{"id":440,"date":"2008-12-03T11:37:20","date_gmt":"2008-12-03T09:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=440"},"modified":"2008-12-09T11:37:54","modified_gmt":"2008-12-09T09:37:54","slug":"bielefeld-stadttheater-don-pasquale","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=440","title":{"rendered":"Bielefeld, Stadttheater  &#8211; DON PASQUALE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848);  Dramma buffo in drei Akten;  Libretto: Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti;  UA: 1843, Paris.<br \/>\nRegie: Nicholas Broadhurst, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Okarina Peter, Timo Dentler, Dramaturgie: Uwe Sommer<br \/>\nDirigent: Peter Kuhn, Opernchor und Bielefelder Philharmoniker, Choreinstudierung: Hagen Enke<br \/>\nSolisten: Jacek Janiszewski (Don Pasquale), Meik Schwalm (Doktor Malatesta), Seil Kim (Ernesto), Daniela Bruera (Norina), Statisterie des Stadttheaters Bielefeld<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 30. November 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/bielefeld-don-pasquale.jpg\" TITLE=\"bielefeld-don-pasquale.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/bielefeld-don-pasquale.jpg\" ALT=\"bielefeld-don-pasquale.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Der geizige Don Pasquale m\u00f6chte heiraten, um dadurch die Heiratspl\u00e4ne seines Neffen und Erben Ernesto mit der mittellosen Norina zu durchkreuzen. Sein Freund Doktor Malatesta soll ihm eine junge und reiche Ehefrau suchen. Doch Malatesta schl\u00e4gt sich auf die Seite des jungen Gl\u00fccks. Er gibt Norina unter falschem Namen als seine tugendhafte Schwester aus, in die sich Don Pasquale sofort verliebt. Ein falscher Notar vollzieht die Trauung. Doch nach der Hochzeit verwandelt sich die liebevolle Norina in einen Hausdrachen. Don Pasquale m\u00f6chte sie unter allen Umst\u00e4nden loswerden. Der Plan Malatestas geht auf und Ernesto bekommt seine Norina.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie bezwingende Komik des Sujets, gepaart mit dem Gesp\u00fcr f\u00fcr die feinen Nuancen menschlichen Zusammenlebens lassen ahnen, warum Donizetti  seinem Werk bewu\u00dft die Gattungsbezeichnung Dramma buffo statt opera buffa gab.  Humor und Boshaftigkeit, ein infames Spiel um Soll und Haben, finden hier ihren N\u00e4hrboden und genau dies oblag der Idee der Inszenierung von Nicholas Broadhurst. Handlungstr\u00e4ger sind vier Personen, die in ihrem Charakter unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen und deren Seelenabgr\u00fcnde erkennbar werden. Von Beginn an spart die Inszenierung nicht an theatralischem Witz. So entlockt Don Pasquale bereits im ersten Akt dem Publikum etliche Lacher durch seine Darbietung als alter, geiziger und kr\u00e4nklicher Mann. Etwas zu unerwartet und schnell kommt im zweiten Akt der \u00dcbergang der zur\u00fcckhaltenden Norina vor der Hochzeit und ihrem furien\u00e4hnlichen Ausbruch nach der Eheschlie\u00dfung mit Don Pasquale. \u00dcberaus \u00fcberzeugend sind die sehr stimmige B\u00fchnenmaschinerie und die \u00fcberraschend eingesetzten Effekte, wie beispielsweise das pl\u00f6tzliche Verschwinden von Ernesto, als Don Pasquale das junge Gl\u00fcck im dritten Akt in flagranti im Garten erwischen wollte. Das B\u00fchnenbild  ist modern gehalten: Es wechselt zwischen einem Raum mit dem Krankenbett Don Pasquales und einer Art Aufenthaltsraum mit Spind-Schr\u00e4nken und einem mittig plaziertem Flie\u00dfband sowie gro\u00dfem tresor\u00e4hnlichem Schrank.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas<strong> Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Peter Kuh<\/strong>n spielt leiser als gewohnt. Dieses jedoch geschieht in der Absicht, den melodischen Hauptgedanken der S\u00e4nger auf der B\u00fchne ihren Raum zu lassen. Bewu\u00dft kommt entgegen der von Donizetti vorgesehenen drei Posaunen und vier H\u00f6rner nur eine reduzierte Instrumentierung zum Einsatz. Die an einigen Stellen vorgenommenen dynamischen, wie auch instrumentellen Eingriffe in die Partitur finden durch die Inszenierung ihre Erkl\u00e4rung. Die gut aufeinander eingestimmten Musiker verstanden es, die Parameter Rhythmik, Harmonik und Melodik so gekonnt umzusetzen, da\u00df diese gro\u00dfartigen Musik, die so unverwechselbar dem Geist der Kom\u00f6die dient, nicht ihres Sinnes beraubt wird. Von den S\u00e4ngern \u00fcberzeugte allen voran <strong>Jacek Janiszewski<\/strong> (Don Pasquale) durch seine theatralische Leistung, die die Gef\u00fchle des Publikums zwischen Humor, Schadenfreude und Mitleid schwanken lassen. Es ist ein Augen- und Ohrenschmaus, und es geb\u00fchrt Respekt, wie er trotz der teilweise extremen k\u00f6rperlichen Verrenkungen mit einer Leichtigkeit  sauber und in der Intonation pr\u00e4zise singt. <strong>Meik Schwalm<\/strong> (Doktor Malatesta) h\u00e4lt mit kr\u00e4ftiger  Bariton-Stimme eine gesangssichere Linie und unterstreicht damit sehr gut den Handlungscharakter seiner Figur. Die Tenorstimme von <strong>Seil Kim<\/strong> (Ernesto) ist leiser als die seiner Gesangspartner, doch sie besticht durch Zartheit und Emotion und ist dem Charakter seiner Rolle angemessen. In den mehrstimmigen Passagen f\u00fcgt sich seine Stimme vortrefflich ein und gibt dem Klangbild eine besondere Nuance. Die Sopranistin <strong>Daniela Bruera<\/strong> (Norina) \u00fcberzeugt durch eine \u00fcberaus ausdrucksstarke, brillante Stimme. In den Arien, wie auch in den Duetten gl\u00e4nzt sie durch mitf\u00fchlenden Gesang und \u00fcberzeugt zudem mit ihrer theatralischen Leistung. Der Bielefelder Opernchor unterstreicht das Gesamtklangbild durch kleine, aber fein gesetzte Chorpartien.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine eindrucksvolle Auff\u00fchrung, die von Anfang bis Ende anzusehen und anzuh\u00f6ren eine Freud ist. Die Auff\u00fchrungszeit vergeht so schnell, da\u00df hier wirklich einem der Gedanke kommt: \u201eOh, das war\u00b4s schon\u201c! Die Inszenierung ist gelungen und wirklich empfehlenswert.<\/p>\n<p>Britta Wandschneider<br \/>\nBild: Matthias Stutte<br \/>\nDas Bild zeigt von links nach rechts Janiszewski (Don Pasquale), Schwalm (Doktor Malatesta), Daniela Bruera (Norina).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848); Dramma buffo in drei Akten; Libretto: Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti; UA: 1843, Paris. 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