{"id":4364,"date":"2012-12-12T22:12:46","date_gmt":"2012-12-12T21:12:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4364"},"modified":"2013-01-10T16:19:36","modified_gmt":"2013-01-10T15:19:36","slug":"artaserse-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4364","title":{"rendered":"ARTASERSE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper in drei Akten,\u00a0 Musik von Leonardo Vinci, Librettp: Pietro Metastasio, U.A:, 4. Februar Rom 1730, Teatro delle Dame<\/p>\n<p>Dirigent: Diego Fasolis, Concerto K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Philippe Jaroussky (Artaserse), Max Emanuel Cen\u010di\u0107 (Mandane), Daniel Behle (Artabano), Franco Fagioli (Arbace), Valer Barna-Sabadus (Semira), Yuriy Minenko (Megabise)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung 10. Dezember 2012 (Premiere , konzertant)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Artaserse-Cencic.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4370\" title=\"Artaserse-Cencic\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Artaserse-Cencic.gif\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Artaserse-Cencic.gif 217w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Artaserse-Cencic-186x300.gif 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a>Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Seit der \u201eWiederentdeckung\u201c von Albinonis <em>Adagios<\/em> 1958 ist es bei Musikologen und S\u00e4ngern immer wieder \u00fcblich gewesen, lang vergessene oder wenig geh\u00f6rte Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts erneut auf die B\u00fchne oder in die Konzerts\u00e4le zu bringen. Die neuesten \u201eEntdeckungen\u201c dieser Art sind Agostino Steffani (durch Cecilia Bartoli) und in diesem Fall Leonardo Vinci (Co-Produzent M. E. Cen\u010di\u0107).<\/p>\n<p>Leonardo Vinci stammte aus Kalabrien und wurde sp\u00e4ter Nachfolger Alessandro Scarlattis an der K\u00f6niglichen Kapelle in Neapel. Pergolesi war sein Sch\u00fcler, Vivaldi und der junge H\u00e4ndel wurden durch ihn beeinflu\u00dft, Porpora war sein erbitterter Gegenspieler. Er galt im 18. Jahrhundert, und weit \u00fcber seinen Tod hinaus als einer der beliebtesten Opernkomponisten an den europ\u00e4ischen H\u00f6fen.<\/p>\n<p>Seine Musik ist voll bunter Lebensfreude, Anmut und Leichtigkeit. Sogar tragische Ereignisse auf der B\u00fchne werden von fr\u00f6hlichen Tanzweisen begleitet, als sei das Leben nur Spiel und das Spiel das eigentliche Leben. Und so wird er wohl auch gelebt und geliebt haben. Denn <em>Artaserse<\/em> ist seine letzte und bekannteste Oper. Es h\u00e4lt sich das Ger\u00fccht, da\u00df er 35j\u00e4hrig durch den Gifttrunk eines von ihm geh\u00f6rnten Ehemanns starb.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Artabano ermordet den Perserk\u00f6nig Serse, um sich des Throns zu bem\u00e4chtigen. Doch man findet bei Artabanos Sohn Arbace das Mordschwert und dieser wird festgenommen. Er beteuert seine Unschuld, aber alle, selbst sein eigener Vater und auch des neuen K\u00f6nig Artaserses Schwester Madane, die ihn liebt, lassen ihn im Stich. Artabano und der General Megabise komplottieren weiter den Umsturz. Artabano will seine Tochter Semira zwingen, Megabise zu heiraten, doch sie liebt Artaserse. Semira fleht um Gnade f\u00fcr ihren Bruder Arbace, der aber nicht aussagen will, um seinen Vater zu sch\u00fctzen. Artaserse, der seinen Freund Arbace f\u00fcr unschuldig h\u00e4lt, l\u00e4\u00dft ihn frei. Dieser stimmt die Rebellen um und t\u00f6tet Megabise. Bei der Kr\u00f6nung Artaserses reicht Artabano dem K\u00f6nig einen Giftbecher. Um seine Unschuld endg\u00fcltig zu beweisen, will aber Arbace den Becher austrinken. Doch sein Vater hindert ihn daran und gesteht schlie\u00dflich den Mord an Serse. Arbace erwirkt, da\u00df sein Vater nicht get\u00f6tet, sondern nur verbannt wird. Artaserse und Semira wie auch Arbace und Madane finden zueinander.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><em>Wegen eines p\u00e4pstlichen Dekrets war es im Rom des 18. Jahrhunderts verboten, da\u00df Frauen auf der B\u00fchne auftreten, so ist die Oper (und auch diese Auff\u00fchrung) mit f\u00fcnf Kontraten\u00f6ren und einem Tenor besetzt.<\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/artaserse-Jaroussky.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4372\" title=\"artaserse-Jaroussky\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/artaserse-Jaroussky.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/artaserse-Jaroussky.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/artaserse-Jaroussky-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Philippe Jaroussky<\/strong>, besonders bewegend in den lyrischen Szenen, ist mit seiner glockenklaren, reinen Stimme ein feinf\u00fchliger Artaserse, wie in <em>Redimi il caro amico<\/em> im zweiten Akt. <strong>Franco Fagioli<\/strong> als Arbace begeistert durch seine volle, weiche Stimme und die scheinbare Leichtigkeit, mit der er die oft schwierigen Melismen seiner Rolle durchl\u00e4uft. Hinrei\u00dfend in der ber\u00fchmten Schlu\u00dfarie des ersten Akts <em>V\u00f2 solcando un mar crudele<\/em>. <strong>Max Emanuel <\/strong><strong>Cen\u010di\u0107 <\/strong>\u00fcberzeugt mit wohlklingender, souver\u00e4ner Interpretation der Mandane, wie im Lamento <em>Se d\u2019un amor tiranno<\/em> (2. Akt). Doch entfaltet sich seine sonst so weiche Stimme mit dem diskreten Vibrato nicht immer zu seiner \u00fcblichen Pracht durch eine angek\u00fcndigte Indisposition. <strong>Valer Barna-Sabadus<\/strong> singt Semira mit samtenem, tiefem und vollem Timbre, (das einer weiblichen Altstimme sehr nahe kommt), wie in <em>Bramar di perdere troppo affetto<\/em> (2. Akt). <strong>Daniel Behles<\/strong> <strong>\u00a0<\/strong>temperamentvoller Tenor als Artabano und Yuriy Mynenkos heroischer Kontratenor als Megabise erg\u00e4nzen das hervorragende Ensemble.<\/p>\n<p><strong>Diego Fasoli <\/strong>dirigiert mit Eleganz und Virtuosit\u00e4t das Concerto K\u00f6ln, welches unter seiner Leitung eine s\u00fcdl\u00e4ndische Leichtigkeit und Klangfarbenpr\u00e4chtigkeit entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Dieses Kleinod der Opernliteratur hat die Op\u00e9ra National de Lorraine in Nancy am 2. November 2012 in einer pr\u00e4chtigen Inszenierung wieder auf die B\u00fchne gebracht. Das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris hat es nun in derselben Besetzung, aber leider nur\u00a0 in einer konzertanten Version, f\u00fcr zwei Abende \u00fcbernommen. Ein ganz besonderes musikalisches Vergn\u00fcgen auf sehr hohem k\u00fcnstlerischem Niveau!<\/p>\n<p>Da es keine Inszenierung zu beschimpfen gab, war der Applaus des Publikums auch einhellig und begeistert.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bilder: Philippe Jaroussky: Philippe Matsas, \u00a0Max Emanuel Cencic: Cencic &#8211; DR.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oper in drei Akten,\u00a0 Musik von Leonardo Vinci, Librettp: Pietro Metastasio, U.A:, 4. 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