{"id":438,"date":"2008-12-01T22:52:03","date_gmt":"2008-12-01T20:52:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=438"},"modified":"2008-12-01T22:56:50","modified_gmt":"2008-12-01T20:56:50","slug":"chemnitz-oper-die-rose-vom-liebesgarten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=438","title":{"rendered":"Chemnitz, Oper  &#8211; DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hans Pfitzner (1869-1949), Romantische Oper in zwei Akten, Libretto: James Grun; UA: 9. November 1901, Elberfeld<br \/>\nRegie\/B\u00fchnenbild: J\u00fcrgen R. Weber, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Choreographie: Lode Devos<br \/>\nDirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor und Kinderchor der Oper Chemnitz. Solisten: Erin Caves (Siegnot), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Waffenmeister\/Nachtwunderer), Andreas Kindschuh (Sangesmeister), Astrid Weber (Minneleide), Jana B\u00fcchner (Schwarzhilde), Tiina Penttinen (Rotelse), Andr\u00e9 Riemer (Moormann), Alisha Coon &amp; Bert Uyttenhove (Zwitterg\u00f6ttin), Felipe Rocha (Siegnots Schatten), Ramona Capraro (Minneleides Schatten) Besuchte Auff\u00fchrung: 29. November 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"chemnitz-die-rose-vom-liebe.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/chemnitz-die-rose-vom-liebe.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"chemnitz-die-rose-vom-liebe.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/chemnitz-die-rose-vom-liebe.jpg\" \/><\/a>Es ist Fr\u00fchlingsweihefest und Siegnot wird von der Herrscherin des Liebesgartens zum W\u00e4chter des Fr\u00fchlingstores erw\u00e4hlt. Der Auserw\u00e4hlte soll mit einer Zauberrose den Eingang zum paradiesischen Reich gegen feindliche M\u00e4chte sch\u00fctzen. Am Tor Wache haltend begegnen Siegnot zun\u00e4chst der Moormann und sp\u00e4ter die Elfenk\u00f6nigin Minneleide. Siegnot verliebt sich in Minneleide und \u00fcberreicht ihr als Liebespfand die zauberkr\u00e4ftige Rose. Als er die Geliebte in den Garten f\u00fchren will, schreckt diese vor der unbekannten Welt zur\u00fcck. Der Nachtwunderer dringt mit seinem Gefolge aus der Unterwelt hervor, Siegnot wird \u00fcberw\u00e4ltigt und Minneleide in eine Bergh\u00f6hle entf\u00fchrt. Siegnot gelangt mit Hilfe des Moormanns schwer verwundet ins Reich des Nachtwunderers, um Minneleide zu befreien. Der dunkle Herrscher will sie nur ziehen lassen, wenn es Minneleide gel\u00e4nge, die Rose in den Liebesgarten zur\u00fcck zu bringen. Die Elfenk\u00f6nigin besteht die Probe nicht und Siegnot k\u00e4mpft in gr\u00f6\u00dfter Verzweiflung gegen den Nachtwunderer und seine Untergebenen. Alle sterben bis auf Minneleide. Nun findet Minneleide die Kraft, um zum Liebesgarten zu gelangen. Dort trifft sie am Tor den Winterw\u00e4chter, der ihr den Weg versperrt. Es kommt zum Kampf, bei dem beide sterben. Der Liebesgarten erstrahlt und die Seelen von Minneleide und Siegnot werden zum ewigen Leben im Liebesgarten erhoben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAnders als bei der zuletzt in Z\u00fcrich 1998 gegebenen Auff\u00fchrung des Werkes spielte man in Chemnitz die ungek\u00fcrzte Fassung. Zwei Projektionsfl\u00e4chen flankieren die B\u00fchne. Auf ihnen werden durchg\u00e4ngig erl\u00e4uternde Texte eingeblendet, die die dargestellte Handlung kurz umrei\u00dfen und durch ironische Anmerkungen des Nachtwunderers w\u00fcrzen. Im Vorspiel ist das B\u00fchnengeschehen von einem durch Panzert\u00fcren gesicherten Innenraum bestimmt, der mit fantasy-m\u00e4rchenhaft anmutenden Details gespickt ist. In das bunte Bild f\u00fcgen sich die Massen der Bewohner dieser Welt ein, die mit insektenartigen, futuristischen Kost\u00fcmen die B\u00fchne bev\u00f6lkern. Siegnot ist als Mischung aus Fantasyheld mit \u00fcbergro\u00dfem Schwert und Zauberrosen-Strahlenkanone ein Teil dieser Zauberwelt. Die B\u00fchne des ersten Aktes und auch des Nachspiels wird von einem \u00fcberdimensionierten Toilettenbecken dominiert, dem Eingang zur Unterwelt des Nachtwunderers. Sie wird von einem Rampenaufgang mit Vorhang zum Liebesgarten und durchbrochenen Seitenw\u00e4nden flankiert. Die Welt des Nachtwunderers im zweiten Akt zeigt eine graue Basalth\u00f6hle, die einer Schaltzentrale gleich mit technischen Elementen versehen ist. Sie wird von \u00fcbertrieben fetischbeladenen Wesen bev\u00f6lkert. Der sich im Zentrum der B\u00fchne befindliche Steinkolo\u00df dreht sich im Verlauf der Handlung und erweist sich als Karl-Marx-Kopf. Diese Aktion ist dem Handlungsverst\u00e4ndnis wenig dienlich und wirkt, insbesondere ohne weitere erhellende Reflexion in Kost\u00fcmen oder weiteren B\u00fchnenelementen, v\u00f6llig deplatziert. St\u00e4rker wird die Auff\u00fchrung wieder im Nachspiel, wenn unter Reduktion symboltr\u00e4chtiger Elemente der Liebesgarten erstrahlt und die Scheinwerfer den Publikumsraum blendend erhellen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie gesanglichen Leistungen \u00fcberzeugen bis in die Nebenrollen.<strong> Tiina Penttinen<\/strong> (Rotelse) und <strong>Jana B\u00fcchner<\/strong> (Schwarzhilde) sind hierbei besonders hervorzuheben. Ihr Gesang ist unangestrengt und doch bewegend. <strong>Andr\u00e9 Riemer<\/strong> wird seiner Rolle als Moormann durch angenehm zur\u00fcckhaltend affektierte Betonung gerecht. Uneingeschr\u00e4nkter Star des Abends war <strong>Astrid Weber<\/strong> (Minneleide), die sowohl in den dramatischen Partien des Nachspiels an intensiver Ausdruckskraft gewann, als auch in den lyrischen Abschnitten mit gef\u00fchlvoller Bewegung \u00fcberzeugte. <strong>Erin Caves<\/strong> (Siegnot) gelingt ein motiviert mitrei\u00dfender Balanceakt zwischen heldischer und lyrischer Interpretation, wobei seine lyrischen St\u00e4rken in den Partien zusammen mit Astrid Weber voll erbl\u00fchen. <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/strong> ist in der Rolle des Waffenmeisters solide angelegt und f\u00fcllt die Partie des Nachtwunderers mit eindringlicher Diktion aus.<br \/>\nDas in sich stimmige Bild der gesanglichen Geschlossenheit in St\u00e4rke und Ausdruckskraft des Ensembles wurde durch die Leistung des Orchesters untermauert. Die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> spielte mit lebendiger Eindringlichkeit, wobei insbesondere die Streicher in sph\u00e4rischen Abschnitten einen harmonisch tiefendynamischen Eindruck hinterlie\u00dfen. Die<strong> Ch\u00f6re<\/strong> machten zudem in den Chortableaus des Vorspiels eine stimmlich gl\u00e4nzend durchtrainierte Figur.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine insgesamt gelungene Produktion, die Appetit auf weitere \u201eAusgrabungen\u201c der Oper Chemnitz macht.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<br \/>\nBild: Dieter Wuschanski<br \/>\nErin Caves (Siegnot) und Felipe Rocha (Schatten) links flankiert von Andreas Kindschuh (Sangesmeister) und Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Waffenmeister) sowie rechts von Alisha Coon &amp; Bert Uyttenhove (Zwitterg\u00f6ttin). Im Hintergrund der Chor der Oper Chemnitz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hans Pfitzner (1869-1949), Romantische Oper in zwei Akten, Libretto: James Grun; UA: 9. November 1901, Elberfeld Regie\/B\u00fchnenbild: J\u00fcrgen R. Weber, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Choreographie: Lode Devos Dirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor und Kinderchor der Oper Chemnitz. Solisten: Erin Caves<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=438\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59,1],"tags":[],"class_list":["post-438","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-chemnitz-stadtisches-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/438","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=438"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/438\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=438"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=438"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=438"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}