{"id":4425,"date":"2012-12-19T21:51:24","date_gmt":"2012-12-19T20:51:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4425"},"modified":"2013-01-02T21:56:01","modified_gmt":"2013-01-02T20:56:01","slug":"dorina-e-nibbio-contrascena-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4425","title":{"rendered":"DORINA E NIBBIO \/ CONTRASCENA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Domenico Natale Sarro (1676-1744), Intermezzi per la Didone, Libretto: Pietro Metastasio, UA: 1724 Neapel, mit Einlage <em>Contrascena<\/em> von Lucia Ronchetti (1963) basierend auf Briefen von Pietro Metastasio, UA: 16. Dezember 2012 Dresden, Semperoper<\/p>\n<p>Regie: Axel K\u00f6hler, B\u00fchnenbild: Arne Walther<\/p>\n<p>Dirigent: Felice Venanzoni, Mitglieder des H\u00e4ndelfestspielorchesters Halle<\/p>\n<p>Solisten: Gala El Hadidi (Dorina), Pavol Kuban (Nibbio), Roland Schubert (Metastasio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Dezember 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Dresden-Dorina.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4426\" title=\"Dresden-Dorina\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Dresden-Dorina.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Dresden-Dorina.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Dresden-Dorina-300x193.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein Intermezzo ist eigentlich eine Zwischenaktmusik, die im 16. und 17. Jhd als \u201ekomischer Einfall\u201c zwischen den Akten h\u00f6fischer Schauspiele und Opern eingef\u00fchrt wurde. In Dresden wird diese musikalische Gattung als Kurzoper wiederbelebt und um eine Einlage erg\u00e4nzt. Dieses Intermezzo handelt von dem Werben eines Impresario um eine Operndiva, die sich zu wehren wei\u00df. Die Einlage in diesem Intermezzo gibt Metastasio Gelegenheit, einige Gedanken zur Welt der Oper zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das von Arne Walther geschaffene Einheitsb\u00fchnenbild fand schon Verwendung f\u00fcr das Intermezzo <em>La Dirindina<\/em> (Premiere 4. M\u00e4rz 2012) und bietet eine Vielzahl an geschickt ineinander verschachtelten Spielfl\u00e4chen. Eine kleine Spielfl\u00e4che an der Rampe wird nach hinten durch eine gro\u00dfe Wand mit der B\u00fcste Metastasios begrenzt und durch zwei Treppenh\u00e4user flankiert. Metastasios B\u00fcste wird w\u00e4hrend der Einlage quasi lebendig und tritt aus der Wand hervor. Dominante Requisiten sind ein rotes Sofa, ein Beistelltisch, ein Stuhl und eine Sektflasche, die auf dem Kopf des zudringlichen Impresario zerschlagen wird. Die Kost\u00fcme haben einen modernen Freizeit-Schnitt, aber sp\u00e4ter nehmen sie R\u00fcckgriff auf barocke Kost\u00fcme, wie z.B. der bleich geschminkte Metastasio und seine Fleisch gewordenen Gedanken.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Um den erfahrenen Barock-Dirigenten <strong>Felice Venanzoni<\/strong> gruppieren sich zehn Musiker. Es sind Barock- Spezialisten der Staatskapelle Halle, die auch bei den H\u00e4ndelfestspielen in Halle auftreten. Das Zusammenspiel ist pr\u00e4zise, die barocken Perlen werden im flotten Tempo mitrei\u00dfend aneinander gereiht. Auch mit der modernen Musikrichtung der Einlage, angesiedelt zwischen sp\u00e4ter Post-Romantik und gem\u00e4\u00dfigter Atonalit\u00e4t, kommt das Orchester sehr gut zurecht. <strong>Gala El Hadidi<\/strong> (Dorina) ist ein etwas anderer Mezzo-Sopran. Sie verf\u00fcgt \u00fcber ein tiefes Timbre, das man fast schon rauchig beschreiben k\u00f6nnte. Aber sie hat keinerlei Probleme die anspruchsvollen barocken Koloraturen der eitlen Operndiva Dorina vorzutragen und dabei deren Charakter wie Wut oder Hysterie in den h\u00f6chsten T\u00f6nen Leben einzuhauchen. <strong>Pavol Kuban<\/strong> ist ein Bariton mit viel Erfahrung im Bereich alter Musik. Den eitlen und zudringlichen Impresario Nibbio deutet er sehr anschaulich mit viel Durchschlagskraft und technisch sauber ausgef\u00fchrten barocken Klangkaskaden \u2013 auch bei hohem Tempo. <strong>Roland Schubert<\/strong> hat bereits mehr als einhundert Ba\u00df-Partien gestaltet. Dank dieser Erfahrung kann er der wenig mitrei\u00dfenden Rolle des Metastasio das gelungene Rollenportr\u00e4t eines m\u00fcrrischen Meisters abgewinnen \u2013 auch wenn diese etwas h\u00f6her liegt als eine typische Ba\u00df-Partie.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein erheitertes Publikum dankt mit reichlich Beifall f\u00fcr die lohnende Ausgrabung einer kurzweiligen und slapstickartigen Produktion. Eine weitere Auseinandersetzung mit dem Komponisten Sarro wird sich sicher sehr lohnen. Die Einlage <em>Contrascena<\/em> wird vom Publikum wegen der etwas trockenen Auseinandersetzung mit den Gedanken Metastasios und des modernen Musikstils weniger goutiert. Ob es eine kluge Entscheidung der Intendanz ist, die barocken Fachkr\u00e4fte von anderen H\u00e4usern zu engagieren anstatt ein eigenes Ensemble aufzubauen wird die Zukunft zeigen \u2013 zumal es mit Hasse auch eine Tradition in Dresden zu wahren gilt. Ein Termin f\u00fcr eine \u00dcbernahme in Halle ist noch nicht bekannt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Gala El Hadidi (Dorina), Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Domenico Natale Sarro (1676-1744), Intermezzi per la Didone, Libretto: Pietro Metastasio, UA: 1724 Neapel, mit Einlage Contrascena von Lucia Ronchetti (1963) basierend auf Briefen von Pietro Metastasio, UA: 16. 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