{"id":448,"date":"2008-12-11T12:43:14","date_gmt":"2008-12-11T10:43:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=448"},"modified":"2008-12-11T12:43:14","modified_gmt":"2008-12-11T10:43:14","slug":"dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein-rusalka","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=448","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein &#8211; RUSALKA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in drei Akten, Text von Jaroslav Kvapil<br \/>\nUA: 31. M\u00e4rz 1901, Prag<br \/>\nRegie: Ji\u0159\u00ed Nekvasil, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Daniel Dvo\u0159\u00e1k, Licht: Volker Weinhart, Choreographie: Eva Zamazalov\u00e1<br \/>\nDirigent: John Fiore, D\u00fcsseldorfer Symphoniker und Chor der Deutschen Oper am Rhein,<br \/>\nEinstudierung: Christoph Kurig<br \/>\nSolisten: Nataliya Kovalova (Rusalka), Corby Welch (Prinz), Hans-Peter K\u00f6nig (Wassermann), Ren\u00e9e Morloc (Jezibaba), Victoria Safronova (Fremde F\u00fcrstin), Bruno Balmelli (Heger), Katarzyna Kuncio (K\u00fcchenjunge)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. Dezember 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dusseldof-rusalka.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/dusseldof-rusalka.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dusseldof-rusalka.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/dusseldof-rusalka.jpg\" \/><\/a>Die Nixe Rusalka hat sich in einen Prinzen verliebt. Er ist sterblich. Um ihm anzugeh\u00f6ren, mu\u00df auch sie Mensch werden. Trotz der Warnungen des Wassermannes wendet sich Rusalka um Rat an die Hexe Jezibaba. Diese kann Rusalkas Wunsch erf\u00fcllen, aber der Preis ist hoch: Fortan ist Rusalka stumm \u2013 und bricht ihr Liebster die Treue, soll er daf\u00fcr sterben, Rusalka aber verflucht sein. Der Prinz nimmt Rusalka mit auf sein Schlo\u00df. Bald ist ihm seine stumme Braut unheimlich. Als er die Leidenschaft einer fremden F\u00fcrstin sucht, flieht Rusalka zur\u00fcck in die W\u00e4lder. Sie ist nun weder Nixe noch Mensch, sondern zu einer Existenz zwischen diesen Welten verdammt. Der Prinz, der ihr gefolgt ist, stirbt in Rusalkas Armen. Sie vergibt ihm, aber ihrem eigenen Los kann sie nicht entfliehen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Handlung wird bis ins Detail verfolgt, sieht man einmal davon ab, da\u00df der Prinz hier nicht durch Rusalkas Ku\u00df stirbt, sondern sich im See ertr\u00e4nkt. Rusalka, Wassermann und Hexe bewegen sich in einer mal naiven, mal surrealen M\u00e4rchenwelt. Die Oberfl\u00e4chlichkeit der Menschen wird mit grotesken Formen und grellen Farben gezeichnet. Eine Personenregie findet nahezu nicht statt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie \u00fcberzeugendste Leistung des Abends bietet <strong>Ren\u00e9e Morloc <\/strong>als Jezibaba. Dank einer durch alle Lagen bruchlos gef\u00fchrten Stimme kann sie auf das bei dieser Partie beliebte Bellen und Kreischen verzichten. <strong>Nataliya Kovalova<\/strong> hat f\u00fcr die Titelrolle ein breites Spektrum an Klangfarben parat. Doch scheint sie sich bei lyrischen Passagen wie dem mit vorbildlich gest\u00fctzten leisen T\u00f6nen versehenen Lied an den Mond wohler zu f\u00fchlen als bei dramatischen: Hier muss sie sich h\u00f6rbar anstrengen, was ihrem herben Timbre den Glanz nimmt. F\u00fcr <strong>Corby Welch<\/strong>, bisher haupts\u00e4chlich in Mozart-Partien hervorgetreten, ist die Rolle des Prinzen eine Nummer zu gro\u00df: Er kann sich mitunter kaum gegen das Orchester durchsetzen und zeigt gegen Ende deutliche Erm\u00fcdungserscheinungen. Auch die von dem smarten Amerikaner gewohnte Spielfreude ist gehemmt \u2013 vielleicht durch die Konzentration auf den tschechischen Text? <strong>Hans-Peter K\u00f6nig<\/strong> ist bei aller Stimmgewalt und Ba\u00dfschw\u00e4rze stets ein elegant phrasierender Wassermann. <strong>Victoria Safronova<\/strong> sieht als Fremde F\u00fcrstin zwar ungemein sexy aus, ihre schwere, unflexible Stimme verf\u00fchrt aber kaum. Den Publikumsbonus holen sich <strong>Bruno Balmelli<\/strong> und <strong>Katarzyna Kuncio<\/strong> als Kom\u00f6diantenduo, das Leben in <strong>Ji\u0159i Nekvasils<\/strong> statische Personenf\u00fchrung bringt.<br \/>\nDie Balletteinlagen von <strong>Eva Zamazalov\u00e1<\/strong> sind h\u00fcbsch anzusehen, im Ged\u00e4chtnis bleibt jedoch h\u00f6chstens die Choreographie von Jezibabas D\u00e4monen. Die eigentliche Schw\u00e4che der Auff\u00fchrung liegt, man wagt es nach der triumphalen, gerade wiederaufgenommenen Lady Macbeth von Mzensk kaum auszusprechen, bei <strong>John Fiore<\/strong> und den <strong>D\u00fcsseldorfer Symphonikern<\/strong>. Musiziert wird gehetzt und unter weitgehendem Verzicht auf dynamische Abstufungen, was den lyrischen Stimmen im Ensemble das Leben noch schwerer macht. Der Farbenreichtum der Partitur und das \u2013 von Fiore im \u00fcbrigen selbst beschworene \u2013  bei aller Dichte der Orchestrierung luftige Klangbild bleiben auf der Strecke. Ein Ansatz, der Fiore zum guten Schlu\u00df noch einige Buhs einbringt. Punkten kann die Inszenierung da schon eher mit der Ausstattung. Was sich aber am Ende einpr\u00e4gt, ist das Spiel mit Licht, Schatten und Projektionen, durch die das Produktionsteam, vor allem in der Schlu\u00dfszene, Bilder von m\u00e4rchenhafter Sch\u00f6nheit schafft.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nKurzer wohlwollender Applaus verabschiedet eine unspektakul\u00e4re, weihnachtsm\u00e4rchentaugliche Auff\u00fchrung mit einigen sch\u00f6nen Bildern, die Fragen nach der Besetzungspolitik der Rheinoper aufwirft. F\u00fcr die Wiederaufnahme in Duisburg sind dramatischere Stimmen in den Hauptpartien angek\u00fcndigt. Dies d\u00fcrfte dem unsensiblen Dirigat entgegenkommen.<\/p>\n<p>Dr. Eva Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: Eddy Straub<br \/>\nDas Bild zeigt Nataliya Kovalova (Rusalka) und Hans-Peter K\u00f6nig (Wassermann)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in drei Akten, Text von Jaroslav Kvapil UA: 31. 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