{"id":4486,"date":"2013-01-22T19:03:09","date_gmt":"2013-01-22T18:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4486"},"modified":"2013-01-30T19:41:20","modified_gmt":"2013-01-30T18:41:20","slug":"il-barbiere-di-seviglia-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4486","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SEVIGLIA \u2013 Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), komische Oper in zwei Akten. Libretto: Cesare Sterbini, nach der gleichnamigen Kom\u00f6die von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. Feburuar 1816 Rom, Teatro Argentina<\/p>\n<p>Regie: Philipp Himmelmann, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Gesine V\u00f6llm<\/p>\n<p>Dirigent: Robin Engelen, Licht: Thomas Roscher, Beethoven Orchester Herrenchor des Theaters Bonn, Choreinstudierung: Ulrich Zippelius, Christopher Arpin, Cembalo<\/p>\n<p>Solisten: Tam\u00e1s Tarj\u00e1nyi (Graf Almaviva), Ramaz Chikviladze (Dr. Bartolo), Kathrin Leidig (Rosina), Giorgos Kanaris (Barbier), Martin Tzonev (Don Basilio), Vardeni Davidian (Berta), Algis Lunskis (Fiorillo), Johannes Marx (Offizier)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Januar 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Bonn-Barbierr-Sevilla.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4487\" title=\"Bonn-Barbierr-Sevilla\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Bonn-Barbierr-Sevilla.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Bonn-Barbierr-Sevilla.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Bonn-Barbierr-Sevilla-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Sevilla Ende des 18. Jahrhunderts. Graf Almaviva wirbt inkognito und ohne Grafentitel als Student Lindoro um Rosina. Sie ist das M\u00fcndel von Dr. Bartolo, der auf sie und vor allem auf ihre stattliche Mitgift ein Auge geworfen hat. Der ortsans\u00e4ssige Figaro r\u00e4t ihm zur Verkleidung zun\u00e4chst als Soldat, dann als Gesangslehrer. Tats\u00e4chlich kommt er so Rosina n\u00e4her und plant mit ihrer Einwilligung, sie aus dem Haus Dr. Bartolos zu entf\u00fchren. Der Figaro besorgt dazu den Balkonschl\u00fcssel. Doch Bartolo bekommt Wind von der Sache und will den Plan zerschlagen. Nach Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen und allerlei Verwechslungen sind am Ende die Liebenden, Rosina und der enttarnte Graf verm\u00e4hlt. Der gl\u00fcckliche Graf entsch\u00e4digt den alten Bartolo mit der Mitgift von Rosina, auf die er gro\u00dfz\u00fcgig verzichtet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Direkt nach der Ouvert\u00fcre taucht der gr\u00e4fliche Lakai Fiorillo als fantasievolle Figur \u00e0 la Commedia dell\u00b4 Arte mit rotem Haarschopf aus dem Orchestergraben auf, im Schlepptau den Chor als seine optischen Spiegelbilder, was sehr komisch wirkt. Gemeinsam helfen sie Almaviva alias Lindoro, einen Turm zu erklettern, auf dem ein gigantischer Rapunzelzopf gemalt ist, der nat\u00fcrlich zu Rosina f\u00fchrt. Der Figaro tritt selbstbewu\u00dft als m\u00e4nnliche Erscheinung, lange Haare, aufgekn\u00fcpftes Hemd und dicke Kette auf. Das Thema Haar zieht sich als Leitfaden durch das B\u00fchnenbild, auch im Wohnraum des Dr. Bartolo, in dem Rosina residiert, sind rote, blonde, braune Haarm\u00e4hnen das Wanddekor. Als dicke Nylonstr\u00e4nge h\u00e4ngen sie von der Decke. Am Ende des ersten Aktes werden die Protagonisten an Haarseilen weit in den Schn\u00fcrboden hochgezogen. Im zweiten Akt kommt Almaviva in seinen Rollen als betrunkener Soldat und Gesangslehrer als S\u00e4nger und Darsteller neben Don Basilio auf seine Kosten. Bei der Rasierszene des Dr. Bartolo regnet es Schaum. Allein im Zwischenspiel des zweiten Aktes kommt etwas Ruhe auf, ansonsten ist stets wirbelnde Betriebsamkeit auf der B\u00fchne, die mit einem Steg vor dem Orchestergraben erweitert ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester ist von Robin Engelen gut vorbereitet. Die verengte Orchestergraben\u00f6ffnung d\u00e4mpfte den Klang jedoch, was sich vor allem auf den Streicherklang, doch kaum auf das Cembalo auswirkt. Die Feinheiten der Partitur sind gut gearbeitet, kommen jedoch dadurch nur zur\u00fcckhaltend zur Geltung. Die S\u00e4nger sind eine echte Freude: Der junge Tenor Tam\u00e1s Tarj\u00e1nyi gl\u00e4nzte mit wendiger Leichtigkeit und sicheren Registerwechsel als Almaviva. In den unterschiedlichen Verkleidungen zeigt er au\u00dferdem sein schauspielerisches Verm\u00f6gen. Zu erw\u00e4hnen ist, da\u00df er sich beim St\u00e4ndchen im ersten Akt selbst auf der Gitarre begleitet. Giorgos Kanaris nahm mit seinem spielerisch gef\u00fchrten Bariton ein, den er als umtriebiger Figaro gl\u00e4nzend in Szene setzte. Kathrin Leidig (Rosina) konnte den lyrischen Koloraturen mit ihrem Mezzo Ausdruck verleihen und wirkte als verliebtes, \u00fcberdrehtes M\u00e4dchen glaubhaft. Martin Tzonev scho\u00df als Darsteller des Don Basilio mit Klumpfu\u00df und wirrer Frisur den Vogel ab, vor allem beeindruckte er jedoch mit seinem sicher gef\u00fchrten schweren Ba\u00df. In den Nebenrollen nahm die wendige Altstimme von Vardeni Davidian als Berta ein. Sie wirkte als wahrer Unruhegeist auf der B\u00fchne, wie auch ihr Pendant, Algis Lunskis als Fiorillo in der kleineren Baritonpartie.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr lebendige, bunte Auff\u00fchrung, die mit den Stimmen der S\u00e4nger und der schauspielerischen Leistung vollkommen einnimmt. Auch das Orchester spielt sch\u00f6nsten Rossini-Klang, der t\u00f6nt jedoch durch die eingeengte Orchestergraben\u00f6ffnung eher ged\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Die permanenten Aktionen auf der B\u00fchne lenken mitunter vom musikalischen Geschehen ab: Etwa dann, wenn im Orchester mit quirliger Streicherbewegung das Anr\u00fchren des Rasierschaums zu h\u00f6ren ist, der Schaum jedoch in gro\u00dfen Flocken fix und fertig von der Decke regnet und eine Slapstick-Nummer nach der anderen ausl\u00f6st. Auch das Hochziehen der S\u00e4nger w\u00e4hrend des Finales im ersten Akt l\u00e4\u00dft den Zuschauer um die S\u00e4nger eher bangen, als sich dem Genu\u00df der Musik hinzugeben.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: von li nach re: Tam\u00e1s Tarj\u00e1nyi (Almaviva), Kathrin Leidig (Rosina), Giorgos Kanaris (Figaro), Ramaz Chikviladze (Bartolo), Martin Tzonev (Don Basilio), Vardeni Davidian (Berta)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), komische Oper in zwei Akten. Libretto: Cesare Sterbini, nach der gleichnamigen Kom\u00f6die von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. 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