein rares und musikalisch ausgesprochen gediegenes Werk geboten. Da\u00df die S\u00e4nger noch nicht vollst\u00e4ndig mit der historischen szenischen Wiedergabe ihrer Rollen zurechtkamen, tr\u00fcbte den positiven Gesamteindruck ein wenig, ohne jedoch allzu sehr zu ins Gewicht zu fallen.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Palais romain, Szenenbild (historisch) von 1914<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Christian Bach(1735\u20131782), Oper in drei Akten, Libretto von Pietro Metastasio, UA: 1760 Turin Regie: Anne-Guersande Ledoux, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Bruno Forment, Anne-Guersande Ledoux, Hugo Moens Dirigent: Ewald Demeyere, Orchester des k\u00f6niglichen Konservatoriums Antwerpen Solisten: Ildiko van Dyck (Artaserse),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4505\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[205,116],"tags":[],"class_list":["post-4505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kortrijk-schouwburg-belgien-musikfestivals","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4505"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4812,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4505\/revisions\/4812"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}