{"id":442,"date":"2008-12-04T00:31:06","date_gmt":"2008-12-03T22:31:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=442"},"modified":"2008-12-05T00:38:08","modified_gmt":"2008-12-04T22:38:08","slug":"frankfurt-oper-die-rauber-%e2%80%93il-masnadieri","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=442","title":{"rendered":"Frankfurt, Oper &#8211; DIE R\u00c4UBER \u2013IL MASNADIERI"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Melodramma tragico in vier Akten, Libretto: Andrea Maffei nach Friedrich Schillers Schauspiel Die R\u00e4uber (1781), UA: 22. Juli 1847, London.<br \/>\nRegie: Benedikt von Peter, B\u00fchne: Annette Kurz, Kost\u00fcme: Ursula Renzenbrink, Licht: Olaf Winter,<br \/>\nDirigent: Matthias K\u00f6hler, Frankfurter Museumsorchester, Chor der Oper, Einstudierung: Matthias K\u00f6hler<br \/>\nSolisten: Olga Mykytenko (Amalia), Magnus Baldvinsson (Graf von Moor\/Pastor Moser), Alfred Kim (Carlo), Ashley Holland (Francesco), Michael McCown (Kammerherr Arminio), Hans-J\u00fcrgen Lazar (Rolla).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"frankfurt-die-raeuber.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/frankfurt-die-raeuber.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"frankfurt-die-raeuber.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/frankfurt-die-raeuber.jpg\" \/><\/a>Vorgeschichte: Die Br\u00fcder Carlo und Francesco sind zerstritten. Der Zweitgeborene Francesco ha\u00dft seinen Bruder und nutzt dessen Abwesenheit, um einen Keil zwischen den Erstgeborenen und den schwerkranken Vater zu treiben. Francesco kann den Vater dazu bewegen, seinen Sohn zu versto\u00dfen und setzt nun alles daran, die alleinige Macht an sich zu rei\u00dfen.<br \/>\nNach der gef\u00e4lschten Nachricht, da\u00df sein Sohn Carlo im Kampf gefallen sei, trifft den kranke Vater schwer. Francesco \u00fcbernimmt das Regiment. Doch nun will er auch Amalia, Carlos gro\u00dfer Liebe, besitzen.<br \/>\nCarlo gr\u00fcndet mit seinen Gef\u00e4hrten eine R\u00e4uberbande. Im Wald trifft er auf seine Geliebte Amalia, welche vor Francesco geflohen ist. Er erf\u00e4hrt, da\u00df sein Vater noch lebt und will Rache \u00fcben. Die R\u00e4uber brechen ins Schlo\u00df ein und jagen Francesco hinaus. Erst jetzt begreift der Vater, da\u00df sein Sohn tats\u00e4chlich noch lebt. Carlo ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe und seiner Familie und f\u00fchlt sich gefangen in einer ausweglosen Situation.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer B\u00fchnenraum ist nach hinten gekippt und alle Akteure m\u00fcssen aufpassen nicht hinunter zu fallen. Scheinwerfer und Mikrophonst\u00e4nder stehen \u00fcberall herum und verm\u00f6gen es nicht, den ansonsten leeren, schiefen Raum zu f\u00fcllen. Erst nach der Pause wird das B\u00fchnenbild belebter. B\u00e4ume und \u00c4ste werden mit Seilwinden langsam von der Decke gelassen, Nebel steigt auf, ein Lagerfeuer wird entz\u00fcndet und die R\u00e4uber sitzen in ihren zerschlissenen Kleidern auf einer Lichtung. Francesco ist zun\u00e4chst in schwarzem Anzug, sp\u00e4ter dann in rosafarbenem Paillettensakko gekleidet und zeigt so die gr\u00f6\u00dfte sichtbare Wandlung der Charaktere.<br \/>\n<strong>Klavier und S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nTumult vor der Eingangshalle der Oper. \u201eWir streiken!\u201c Das Frankfurter <strong>Museumsorchester<\/strong> demonstrierte \u2013 wie viele Orchester in ganz Deutschland \u2013 gegen die Abkopplung vom \u00f6ffentlichen Dienst und verweigerte die Opernauff\u00fchrung. Das bedeutete Verdi ohne Orchester an diesem Opernabend.<br \/>\nDen musikalischen Teil \u00fcbernimmt am Klavier der Repetitor <strong>Felice Venanzoni<\/strong>. Er wird zum Held des Abends, denn ohne ihn h\u00e4tte die Premiere ausfallen m\u00fcssen. Brillant meisterte der Pianist die Oper und bekam am Ende des Abends nat\u00fcrlich den meisten Applaus von den Zuschauern.<br \/>\nDie Besetzung der Hauptrollen konnte neben ihm jedoch ebenfalls bestehen. <strong>Olga Mykytenko<\/strong> in der Rolle der Geliebten Amalia und <strong>Alfred Kim<\/strong> (Carlo) gaben s\u00e4ngerisch und schauspielerisch ein tolles Paar ab, auch wenn er sie am Ende aus Verzweiflung t\u00f6tet. Eindrucksvoll und stimmgewaltig ist vor allem <strong>Ashley Holland<\/strong> (Francesco), ein B\u00f6sewicht und Intrigant zum f\u00fcrchten. Der <strong>Chor<\/strong> unter der Leitung von <strong>Matthias K\u00f6hler<\/strong> gelingt es, den Konflikt zwischen dem Hauptmann und den R\u00e4ubern h\u00f6rbar und sp\u00fcrbar zu machen. Ihr Gesang und die Eindringlichkeit ihrer Stimmen ist schlie\u00dflich auch f\u00fcr Carlo die Initialz\u00fcndung, eine R\u00e4uberbande zu gr\u00fcnden. Alle \u00fcbrigen Solisten k\u00f6nnen ebenfalls \u00fcberzeugen, obgleich ihnen vielleicht doch manchmal die Begleitung und Unterst\u00fctzung des Orchesterapparates gefehlt hat.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAuch wenn der Abend urspr\u00fcnglich anders geplant war, war zumindest der musikalische Teil von Verdis Oper absolut h\u00f6renswert. Der Inszenierung fehlte es zeitweise an einem zu erkennenden roten Faden, die komplizierte Handlung der Oper sollte durch einen szenischen Eingriff direkt zu Beginn der Oper vereinfacht werden. Ob dies gelungen ist, bleibt fraglich. Ein besonders guter Regieeinfall ist es allerdings, den Herzinfarkt des Vaters ins Publikum zu verlegen: Ein Ruf des Vaters und dann Amalias Sorgenschreie. Das Licht strahlt auf das Publikum im Opernsaal und jeder fragt sich, was gerade passiert.<br \/>\nInsgesamt konnte die <strong>Inszenierung<\/strong> vor dem vielleicht schon ohnehin schon \u00fcberstrapazierten Publikum nicht ganz bestehen. Buhrufe und kr\u00e4ftiger Applaus mischen sich, als das Regieteam die B\u00fchne betritt. Trotzdem ist der Besuch der Oper empfehlenswert, vor allem wenn Verdis wunderbare Orchestermusik von einem Ensemble zu h\u00f6ren sein wird.<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<br \/>\nBild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt: R\u00e4uber im Wald an Lagerfeuer Alfred Kim (Carlo, knieend), Hans-J\u00fcrgen Lazar (Rolla, liegend), Herrenchor und Statisterie der Oper Frankfurt (R\u00e4uber)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Melodramma tragico in vier Akten, Libretto: Andrea Maffei nach Friedrich Schillers Schauspiel Die R\u00e4uber (1781), UA: 22. Juli 1847, London. 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